Selbsternannte Glücksbringer mit großen Taschen
Schon im Januar 2010 hat eine bundesweit geltende Kehr- und Überprüfungsordnung alle bisherigen Landesordnungen abgelöst. Die Schornsteinfeger „kontrollieren“ jetzt einmal jährlich die Betriebs- und Brandsicherheit der Öl- und Gasheizungen, das heißt sie tun so, als ob sie es täten. Dabei bemerken sie nicht einmal, wenn das Abgasrohr mit Papier zugestopft ist, so wie in Berlin geschehen. Daran erkennt man die Sinnlosigkeit ihrer Tätigkeiten. Nur noch alle zwei Jahre kommt eine sogenannte Umweltschutzmessung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz hinzu, eine ebenso sinnlose Tätigkeit, um 20.000 Schornsteinfegern das Leben zu versüßen. Ganz moderne Heizungen werden nur noch alle drei Jahre vom Feger mit Zaubersprüchen belegt. Das bedeutet natürlich weniger Arbeit für die bundesweit 20.000 Beschäftigten des Schornsteinfegerhandwerks. Man möchte glauben, dass dann ihr Einkommen auch zurückgeht, aber da irrt man sich ganz gehörig. Die Schornsteinfeger haben seit dem dritten Reich eine überstarke Lobby aufgebaut, die von den Geldern aller Bürger auch noch finanziert wird. In der Maiausgabe vom „Mietermagazin“ steht dazu: „Die bundesweite Kehrordnung sieht vor, dass die verrichteten Arbeiten mit einem Arbeitswert als Pauschale für die An- und Abfahrt zu multiplizieren sind. Dieser Arbeitswert ist doppelt so hoch, wie er zuvor in den einzelnen Bundesländern war. Wer sich weigert zu zahlen, bekommt schnell Post vom Bezirksamt, das hier als „Inkassobüro“ einspringt, da der Bezirksschornsteinfegermeister „hoheitliche Aufgaben“ wahrnimmt. Aber all das ist den Schornsteinfegern, die ja eigentlich Glück bringen sollen, offensichtlich nicht genug. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie stimmt gerade den „Entwurf einer Verordnung zur Änderung der Kehr- und Überprüfungsverordnung“ mit anderen Bundesressorts ab (das war im Mai 2011). Danach sollen die Arbeitswerte für die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg von 6,2 auf 8,2 erhöht werden – eine Steigerung um 32 Prozent.“