Was werden die Scheindienstleistungen der Bezirksinhaber ab 2013 kosten, wenn man freie Feger in Anspruch nehmen will?
Zu diesen Scheindienstleistungen gehören dann die „Feuerstättenschauen“, die alle dreieinhalb Jahre stattfinden sollen und die Ausstellung des Feuerstättenbescheids alle sieben Jahre (sofern an den Feuerstätten keine zwischenzeitlichen Veränderungen vorgenommen worden sind). Die Führung des Kehrbuches, auch das will sich der Bezirksinhaber vergüten lassen und das ist offensichtlich nicht mit in der Feuerstättenschau enthalten. Allerdings ist das Gesetz dazu noch nicht verabschiedet und alle Äußerungen dazu sind spekulativ. Die Fegerlobby steht jedenfalls in den Startlöchern und wird versuchen bei den Politikern so viel rauszuholen wie möglich.
Um die Vorstellungen der Feger, bezüglich der zukünftigen Preise für die Scheindienstleistungen der Bezirksinhaber, zu erfahren/zusammenzustellen, habe ich im Internet gesucht.
In einem Schornsteinfegerforum wird diesbezüglich eine Frage gestellt:
„Guten Tag. Ich habe eine Frage bezüglich Kosten für 2malige Feuerstättenschau in 7 Jahren und Kehrbuchführung. Ab 2013 wird ein FREIER Schornsteinfeger alle Arbeiten bei mir übernehmen außer die "hoheitlichen?". Wo kann ich nachsehen bzw. in Erfahrung bringen, wie viel Kosten noch durch diese 2 Feuerstättenschauen in 7 Jahren und Führen des Kehrbuches entstehen …“
„senomar“
„… Hallo! Die Feuerstättenschau wird bei ca. 30 Euro liegen, wenn Sie "nur" eine Zentralheizung haben.
Dazu kommt noch der Feuerstättenbescheid. Die Gebühr für die Kehrbuchführung steht noch nicht fest …
… so pauschal kann man das hier nicht sagen. Richtet sich derzeit nach der Schornsteinhöhe und Anzahl sowie nach der Anzahl der Feuerstätten. Die Kosten werden über die Bundeskehrordnung geregelt. Nachdem du die freien Tätigkeiten von einem freien Schornsteinfeger durchführen lassen willst, fällt dann jedenfalls auch noch der Gebäudegrundwert und die Fahrtpauschale, für jede Nutzungseinheit die begangen werden muss, dazu. Das Ganze für jede Feuerstättenschau, d.h 2x. Mit 30 Euro ist da wohl fast nichts drin. Du musst dir dann auch im Klaren sein, dass der BSM bei der Feuerstättenschau nicht kehrt und überprüft/ oder eine Messung macht …“
@senomar
… Dazu kommen noch, Gebühren die im Zuge der ENEV entstehen und noch entstehen werden.
Beratungen und Auskünfte wird es dann auch nicht mehr umsonst geben …
Schloti
… Liberalisierung heißt nicht, dass es billiger wird! Das sollte heute jedem klar sein. Wenn du die Arbeiten von deinem BSM durchführen lässt, hat dieser die Feuerstättenschau in Verbindung mit den anderen Arbeiten mit durchzuführen. Fahrtpauschale und Grundwert entfällt dann.
Sofern dieser die "Freien Arbeiten" bei dir noch durchführen will! Lieberalisierung heißt auch, dass der BSM sich das aussuchen kann. Kehren und messen muss er bei dir nicht durchführen. AUCH ER KANN NEIN SAGEN!
Da durch die freie Schornsteinfegerwahl ab 2013 auch die Preise frei werden, wird dann nur noch der Kunde die derzeit hohen Preise bezahlen müssen, der sich auch dann noch blauäugig von den Bezirksinhabern betrügen lässt. Da die das wissen, versuchen sie schon jetzt sogenannte „Werkverträge“ aufzuschwatzen, in denen sie die bisherigen Wucherpreise und die Verpflichtung des Heizungsbetreibers, keinen anderen Feger zu bestellen, für zwei Jahre festschreiben wollen.
Jeder im Ort oder näherer Umgebung wohnende Schornsteinfeger ist ab 2013 aufgrund kurzer Anfahrtswege in der Lage, günstigere Preise als ein auswärtiger Feger anzubieten, was natürlich auch für die Bezirksinhaber gilt. Wer lässt sich vom Bezirksinhaber dann noch für ein Beratungsgespräch, z.B. wie man Holz richtig lagert, eine Rechnung überreichen? Bei freier Wahl des Fegers fällt das dann mit in dessen Aufgabenbereich und dürfte wohl kaum extra berechnet werden, wie das bisher bei den Bezirksinhabern üblich ist. Auch kann die Beratungsgespräche vor der Aufstellung einer Heizungsanlage bis zur Abnahme jeder freie Feger durchführen, wodurch sich derzeitig überhöhten Forderungen des Bezirksinhabers in diesem Bereich vermeiden lassen.
Zusammenfassend ist also damit zu rechnen, dass die Zusatzkosten durch sinnlose Scheintätigkeiten der Bezirksinhaber nachfolgende Kosten entstehen können, zumindest versuchen die das durchzusetzen:
Feuerstättenschau: 30,00 € 2x in sieben Jahren
Fahrpauschale: 8,00 € 2x in sieben Jahren
Feuerstättenbescheid: 10,00 € 1x in sieben Jahren
Kehrbuchführung: 10,00 € 7x in sieben Jahren
Grundwert/Grundgebühr: 10,00 € (2 bis 7x in sieben Jahren)
Wenn es den Bezirksinhabern gelingt auch für die Kehrbuchführung eine Gebühr durchzusetzen und da werden die diese jedes Jahr haben wollen, kommt man dann auf 176 € bis 226 € in sieben Jahren, also 25€ bis 32 € pro Jahr.
Unbeliebte Bezirksinhaber, denen die freiwillige Kundschaft den Rücken kehrt, können dann zumindest mit 25 € mal 3.000 Liegenschaften gleich 75.000 € also 6.250 € monatliche Einnahmen rechnen. Damit kann man schon fast ohne nur einen Finger krumm zu machen, ganz gut leben. Zieht man die geringen Ausgaben ab: Computer, Schreibpapier, Briefmarken, Fahrrad, Steuern …, lebt der auch weiterhin wie die Made im Speck.
Nimmt man keine freien Feger in Anspruch, wird das natürlich nicht billiger, denn für die Fege-, Mess- und Inaugenscheinnahmen (auch Abgaswegkontrolle), stellen sich die Bezirksinhaber zusätzlich die bisherigen Wucherpreise mit einem Aufschlag von 20% vor. Wohl gemerkt, sie stellen es sich vor. Ob das so durchgehen wird?