Autor Thema: Anschlussgenehmigung und laufende Gebühren  (Gelesen 1637 mal)

Thomas

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Liebe Forengemeinschaft,

ich habe eine Frage zu den Kosten einer Anschlussgenehmigung und einer Abschätzung der Folgekosten.
Da wir im Sommer in eine Mietwohnung mit vorhandenem Kaminanschluss gezogen sind, liebäugeln wir mit dem Betrieb eines kleinen Kamins in unserer Wohnküche.
Aufgrund der Nähe des Schornsteinanschlusses zur Küchenzeile (nur etwa 20cm) habe ich den zuständigen Schornsteinfeger um Rat gebeten. Dieser schaute sich den Anschluss an und riet mir zu einer Anpassung des Anschlusses um 45°. Er bestätigte mir also, dass eine Aufstellung möglich sei, wenn das Anschlussrohr schräg eingesetzt wird. Gut! Den Schornstein hat er sich auch gleich (durch den Anschluss mit einem kleinen Handspiegel) angeschaut. Die Wohnung wurde zuletzt renoviert, die letzte Nutzung eines Kamins unbekannt und es war nicht klar, ob er benutzt werden kann.
Nach 10-15min war er wieder weg, gefolgt von einer Rechnung über 94,61€.
In der Rechnung wird aufgeführt:
BezeichnungAnzahlBetrag
(bBS) Prüfung Tauglichkeit nach SächsBO am 28.9.16 ca. 20min vor Ort, inc. Anfahrt, elektronische Datenaufnahme und Ausstellung der Bescheinigung je angefangene 1/2h (4.9.7 SächsVwKG)3
79.50€
19% MwSt.: 15.11€
Liegt der Rechnungsbetrag im üblichen Bereich? Im Rückblick verstehen wir, warum die Aufstellgenehmigung ausgestellt wurde, allerdings auch völlig ungefragt. Daher waren wir doch etwas überrascht.

Außerdem stellt sich für uns die Frage, welche Kosten in Zukunft noch auf uns zu kommen:
- Feuerstättenabnahme: Ich glaube hier erwähnte er 65€, passt das?
- Kehren des Schornsteins: Wie oft? Zu welchen Kosten ungefähr?
- Weitere Wartungskosten?

Wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus, wo der Schornstein bisher nicht benutzt wurde. Das bedeutet automatisch auch, dass wir alle Wartungskosten allein tragen müssen, oder?

Kevin

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Re: Anschlussgenehmigung und laufende Gebühren
« Antwort #1 am: 11.10.16, 19:45 »
Also was mich gerade einmal stört ist die 3 welche unter "Anzahl" steht, ebenso bin ich nicht in der Lage "4.9.7 SächsVwKg" zu finden....

Ok habe mich kurz mal DURCHGEWUSELT, also der Herr hat dort schon einmal zuviel berechnet >:(

Also nach dieser Verordnung wird ein Stundensatz von 53€ angesetzt
Dieser wird ebenfalls nach angefangenen halben Stunden berechnet, in Ihrem Fall also 27,5€
Diese hat er einfach mal 3 mal addiert, und schon kam er auf seine 79,5€.

Mir erklärt sich nun nicht wie er darauf kommt die halbe Stunde einfach 3x zu berechnen, zählt er die Anfahrten dazu? Die Bürozeit? Des schreiben der Rechnung? Bitte mal Erkundigungen einholen, empfinde ich gerade als etwas Undurchsichtig.

Die Abnahme der Feuerstätte mag passen, bin mir nicht sicher ob da nicht ob da nicht auch die 53€ angewendet werden.
Kehrung des Schornsteines wird Pauschal auf 2x im Jahr angesetzt werden, außer sie weisen nach dass dieser weniger als 30x im Jahr brennt, doch sollten sie den so selten benutzen wollen, würde sich die Anschaffung des Ofens schon nicht lohnen und ein Elektrokamin wäre sinnvoller ;D.
Kosten für eine Fegung, also wenn mit einer Messung zusammen, dann kostet diese meist ~5€? Möglicherweise 8€?
Wenn zu einem Termin nur der Kamin gefegt wird sind es ~28€, aber alles alte KÜO werte, was der Schornsteinfeger sich fragt, am besten selbst fragen, oder einen Alternativen suchen und fragen was dieser nimmt.
Weitere Wartungskosten von einem Ofen, hin und wieder neu Tapezieren/Streichen, weil ein wenig eben immer im Raum steht und die Wohnung deswegen "Vergilbt", und eine Sinnvolle Anschaffung ist ein Asche-Sauger.

Und sehr Wahrscheilich werden Sie diese Zusatzkosten alleine tragen, schließlich kommt der Herr mindestens einmal im Jahr nur für Sie :)

Hoffe ich konnte erstmal helfen, diese "Anzahl 3" stört mich gerade aber heftig :-[

gerhardl49

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Re: Anschlussgenehmigung und laufende Gebühren
« Antwort #2 am: 12.10.16, 11:43 »
Hallo Thomas,

das Kostenverzeichnis zur SächsVwKg bestimmt in der Anlage 1 unter lfd. Nr. 17 (Baurecht) Tarifstelle 4.9.7:

Abnahme von Feuerstätten sowie von Verbrennungsmotoren und Blockheizkraftwerken nach § 82 Abs. 3 Satz 2 und 3 SächsBO

eine Gebühr nach Tarifstelle 1.4. Dort sind die Gebühren nach Zeitaufwand festgelegt, die je angefangene halbe Stunde erhoben werden.

Für Ihren Fall hat der bBSF 3 halbe Stunden berechnet und dies mit ca. 20min vor Ort, Anfahrt, elektronische Datenaufnahme und Ausstellung der Bescheinigung begründet. Wenn Sie eine Bescheinigung haben, scheint ein Zeitaufwand von minimal 1 Stunde und 5 Minuten durchaus nachvollziehbar.

Ob Sie einen (offenen) Kamin oder einen Kaminofen (mit selbstätiger schließender Tür) einbauen wollen, geht aus den Ausführungen nicht eindeutig hervor. Dies hat aber erhebliche Auswirkungen für die Folgekosten.

Für einen Kamin oder Kaminofen, der weniger als 30 mal im Jahr benutzt wird, ist 1 Kehrung ausreichend. Dafür gibt es entsprechende Gerichtsentscheidungen.