Autor Thema: Schornsteinfeger aktuell  (Gelesen 3666 mal)

Gerd aus Strausberg

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Re: Schornsteinfeger aktuell
« Antwort #15 am: Dez 30, 2011, 14:30 »
Wieder Kohlenmonoxidvergiftung in Berlin, trotzdem der Schornsteinfeger gut ein halbes Jahr zuvor kontrolliert hatte.

Der Durchschnittsbürger fühlt sich nach dem Besuch des „Glücksbringers“ ganz sicher, dass ihm nichts passieren kann, er kann nicht wissen, dass er durch den Schornsteinfeger betrogen und belogen wurde. Die Zeit dieser „Kontrolle“, die angeblich „unabhängig“ ermittelt wurde, liegt bei weit über einer Stunde! Fünf Minuten bis zum Verlassen des Hauses, aber für mehr als eine Stunde kassieren, ist da schon ganz schön krass.

Da sagen die Feger immer: "Sicherheit verträgt keine Konkurrenz!“ Genau das Gegenteil ist der Fall. Hätte der Feger Konkurrenten, könnte er es sich nicht leisten, den Bürger so zu betrügen und ihm für fünf Minuten den Preis von weit über einer Stunde abzunehmen. Er müsste sich etwas einfallen lassen, um dem Bürger diesen Preis zu erklären, oder er müsste wirklich kontrollieren. Bisher kann er sich das als Alleinherrscher über seinen Kehrbezirk leisten, der Bürger ist machtlos! Deshalb bin ich der Meinung, Sicherheit benötigt unbedingt Konkurrenz!

Gerd aus Strausberg

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Re: Schornsteinfeger aktuell
« Antwort #16 am: Dez 30, 2011, 21:32 »
Wieder Kohlenmonoxidvergiftung in Berlin, trotzdem der Schornsteinfeger gut ein halbes Jahr zuvor kontrolliert hatte.

Da sagen die Feger immer: "Sicherheit verträgt keine Konkurrenz!“ Genau das Gegenteil ist der Fall. Hätte der Feger Konkurrenten, könnte er es sich nicht leisten, den Bürger so zu betrügen und ihm für fünf Minuten den Preis von weit über einer Stunde abzunehmen. Er müsste sich etwas einfallen lassen, um dem Bürger diesen Preis zu erklären, oder er müsste wirklich kontrollieren. Bisher kann er sich das als Alleinherrscher über seinen Kehrbezirk leisten, der Bürger ist machtlos! Deshalb bin ich der Meinung, Sicherheit benötigt unbedingt Konkurrenz!

„Wer misst, macht keine Wartung. Wer wartet, macht keine Messung.
Deutliche Worte von Hans-Günther Beyerstedt, dem zuständigen Bundesinnungsmeister, sehen den flächendeckenden Service durch die Schornsteinfeger in Deutschland gesichert, weitere Länder in Europa werden das System adaptieren.“

So schon die „deutlichen Worte“ von Beyerstedt 2006, doch wo sind die Staaten, die unbedingt das deutsche Fegersystem übernehmen möchten? Europa lacht über das deutsche System, niemand will und wird es übernehmen. Bereits seit Jahrzehnten reden die Feger davon, wie gerne alle europäischen Länder das deutsche Zwangsfegermonopol übernehmen wollen, doch nichts geschieht, es ist nur warme Luft, die da ausgestoßen wird. Beyerstedt lässt nicht locker, er klammert sich an ein mittelalterliches Monopol.

„Würden nicht nur die Wärmeerzeuger, sondern die gesamte Heizungsanlage auf Fehler überprüft, könnten beträchtliche Energieeinspareffekte erzielt werden. Denn inzwischen ist ein großer Anteil der Schornsteinfeger zum Energieberater aus- und weitergebildet worden. Hier deutet sich ein möglicher Weg an, die Energieeffizienz bestehender Anlagen in der Zukunft zu verbessern“, so Beyerstedt.

Da ist sie wieder, die Forderung nach Ausdehnung der Fegerzwangstätigkeiten. Es reicht nicht, dass sie die Be- und Entlüftungsanlagen in den neuen Bundesländern, auch im privaten Bereich, scheinüberprüfen und scheinreinigen und damit enorme Einnahmen erzielen, denn jeder Mieter in den Plattenbauten darf zahlen, das summiert sich und wohl dem Feger, der ganze Plattenbausiedlungen „sein Eigen nennt“. Jetzt sollen die Bürger weiterhin und zusätzlich durch Zwangsberatungen gebeutelt werden.


„Die Sicherheit flächendeckender Prüfungssysteme ist scheinbar alternativlos und lässt die Monopoldiskussion langsam verflachen“, sagt Beyerstedt. Vielleicht hat er Recht, aber was haben die Schornsteinfeger damit zu tun? Wäre das nicht ausnahmslos die Aufgabe von Fachleuten aus dem Heizungsbereich? Der Feger darf ohnehin nicht an den modernen Heizungsanlagen rumfummeln, dazu hat er weder eine Qualifikation noch eine Berechtigung. Reduzieren wir doch die 20.000 deutschen Feger auf 2.000 und sie haben durch ehrliche Arbeit im Bereich der Schornsteinkehrungen genug Arbeit, diese auf Wunsch der Kunden durchzuführen, die restlichen 18.000 sollten eine Umschulung auf einen anständigen Beruf durchführen.

Quelle:
http://www.haustechnikdialog.de/News/5941/Wer-misst-macht-keine-Wartung-Wer-wartet-macht-keine-Messung-

Gerd aus Strausberg

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Re: Schornsteinfeger aktuell
« Antwort #17 am: Dez 31, 2011, 00:44 »
Warum Nachwuchs für ein aussterbendes Handwerk, die Schornsteinfeger?

„Der diesjährigen "Tag des Schornsteinfegers" am 20. Oktober 2011 stand ganz unter dem Thema Nachwuchswerbung für unser Handwerk. Für die Präsentation unseres Berufes am Tag des Schornsteinfegers konnten wir einige Kollegen gewinnen, die unser Handwerk in verschiedenen Haupt-, Werkreal- und Realschulen vorgestellt haben“, so propangieren es die Schornsteinfeger.

Warum Nachwuchs bei den Schornsteinfegern, wenn es in Deutschland 18.000 Feger mehr gibt, als gebraucht werden und die Kosten, die den Bürgern durch unsinnige Fegertätigkeiten per Gesetz aufgebürdet werden, eingespart werden könnten, wenn man die Anzahl der Feger auf maximal 2.000 verringern würde? Diese Anzahl reichte aus, alle Arbeiten zu erledigen, auch wenn sie per Gesetz den Fegern zugeschoben werden würden. 2.000 Feger sind noch zu viel, wenn man bedenkt, dass auch Heizungsbauer und andere Betriebe, die nicht durch das Fegermonopol bevorzugt werden, von den unsinnigen Fegertätigkeiten zu weitaus günstigeren Preisen ihre Tätigkeiten anbieten könnten.

http://www.schornsteinfegerinnung-fr.de/?nav=bw_fr&bereich=75&detail=145

http://www.schornsteinfeger.de/?nav=ziv&bereich=109&detail=299

TWMueller

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Re: Schornsteinfeger aktuell
« Antwort #18 am: Dez 31, 2011, 20:44 »
„Die Sicherheit flächendeckender Prüfungssysteme ist scheinbar alternativlos und lässt die Monopoldiskussion langsam verflachen“ sagt Beyerstedt.

Und wenn alle deutschen Bürger in Einheitskleidung nur das tun dürfen, was nach frühzeitiger Anmeldung von einer regierungsamtlichen Sicherheitskommission genehmigt wurde, kann das RISIKO des Lebens wohl noch weiter verringert und Kosten gesenkt werden.

Diejenigen, die absoluten Wert auf Sicherheit legen, sollten vielleicht in einen geschützten Käfig umziehen. Und damit sie sich nicht an den Gittern stoßen, sind diese vorsorglich mit Schaumstoff ummantelt. Und wöchentlich kommen die Schornsteinfeger, um den CO-Gehalt im Käfig zu messen. Vielleicht könnten diese "Glücksbringer" ja auch noch die Nahrung der Käfig-Bewohner vorkosten. Sicher ist schließlich sicher.

ICH jedenfalls möchte nicht in den Käfig eines STAATLICHEN SCHUTZ-SYSTEMS ziehen. Lieber FREI und mit täglicher Konfrontation mit den Risiken, die das Leben eben so mit sich bringt. ICH brauche KEINE STAATLICHEN AUFPASSER und KONTROLLEURE in meiner Wohnung. Es muss eine klare Grenze geben, die der Staat nicht ohne Not überschreiten darf. Und diese Grenze ist die Haustür der Bürger.
« Letzte Änderung: Dez 31, 2011, 20:46 von TWMueller »
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Re: Schornsteinfeger aktuell
« Antwort #19 am: Jan 05, 2012, 21:30 »
Die „Märkische Oderzeitung“ berichtet: Der Aldi unter den Fegern: Ein Berliner hebelt Schornsteinfeger-Monopol in Brandenburg aus:

Seelow (MOZ) Das Schornsteinfegermonopol in Deutschland soll 2013 fallen. Viele Hausbesitzer können es kaum erwarten, ihren Schornsteinfeger frei wählen zu können. Mancher versucht schon jetzt, ein Schlupfloch zu nutzen. Der Gastwirt Philipp Lissel hat seinem zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister Mario Glenz und dem deutschen Schornsteinfegermonopol den Kampf angesagt. Die „selbstherrliche Terminvorgabe“  ;D seines zuständigen Schornsteinfegers habe ihn seit Jahren geärgert ...

Strausberg/Frankfurt/Oder:   Die „Märkische Oderzeitung“ berichtet:

… untereinander kämpfen die deutschen Schornsteinfeger um Pfründe. In Berlin gab es jetzt eine Entscheidung, die den freien Schornsteinfegern den Rücken stärkt.

… Roman Heit ist einer von etwa 100 freien deutschen Schornsteinfegern. Der Berliner Senat hatte ihm im Sommer vorigen Jahres das weitere Arbeiten in der Hauptstadt in Diensten eines österreichischen Rauchfangkehrermeisters untersagt … der Senat hat seine Unterlassungsklage zurückgezogen. Das hat über Berlin hinaus Folgen ...
 
… "Brandenburg wollte wahrscheinlich das Berliner Urteil abwarten", … denn anders als in Berlin ist die Potsdamer Landesregierung nicht gegen … (Roman Heit) … vorgegangen. Dabei war Heit nach dem "Berufsverbot in Berlin", wie er sagt, nach Brandenburg ausgewichen, hatte mehrfach unter anderem im Raum Potsdam gefegt und gemessen ... und bei Gastwirt Lissel in Seelow …
 
... die Berliner Hauseigentümer, die den freien Schornsteinfeger engagiert hatten, waren vom Senat dazu verdonnert worden, ihre Heizanlagen erneut überprüfen und reinigen zu lassen - diesmal vom zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister. Das kommt den Senat jetzt offenbar teuer zu stehen: "Die Kunden können sich das doppelt gezahlte Geld vom Senat zurück holen"… der Senat will auch die Anwalts- und Gerichtskosten erstatten ...
 
… an Anfragen interessierter Kunden mangele es ihm nicht, sagt Roman Heit, der sich im Kampf gegen die organisierten deutschen Kehrbezirksinhaber "wie David gegen Goliath" sieht …

… konzentriert sich der Kampf der Vertretungen der etablierten Bezirksschornsteinfegermeister gegen die freien Kehrer. Doch das Ende des Streits der Männer in schwarz ist in Sicht: in zwölf Monaten …

Quellenangaben:
http://www.moz.de/nachrichten/brandenburg/artikel-ansicht/dg/0/1/1003578/

http://www.schornsteinfegerforum.de/thread.php?threadid=1850&sid=f3c9ca9d2ab5688ba686f95dbaaeb300
« Letzte Änderung: Jan 05, 2012, 21:46 von Gerd aus Strausberg »

Gerd aus Strausberg

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Re: Schornsteinfeger aktuell
« Antwort #20 am: Mär 21, 2012, 09:11 »
Kann das deutsche Schornsteinfegersystem Unfälle durch Heizungsanlagen verhindern?

Bei einer Explosion ist in Mecklenburg-Vorpommern ein Einfamilienhaus völlig zerstört worden. Ein Mann wurde schwer verletzt gefunden. Eine weitere Bewohnerin wird noch gesucht. Die Heizung des Hauses soll mit Flüssiggas betrieben worden sein.

Quelle:
http://www.arcor.de/content/aktuell/news_panorama/92243560,1,content,Hausexplosion+in+Mecklenburg-Vorpommern.html

Gerd aus Strausberg

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Re: Schornsteinfeger aktuell
« Antwort #21 am: Apr 12, 2012, 18:01 »
Interessanter Beitrag vom 29.02.2012 verfasst von:  obnienhagen

Ostseebad Nienhagen MV

Aufklärung für die Bewohner

Offensichtlich werden die Bürger von den Schornsteinfegern abgezockt Schornsteinfeger begehen offensichtlichem Betrug bei den Überprüfungsarbeiten an Gas- und Ölheizungen der Bürger. Sie stellen Rechnungen aus für die Überprüfungsarbeiten, auch wenn es keine Beanstandungen gibt. Das ist offensichtlich verboten lt. Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 25.8.1999: BverG 8 C 12/98.
In der Region um Ostseebad Nienhagen war das in den letzten Jahren der Fall, die Überprüfungsarbeiten der Gas- und Ölheizungen, die keine Beanstandungen ergeben haben wurden trotzdem vom BSM Janssen in Rechnung ausgestellt…

Ganzen Beitrag lesen!

Quelle:
http://obnienhagen.wordpress.com/2012/02/29/schornsteinfegerabzocke/#more-104

TWMueller

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Re: Schornsteinfeger aktuell
« Antwort #22 am: Apr 12, 2012, 21:15 »
Auch bei dem o.a. Beispiel wird deutlich, wie widersprüchlich und ungenau der Gesetzgeber im Bereich "Schornsteinfeger" gearbeitet hat.
Auf der einen Seite soll durch das SchfHwG in Verbindung mit der KÜO angeblich die "Öffentliche Sicherheit" bewahrt werden, auf der anderen Seite gibt es dann auch noch den Umweltschutz, für den Bestimmungen im BImmSchG und der entsprechenden Verordnung festgelegt sind. Gemeinsam ist beiden Aspekten, dass der "Bezirksschornsteinfeger" ziemlich exklusiv tätig werden darf.

Der Bürger jedoch kann auch nicht ansatzweise unterscheiden, welche der geforderten Tätigkeiten des Fegers denn nun genau welchem Gesetz und welchem Zweck dienen soll. Wer einen Feuerstättenbescheid vorliegen hat, möge doch testweise nur mal nachsehen, ob darin auch nur ansatzweise ausgeführt ist, welche ARBEITEN genau durchgeführt werden sollen. Also, was genau soll z.B. gemesssen werden?

Insgesamt ist dieses gesamte Konstrukt ein einziger großer "Schwindel" (man könnte auch drastischere Worte finden).

Einzig die teilweise Zuständigkeit des Umwelt-Ministerium scheint nachvollziehbar. Geht es doch um den Artenschutz, den Schutz des ansonsten aussterbenden Berufs des "Schornsteinfegers". Denn ohne die besonderen gesetzlichen Protektionen des Gesetzgebers wäre dieser Beruf als EIGENSTÄNDIGES Handwerk wohl schon untergegangen oder zumindest zur Randerscheinung verkümmert. Denn in heutigen Zeiten sind für die Wartung und Kontrolle moderner Heizungsanlagen ANDERE Berufsfelder weitaus besser qualifiziert. Man macht ja auch keinen Strassenkehrer zum "Kontrolleur für Brückensicherheit".
« Letzte Änderung: Apr 12, 2012, 21:17 von TWMueller »
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Re: Schornsteinfeger aktuell
« Antwort #23 am: Apr 29, 2012, 19:55 »
CO-Vergiftung in Wuppertal vor drei Jahren.

Schornsteinfeger jetzt angeklagt:


Vor beinahe drei Jahren kam es zu einem Unfall durch Kohlenmonoxid.  Eine Wuppertalerin wurde dabei lebensgefährlich verletzt, weil aus einer Therme CO ausströmte, die der Schornsteinfeger drei Tage zuvor zwangsüberprüft hatte. Im Mai muss sich der Schornsteinfeger wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Der Feger hat übersehen, dass die Abgasklappe nicht öffnete, außerdem war der Wärmetauscher verschmutzt. Hier kann ich mir gut vorstellen, dass diese „Überprüfung“ so ablief, wie ich es seit einem Jahrzehnt auch gewohnt bin. Feger nimmt Gasheizung „in Augenschein“, natürlich nur von außen. Es wird nichts kontrolliert, er macht lediglich eine Abgasmessung. Nach fünf Minuten verschwindet er wieder und schickt mir eine Rechnung von 60 Euro. Zuvor sagt er noch „Alles in Ordnung!“ – eine glatte Lüge, denn er weiß es nicht, da er es nicht überprüft hat, aber in 99,99 % aller Fälle geht das gut.


Quelle:
http://www.rga-online.de/rga_106_110023646-2-_Bergische-Nachrichten.html