Autor Thema: Freier Schornsteinfeger kontra Feuerstättenschau vom BSFM  (Gelesen 4814 mal)

Tim99

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Hallo Leute,

ich hatte mich vor Monaten bei „Frei'e Schornsteinfeger GmbH“ als Interessent angemeldet.
Gestern Abend kam eine Mail mit der Bitte um Übersendung des letzten Feuerstättenbescheids und der letzten Rechnung vom BSFM.

Nun mach ich mir so meine Gedanken wegen der Feuerstättenschau alle 3,5 Jahre.
Ich habe ja schon so manches hierzu gelesen.

Ich habe ein älteres Haus (100 Jahre) gekauft und einen mittels Edelstahlrohr sanierten Kamin (ca. 2003) der Gaszentralheizung und jetzt den letztes Jahr mit Edelstahlrohr sanierten Kamin für den Holzofen. Wurde vom BSFM abgenommen ohne Mängel (nach langem hin und her).

Ein Beispiel:
Er hat z.B. bei der Vorbesprechung vehement auf die Installation einer Abluftsteuerung bestanden. Und nicht irgendeiner, sonder mit DVGW + DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik) Zulassung. Ich habe ihm mehrfach gesagt, es ist eine Umlufthaube und außerdem ein 100 Jahre altes Haus, da zieht doch überall Frischluft rein. Hat ihn alles nicht interessiert, stattdessen meinte er „Wenn sie das Teil nicht einbauen, nehme ich die Anlage nicht ab!“. Ich habe es also für 120 EUR gekauft und verbaut. Bei der Abnahme meinte er dann „Für was das Teil? Brauchen sie doch nicht, ist doch ne Umlufthaube.“ Ich hätte ihm am liebsten… Rrrrr!!! Auf meinen Hinweis auf das Vorgespräch meinte er „Kann er sich nicht dran erinnern, so was hätte er nie bei uns gefordert!“ Nur eines von mehreren Beispielen!!!!


Ich hab also mit ihm so meine Erfahrungen mit unserem BSFM gemacht und wollte daher gerne die Kehrung bei einem freien Schornsteinfeger beauftragen. Weniger wegen 3,50EUR die ich da vielleicht spare.

Ich spinne mir da jetzt mal das zukünftige Szenario zusammen…
Vor dem Hintergrund unseres nett BSFM der in seinem Kehrbezirk schon lange seinen Ruf weg hat.

Ich lasse den freien Schorni 1x im Jahr für die Gasheizung und 2x im Jahr für den Feststoffkamin kommen. Nach 3,5 Jahren kommt dann der BSFM (entsprechend angesäuert, weil er ja nicht mehr kehren darf) und schaut sich alles super mega genau an.

Dann sagt er „So sie müssen jetzt den Feststoffkamin 3x im Jahr kehren lassen und außerdem habe ich noch dies und das festgestellt was behoben werden muss. Außerdem sollte noch das gemacht werden und das auch noch, ansonsten muss ich die Anlage außer Betrieb nehmen!

Und dann hat er vielleicht mal meinen Nachweis von der letzten Kehrung angeblich nicht erhalten (soll ja vorkommen) und er kommt dann zu einer „außerplanmäßigen Kehrung“ zuzüglich An- und Abfahrtsberechnung. (Hatte ich auch schon im Internet gelesen…)

Ich habe so ein Gefühl, dass man sich mit der Beauftragung eines freien Schornsteinfegers mehr Ärger in´s Haus holt als ohne. Spätestens alle 3,5 Jahre wenn der „Monpol-Chef“ kommt und die Keule rausholt!!

Was meint Ihr???

Gruß
Tim





TWMueller

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Ich lasse den freien Schorni 1x im Jahr für die Gasheizung und 2x im Jahr für den Feststoffkamin kommen. Nach 3,5 Jahren kommt dann der BSFM (entsprechend angesäuert, weil er ja nicht mehr kehren darf) und schaut sich alles super mega genau an.
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Ich habe so ein Gefühl, dass man sich mit der Beauftragung eines freien Schornsteinfegers mehr Ärger in´s Haus holt als ohne. Spätestens alle 3,5 Jahre wenn der „Monpol-Chef“ kommt und die Keule rausholt!!

Leider fehlt es noch an einer hinreichend genauen GESETZLICHEN Vorgabe, was eine "Feuerstättenschau" zukünftig genau sein soll. Im Grunde dürfte sich diese lediglich darauf richten, welche Feuerstätten es in einem Anwesen gibt und welche Pflichten sich hieraus für den Betreiber ergeben. Die Funktion einer Kontrolle der Kontrolleure dürfte es hierbei NICHT geben. Da FEGEN und MESSEN als HANDWERKLICHE Leistungen der Dienstleistungsfreiheit unterliegen, würde dies unterlaufen, wenn die Feuerstättenschau im jeweiligen Durchführungsjahr genau die gleichen Tätigkeiten (mit) umfassen würde.

Zweifelsfrei wird es noch viel "Spaß" mit der Umsetzung dieses Gesetzeskonstrukts geben. Aus meiner Sicht wird es sogar wegen der zahlreichen Widersprüche gegen Rechtsgrundlagen und saubere Organisationsanforderungen KEINEN Bestand haben können. Zumindest wird es dann jedoch kein Argument mehr sein, man müsse die bislang protektionierten Bezirksfeger langsam auf den Wettbewerb vorbereiten. Nach 5 Jahren Übergangszeit spricht nichts mehr dagegen, die Feger-SCHUTZ-Gesetzgebung in Bälde komplett zu streichen.

Leider werden wohl einige Vorreiter beim Wechsel des Schornsteinfegers mit den Tücken der Gesetzgebung zu kämpfen haben. Aber nur diese Mnschen, die etwas Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen, können in einer Gesellschaft Verbesserungen in Gang bringen. Es wird somit tatsächlich nicht um die paar Euro gehen, die man vielleicht mit einem anderen Feger sparen kann. Es geht vorrangig darum, ein längst überholtes Protektions-System aufzubrechen.

In einem ersten Schritt wird der HANDWERKLICHE Wettbewerb nun nicht mehr zu verhindern sein.

In einem zweiten Schritt wird die Sonderstellung der (beauftragten) Bezirksschornsteinfeger in deren Zwitter-Rolle zwischen BEHÖRDE und HANDWERKER zu hinterfragen sein.

Und letzendlich müssen die Vorgaben der KÜO und anderer Quellen NEUTRAL und SACHGERECHT neu bewertet und entschlackt werden.

SICHERHEIT JA - BERUFS-PROTEKTION NEIN !!!
« Letzte Änderung: 08.05.12, 22:19:08 von TWMueller »
Thomas W. Müller
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Hallo Tim,

wollen Sie sich ewig erpressen lassen? >:(

Die BSFM hatten noch nie Konkurrenz die werden sich ganz schön umsehen. ;D

Die werden froh sein über die Feuerstättenschauen weil Sie dann noch ein bißchen Geld verdienen dürfen. ;)

Wegen des genauen hinschauens-wenn der BSFM etwas bemängeln was nicht stimmt gibt es Post von Ordnungsamt ;D

TWMueller

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... gibt es Post von Ordnungsamt

Und wieder mal ein Punkt zum Nachdenken. Also, der "beauftragte" Bezirks-Schornsteinfeger, als Behörden-Handwerker-Zwitter sieht etwas, das er für unzulässig erachtet. Jetzt ruft er seine übergeordnete Verwaltung zu Hilfe. Diese soll (nach Anhörung) ggf. eine Verfügung (als Verwaltungsakt) erlassen. Soweit, so (un)gut.

Noch lustiger wird es wohl ab 2013. Irgend ein Feger erhält der Kehr- und Prüfauftrag. Er stellt einen "Mangel" fest (z.B. einen erhöhten CO-Wert). Das Protokoll geht fristgerecht nach FSB dem BSF als Bezirks-Aufseher zu. Dieser liest den Mangel und schreibt die Verwaltung an. Und der Mensch vom Amt schreibt den Eigentümer zwecks Anhörung an. Wenn es jedoch wrklich ein Mangel war, wird dieser vielleicht nicht mehr antworten, da er mittlerweile an CO-Vergiftung verstorben ist. Aber die Erben werden wohl für die Rechnung der Schornsteinfeger und die Verwaltungsgebühren zahlen müssen.

Wie aber kann der Sachbearbeiter der Verwaltung OHNE EIGENE FACHKENNTNISSE eigentlich den Fall beurteilen? ER (der Verwaltungsmitarbeiter als Vertreter der Stadt oder des Kreises) erläßt ja letztendlich den Verwaltungsakt. ER unterschreibt. Ist er denn dann nur Marionette des Schornsteinfegers und muss glauben, was dieser erzählt? Oder gibt es für die zuständigen Verwaltungs-BEAMTEN in Zukunft eine schornsteinfeger-fachliche Weiterbildung, die sie mit den technischen Normen vertraut macht?

Ist doch fast so, als würde im Gesundheitsamt jemand als Amtsarzt arbeiten, der nie eine medizinische Ausbildung erhalten hat. Die Rezepte schreibt er dann so aus, wie es der Bezirks-Arzt vorschlägt. ???

Man sieht, erneut ziemlicher Murks, den sich der "Gesetzgeber" hier hat einfallen lassen. Entweder hätte man den BSF zur "echten" Behörde machen sollen, die dann natürlich nicht mehr auf eigene Rechnung handwerkliche Leistungen anbieten darf. Dann könnte der BSF seine Mängelbescheide im eigenen (Amts-)Namen erstellen. Oder die Verfügungen kommen von der zuständigen Verwaltung, die dann jedoch fachkundige Mitarbeiter (Schornsteinfeger, Bauingenieure o.ä.) beschäftigen müßte (und natürlich die Gegebenheiten auch persönlich vor Ort zu prüfen hat).

Aber Verwaltungsmitarbeiter, die ohne eigene Fachkenntnis einfach nur die Vorgaben eines "Handwerkers" unterschreiben, so etwas dürfte es in einem zivilisierten Land zu Beginn des 21. Jahrhunderts eigentlich nicht mehr geben.

Angeblich sollen die "beauftragten Bezirks-Schornsteinfeger" doch BELIEHENE UNTERNEHMER sein. Welche Stelle ist denn dann rechtlich der BELEIHER? Wer trägt die HOHEITLICHE Verantwortung für den "beauftragten" Handwerker? Wie kann eine derartige Konstruktion OHNE FACHKENNTNISSE der Verwaltung funktionieren? Und wo kann der Bürger die TECHNISCHEN NORMEN einsehen, an die er sich halten soll? Mit "RECHTSSTAAT" hat diese ganze Konstruktion nichts mehr zu tun. Und die Bürger, Eigentümer und Mieter, werden von der Feger-Branche in Zusammenarbeit mit den "Aufsichtsbehörden" über den Tisch gezogen und nicht nur ihrer Rechte beraubt.

Es wird dringend Zeit, diesen juristischen Schandfleck einer verfassungswidrigen Sonder-Gesetzgebung endlich endgültig zu beseitigen. Das Grundgesetz muss auch für Schornsteinfeger gelten. Wirtschaftsförderung getarnt als "Sicherheitsnorm" (die angeblich ja nur das "Recht der Wirtschaft" regeln soll) darf es in einem angeblichen Rechtsstaat, der Mitglied der Europäischen Union ist, so nicht länger geben.

Aber, solange die Masse der bequemen Bürger lieber unsinnige Scheindienstleistungen erduldet und brav dafür zahlt, wieder ein Jahr in Ruhe gelassen zu werden, kommen die Abzocker mit solchen SONDER-Gesetzen auch weiterhin durch. Nur ein immer lauter werdender Protest der ausgeplünderten Menschen wird etwas bewirken können. Und jeder, der seine Nachbarn auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam macht, jeder, der entsprechende Leserbriefe schreibt oder sich an "seinen Abgeordneten" wendet, hilft mit, hier für Ordnung zu sorgen. Viele Hunde sind des Hasen Tod. Viele protestierende und klagende Gebäudeeigentümer und Mieter sind der Anfang vom Ende des Schornsteinfeger-SCHUTZ-Gesetzes. Möge es bald kommen.

Jeder Leser kann und sollte hierbei als kleines Mosaiksteinchen am Gesamtvorhaben einer verfassungskonformen Neuregelung mitarbeiten.
Und was können Sie tun?
« Letzte Änderung: 08.05.12, 23:10:00 von TWMueller »
Thomas W. Müller
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Sinnfrager

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Ich finde es sehr wichtig, dass jeder Einzelne etwas tut:

Beruflich berate ich Unternehmen und stoße daher auch immer auf sehr viel wirklich zu hinterfragenden (Un-)sinn in Bezug auf Gesetze, Verordnungen, Verwaltungsakte etc. .

Und im Zuge Dessen höre ich immer wieder den Spruch: "Was kann ich schon als kleines Rädchen im Getriebe ändern? Das bringt doch eh nichts!"

Ich kann den Spruch mittlerer Weile schon nicht mehr hören:

Es liegt doch gerade daran, weil viele so denken und entsprechend Ungerechtes erdulden, dass sich nichts ändern. SO bekommen doch Lobbyisten und Abzocker erst ihre Macht...

Ich sehe das so: Was wäre denn wenn Krieg ist und keiner geht hin....? Ist nen toller Spruch an dem viel dran ist.

Genauso für diese Situation: Was ist, wenn es sich einfach niemand mehr gefallen lässt....

Administrator: Joachim Datko : Hier einige Gegenmaßnahmen, wir freuen uns über jeden Mitstreiter:
http://www.kontra-schornsteinfeger.de/schornsteinfeger-gegenmassnahmen.html
« Letzte Änderung: 04.09.12, 14:56:32 von Datko »

TWMueller

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Ich stimme dem vollumfänglich zu.
Wenn niemand anfängt, etwas zu ändern, wird sich nie etwas ändern.

Man kann noch zwei Sprüche ergänzen:

"Viele Hunde sind des Hasen Tod."
und
"Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren."
Thomas W. Müller
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