Schornsteinfeger – Das Ende?Ihren Ruf als Glücksbringer müssen Schornsteinfeger jetzt bitter verteidigen. Sofern das viele Mieter noch immer nicht mitbekommen haben, dass ihre Mieten durch sinnlose Scheindienstleistungen der selbst ernannten Glücksbringer in die Höhe getrieben werden, machen vor allem Hauseigentümer gegen diesen mafiösen Berufsstand und seine unglaublichen Privilegien mobil. Der Feger bringt kein Glück, er holt nur unser Geld. Schornsteinfeger raus aus unseren Häusern, schrie da einst die FDP, keine Abzocke mehr, Schornsteinfeger-Monopol abschaffen, nicht mehr schikanieren lassen durch die Fronherren, die Kehrbezirksbesitzer. Keine doppelten Prüfungen mehr, keine Zwangskehrungen unter Polizeischutz durch die Fronherren.
Die Europäische Kommission in Brüssel sah bereits vor zehn Jahren 2001 in den Sonderrechten für deutsche Schornsteinfeger einen Verstoß gegen die Dienstleistungs- und Niederlassungsfreiheit. Sie forderte die Bundesregierung auf, Änderungen zu veranlassen und drohte mit Sanktionen, ein Vertragsverletzungsverfahren wird in Aussicht gestellt. Kurz vor Ablauf der Frist, schickte Wirtschaftsminister Michael Glos Eckpunkte einer Reform an die EU-Kommission. Die Eckpunkte waren eher eine Provokation als eine Erneuerung, denn er belässt alles beim Alten, es werden keine oder kaum Änderungen vorgelegt, eher alles nur nach altem „Recht“ neu be- und umschrieben. Von Wettbewerb kann beim Glosvorschlag keine Rede sein. Am Monopol der Kehrbezirke soll sich nichts ändern.
Seit dem dritten Reich ist die ach so heile Welt der Schornsteinfeger konkurrenzlos aufgeteilt. Es gibt festgeschriebene kleine Reiche, in denen niemand eine Dienstleistung anbieten kann, die sich gegen die Interessen der Feger richtet. 8000 Kehrbezirksinhaber haben in Deutschland jeweils einen Bezirk unter sich festgeschrieben, ganz Deutschland ist so aufgeteilt, ein Schlaraffenland für Schornsteinfeger. In diesen Bezirken herrscht keinerlei Wettbewerb. Wer nach einer durchschnittlichen Wartezeit von gut einem Jahrzehnt seinem bisherigen Bezirksbesitzer treu dient, für ihn die Drecksarbeit macht, so das der nur noch kassieren muss, erhält einen eigenen Kehrbezirk als Belohnung und hat somit für den Rest seines Lebens ausgesorgt. Er tut so als kontrollierte er Heizungen. Solange es im letzten Jahrhundert Öfen und Kochfeuerstätten in Küchen gab, konnte man dem Treiben auch noch eine gewisse Berechtigung zusprechen. Nachdem die Feuerstätten modern wurden, begann der Feger Abgaswerte zu messen und säuberte saubere Abgasrohre von Brennwertheizungen, er schaute ob Dohlen, die eventuell ein Nest in einem Abgasrohr gebaut hatten. Dem Erfindungsgeist von unsinnigen Tätigkeiten war da keine Grenze gesetzt und der Staat unterstützte die Feger in diesem Treiben so gut er konnte.
Es ist an der Zeit, dass man den monopolistischen Schornsteinfegerzwang inklusive der Kehrbezirke aus dem Dritten Reich abschafft. Diese Bezirke hatten im dritten Reich einen makabreren „Sinn“, denn der Bezirksinhaber, der Parteimitglied in der NSDAP sei, oder gar dem „Blutorden“ angehören musste, sollte zu jeder Tages- und Nachtzeit zu allen Häusern seines Bezirkes Zutritt haben, um illegal versteckte Kommunisten, Zigeuner und Juden zu finden und an die Gestapo zu übergeben. Der heutige Staat dreht auf Drängen der Feger und in deren Sinne immer weiter an der Gebührenschraube und treibt somit mittelbar die Wohnungskosten für Mieter und Hausbesitzer gleichermaßen in die Höhe. Die sich selbst zu „Glücksbringern“ ernannten Feger sind heutzutage nur noch Ausdruck wettbewerbsfeindlicher Abzocke und Terror gegen die Bevölkerung. Die modernen Heizungsanlagen haben nichts mehr mit den dreckschleudernden Heizungen aus den letzten beiden Jahrhunderten zu tun. Der Sinn des staatlich verordneten Kehrmonopols hat sich daher schon sehr lange überholt.
Wie hat sich das Verhältnis der Umsätze im Schornsteinfegergewerbe in den letzten zehn Jahren entwickelt? Nach Angaben des ZIV lag im Jahr 2001 der durchschnittliche Gesamtumsatz pro Schornsteinfegerbetrieb bei rund 127 000 Euro, im Jahr 2004 bei rund 132 000 Euro und im Jahr 2006 bei rund 134 000 Euro. Die Umsätze sind in den letzten Jahren damit moderat gestiegen und sollen weiter steigen, wenn sich da der 01.01.2013 nicht unerbittlich nähern würde.
Quelle:
http://www.homburger.de/files/2439/1607269.pdfDie FDP-Führung versprach vor der Wahl sich dafür einzusetzen, dass die Schornsteinfeger aus den Häusern verschwinden oder nur noch auftauchen, wenn sie vom Kunden gerufen werden. Ein nicht zu verkennender Aspekt bei den Wahlen, bei denen die FDP ordentlich punktete, aber nachher von den Versprechungen nichts mehr wissen wollte. Die Frau Homburger hatte in einem Forum vor der letzten Wahl in Berlin in der Turnhalle der Klingenberg-Oberschule lautstark verkündet: „Schornsteinfeger raus aus meinem Haus!“ Dazu habe ich ein tolles Bild gefunden, was den Wahlbetrug der FDP belegen kann. Wenn ich schon lüge und die Bürger betrüge, kann ich mich doch anschließend nicht dazu hinreißen lassen, mich im Gleichschritt mit den Fegern, die ich zuvor zu bekämpfen gelobt habe, zu zeigen, was für ein unehrlicher Charakter, was für eine Partei.
Quelle:
http://www.schornsteinfegerinnung-fr.de/bilder_bw/org/neujahrsempfangbild1.jpg