Gefunden in einem Fegerforum. So denken die Gesellen:
Ein Geselle, der sich „Kleiner Bruder“ nennt, will sich gern selbständig machen.„Ich beschäftige mich schon seit über drei Jahren mit dem Thema "Selbständigkeit" und habe die oben genannten Punkte natürlich genauestens bedacht. Die Mehrheit der Kunden fragen schon seit Jahren wann ich mich denn endlich selbständig machen kann. Die sind mit ihrem BSM nämlich ziemlich unzufrieden. Die Kacke wäre eigentlich schon längst am Dampfen, wenn ich nicht immer wieder meinem Chef aus der Klemme helfen würde (bin ja z.Zt. noch auf Ihn angewiesen). Ein gutes Polster habe ich mir in den 13 Jahren als Geselle auch angefuttert (habe keine Kinder!) und die Räumlichkeiten würden für drei Betriebe reichen (großes Haus mit Nebengebäuden). Vor zwei Jahren habe ich auch schon einen Existenzgründerseminar besucht, denn es war schon damals vorauszusehen was im Schornsteinfegerhandwerk passieren wird (auch wenn das die BZ´s immer großkotzig verneint haben)… Das einzige was jetzt noch fehlt, ist der Meistertitel, aber der ist auch schon in Arbeit.
@ alle Gesellen: Haut rein und macht es den Meistern nicht so leicht! Lasst euch nix erzählen und verkauft euch nicht "unter Preis". Immerhin geht ohne uns "Lakaien" gar nichts!!!
Ich bin bereit!“
„Kleiner Bruder“
@StadtFeger: Hast ja recht, eigentlich ist das auch nicht mein Stile, aber ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass die guten Meister eine Ausnahme sind. Mir gefallen die Dollarzeichen in den meisten Augen der BSM´s nicht. Ich finde immer noch das der Kunde an erster Stelle steht, und nicht das Geld. Wir sind und bleiben Dienstleister und sind nicht die "Elite des Handwerks" (Zitat eines Vorstandes in der Innung) …
Bezirksschornsteinfeger „Uwe“ aus Berlin antwortet und will ihm das mit allen Mitteln ausreden, denn Konkurrenz kann man nach wie vor nicht gebrauchen. Ein Schreckgespenst, wenn sich die Gesellen selbständig machen und den Bezirksinhabern die Einnahmen streitig machen. Möglichst soll alles so bleiben wie es ist, das wird es aber nicht. 
„Also „Kleiner Bruder“. Ich glaube nicht dass das was wird:
Wie viele Kunden glaubst du wirst du haben ? Wieso sollten die gerade dich nehmen ?
Wie sieht deine Ausrüstung aus? Ein Besen allein wäre etwas wenig. Messgeräte musst du nicht nur haben sondern auch halbjährig prüfen lassen. Irgendwie musst du auch zu deinen Einsatzstellen hingelangen, also ein Betriebsfahrzeug wäre schon nicht schlecht. Und dann natürlich noch eine Werkstatt und ein Büro. In welchen Organisationen bist du, die dich vielleicht mal darüber informiert wenn sich wieder mal irgendwas ändert ? Neben einen Berufsverband musst du aber mindestens in der Handwerkskammer und in der Berufsgenossenschaft sein. Hast du daran gedacht dass das Geld was du einnimmst nur zu einen ganzen geringen Teil dir gehört ? Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung wollen Geld. Und Steuern solltest du auch zahlen. Daneben noch ein Steuerberater und was sonst noch so da ist. Eine Betriebshaftpflicht solltest du auch haben und ideal wäre es wenn du auch eine Versicherung hättest damit du nicht sofort Pleite bist wenn du vielleicht mal einen kleinen Unfall hast. Denk auch daran das du höchstwahrscheinlich laue Zeiten überbrücken musst. So ein Geschäft ist nur in den Träumen gleich ein Riesenerfolg. Du solltest einiges an Geld auf der hohen Kante haben um solche Zeiten zu überbrücken. Besonders am Anfang wirst du enorme Kosten haben. Denk auch daran, dass du werben musst. So etwas kostet nicht nur Geld sondern auch viel Zeit. Dann solltest du jemand zumindest am Telefon sitzen haben. Tut mir leid, aber ich halte das Ganze für ziemlich Naiv. Ich glaube nicht das du es länger als ein halbes Jahr aushältst.“
Quellenangabe:
http://www.schornsteinfegerforum.de/thread.php?threadid=1653&threadview=0&hilight=&hilightuser=0&page=2