Autor Thema: Erpresser Schornsteinfeger und Beihilfe durch das Landratsamt  (Gelesen 6138 mal)

H. Gusinde

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Hallo liebe Hausbesitzer und Kampfgenossen,
hier ist meine aktuelle Geschichte zum Thema Feuerstaettenbescheid 2013:

Ich frage mich immer wieder:
1.   Was ist eine Feuerstaette?
2.   Wer braucht den Feuerstaettenbescheid?
3.   Welche Rolle spielt das Landratsamt?
4.   Mit wem kann/soll man einen Wartungsvertrag abschließen?
 
Seit mehr als 12 Jahren wird auf meinem Anwesen ausschließlich eine raumluftunabhaengige Brennwert Gasheizungsanlage mit Kollektoren zur Warmwasserversorgung betrieben. Da gibt es für den Schornsteinfeger nichts mehr zu kehren und zu warten, was nicht ohnehin schon in den Wartungsverträgen der dafür zustaendigen Heizungs- und Solarfirmen geregelt ist!

Für die - in meinem Falle -  im Abstand von 5 Jahren durchzufuehrende Feuerstaettenschau, einschließlich der Pruefung der Betriebs- und Brandsicherheit, ist ab 01.01.2013 nicht mehr zwingend der für unser Wohngebiet zustaendige und bevollmaechtigte Bezirksschornsteinfeger erforderlich. Leider kann aber aus gesetzlichen Gruenden (wegen dem Feuerstaettenbescheid) noch nicht ganz auf diesen „Gluecksbringer“ verzichtet werden!

Unser dafür zustaendige „Feger“ bemueht sich deshalb auch seit Anfang des Jahres 2012 mit mir einen Vertrag über die Durchfuehrung von Schornsteinfegerarbeiten abzuschließen, wo es doch nichts zu fegen gibt!  Bisher jedenfalls erfolglos! Denn für mich als Vertragspartner sind naemlich seine Formulierungen zum Vertragsgegenstand und zum Leistungsumfang voellig untauglich, wenn er sich lediglich auf Paragraphen mit unbekannten Rechtsverordnungen stuetzt und bei der Verguetung auf einen nicht einzuordnenden Arbeitswert (1,10 €) verweist! Schließlich will man wissen, was an dieser Gasheizungsanlage vom Schornsteinfeger eigentlich gemacht wird und was das am Ende kostet! Bei meiner Feuerstaette ist eine Feuerstaettenschau naemlich mit keinerlei Kehrarbeiten verbunden. Ein verstaendlich formulierter und rechtsgueltiger Wartungsvertrag mit einem „Handwerker“ sieht anders aus! Ich erwarte einen Vertrag der speziell auf die in dem betreffenden Anwesen installierte(n) Feuerstaette(n) eingeht! Weil er den  Vertragstext aber nicht aendern will wurde ihm zunaechst die Bankeinzugsermaechtigung entzogen!

Da der letzte Feuerstaettenbescheid das Datum 02.12.2009 traegt und den Hinweis auf den naechsten Termin im Jahre 2014 (entspricht genau dem Fuenfjahresrhythmus) warte ich nun auf ein neues, akzeptables Vertragsangebot. 

Ploetzlich, zum 23.01.2013, meldete sich der Schornsteinfeger überraschend zur Feuerstaettenschau und ich verweigere ihm den Zutritt, weil hier immer noch der Vertrag fehlt.

Am 21.02.2013 schickt dann ploetzlich das Landratsamt ein Schreiben ueber das sogenannte Schornsteinfergerhandwerksgesetzes mit boesen Strafandrohungen und den Einsatz von Zwangsmitteln wegen Nichterfuellung von Kehrarbeiten die ich nicht fristgerecht, bis zum 14.02.2013, nachgewiesen habe!

Ab jetzt wird‘s kriminell: Denn das ist Noetigung wenn nicht sogar Erpressung mit Beihilfe durch das Landratsamt!

Der Schornsteinfeger will offenbar auf diesem Wege seinen unveraenderten Wartungsvertrag durchsetzen! Das wird sicherlich schwer, denn der Gesetzgeber (Landratsamt) muss endlich lernen Feuerstätten zu  unterscheiden, sonst gehoeren auch noch Kehrarbeiten an den Weihnachtskerzen dazu! Und hier liegt sicherlich das Problem dieser Zunft: Wartungsvertragstexte muessen moeglichst unpraezise und schleierhaft bleiben wenn man bedenkt, dass spaetestens eine Elektroheizung den „Gluecksbringer“ dann zum „Pechvogel“ macht!

Habe in Anbetracht dieser Sachlage kurzfristig um einen Gespraechstermin beim hiesigen Landratsamt gebeten, denn so kann das nicht weitergehen! Der Schornsteinfeger muss endlich zurueck an sein eigentliches Handwerk, naemlich an offene Feuerstaetten mit Seil, Kugel und Buerste, aber nicht an hochmoderne Gasheizungsanlagen die ja auch in einer Etagenwohnung stehen oder hängen können!

Ich bleibe dran und bin mal gespannt!

TWMueller

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Hier kommt ja Allerlei zusammen. Und leider werden auch die Begriffe nicht immer ganz zutreffend verwendet. Ich versuche daher mal, etwas zu sortieren und zu erläutern.

Die FEUERSTÄTTENSCHAU ist eine EXTRA Veranstaltung, die NUR DER BEZIRKSSCHORNSTEINFEGER PERSÖNLICH machen darf und die bis Ende 2012 alle 5 Jahre, jetzt 2 x im Bestellungszeitraum von 7 Jahren durchzuführen ist. Da im vorliegenden FEUERSTÄTTENBESCHEID als Datum für die nächste FEUERSTÄTTENSCHAU 2014 angegeben ist, ist diese somit aktuell kein Problem.

Die HANDWERKLICHEN Kehr-, Mess- und Prüf-ARBEITEN darf seit 2013 JEDER Schornsteinfeger durchführen. Der Gebäudeeigenümer ist hierbei verpflichtet, diese Arbeiten wie im FEUERSTÄTTENBESCHEID angegeben in AUFTRAG zu geben und fristgerecht nachzuweisen.

Und genau hierum scheint es im vorliegenden Fall zu gehen. Für irgendwelche Arbeiten (vermutlich die "Abgaswegeüberprüfung") wird wohl der JANUAR als Frist bestimmt worden sein. Wenn dann 14 Tage nach Fristende KEIN Formblatt über die Erledigung beim BEZIRKSSCHORNSTEINFEGER eingegangen ist, meldet er das Versäumnis seiner Aufsichtsbehörde.

Wenn dem so ist, wäre es dringend angeraten, den BEZIRKSSCHORNSTEINFEGER oder irgend einen anderen SCHORNSTEINFEGER umgehend mit der Durchführung der anstehenden Kontrollen (bei Gas wird NICHT gefegt) zu beauftragen.

Es ist hierbei NICHT notwendig, irgend einen SERVICE-VERTRAG abzuschliessen. Ein EINZEL-AUFTRAG genügt. Man sollte jedoch möglichst auf die vorherige Nennung eines STUNDEN-SATZES bestehen. Das System der Abrechnung nach "Arbeitswerten" gibt es seit dem 31.12.2012 NICHT MEHR. Als ganz normaler HANDWERKER muss nunmehr auch der Schornsteinfeger BRUTTO-END-PREISE gegenüber Endverbrauchern angeben (siehe Preissangabe-Verordnung).

Wenn KEIN Preis vereinbart wurde, schuldet man nach BGB nur den MARKTÜBLICHEN Preis. Man sollte daher auf die Uhr schauen, wann der SF kam und wie lange er gearbeitet hat.
Die AUSSER KRAFT GETRETENE ANLAGE 3 zur KÜO sah für allgemeine Arbeiten 0,8 AW pro Minute vor. Dies wären 48 AW pro Stunde mal 1,01 Euro zzgl. 19% USt.
Man kann somit durchaus von rund 60,- Euro BRUTTO pro EINSATZ-Stunde als marktüblich ausgehen. Und FAHRTKOSTEN kommen nunmehr auch nur noch dann hinzu, wenn entweder eine PAUSCHALE vereinbart wurde oder im Rahmen des TATSÄCHLICHEN AUFWANDS.

Für alle HANDWERKLICHEN Rechnungen kann sich der Schornsteinfeger zudem seit Anfang 2013 nicht mehr auf die Aufsichtsbehörde als INKASSO-Büro stützen. Er muss jetzt, wie jeder Handwerker, ggf. SELBST mahnen und klagen. Und vor dem AMTSGERICHT wird der Richter wohl einer entsprechenden Berechnung eines STUNDESSATZES folgen, da dieser auch für andere Handwerksberufe angemessen wäre.

Und abschließend noch mal ganz klar:
Auch wenn noch mal der Bezirksschornsteinfeger BEAUFRAGT werden muss, weil es noch nicht genügend Konkurrenz gibt, es gibt KEINEN Grund, einen länger-fristigen SERVICE-VERTRAG zu schliessen.
Beauftragen Sie nur EINE PRÜFUNG (möglichst zu einem STUNDEN-SATZ).
Und bis zum nächsten Termin bleibt dann Zeit, einen ANDEREN HANDWERKER zu finden.

BEZIRKSSCHORNSTEINFEGER wollen BEHÖRDE spielen und den KEHRBEZIRK VERWALTEN. Müssen wir wohl noch etwas so hinnehmen.
Aber BEHÖRDEN bekommen KEINE HANDWERKSAUFTRÄGE !
Jeder Hausbesitzer sollte daher die Mauscheleien der Politik mit der Feger-Lobby entgegen wirken und STRIKT TRENNEN:
Feuerstättenbescheid vom BEZIRKSSCHORNSTEINFEGER (BEHÖRDE),
alle ARBEITEN von einem ANDEREN SCHORNSTEINFEGER (HANDWERKER).
« Letzte Änderung: 27.02.13, 19:04 von TWMueller »
Thomas W. Müller
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    • Bei moderner Heiztechnik sind Schornsteinfeger/Kaminkehrer überflüssig; Schornsteinfeger-Kosten oft nutzlos und teuer
Der Schornsteinfeger muss endlich zurueck an sein eigentliches Handwerk, naemlich an offene Feuerstaetten mit Seil, Kugel und Buerste, aber nicht an hochmoderne Gasheizungsanlagen die ja auch in einer Etagenwohnung stehen oder hängen können!

Es gibt im High-Tech-Standort Deutschland nichts Überflüssigeres als Schornsteinfeger bei modernen Heizungen.

Die Schornsteinfeger-Lobby hatte es bisher geschafft, gesetzliche Vorschriften zu technisch sinnlosen "Überprüfungsarbeiten" bei moderner Heiztechnik durchzusetzen - zur Aufrechterhaltung der Bezirke aus der Nazizeit und als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Schornsteinfeger, wobei die Bezirks-Schornsteinfeger Kosten von meist weit über 200 EUR/Stunde für diese technische Nullnummern abkassieren durften.

Bei solchen Gas-Brennwertgeräten besteht meines Wissens ein "Überprüfungs"-Intervall von zwei bzw. drei Jahren, zuzüglich einer regelmäßigen Feuerstättenschau (etwa alle 3 1/2 Jahre ab 2013), bei der lediglich das geschaut wird, was eh schon vor einigen Jahren geschaut wurde und diese technische Sinnlosigkeit sowieso schon im Laptop des Schornsteinfegers gespeichert ist.

Eines Tages werden auch diese staatlich diktierten Betrügereien in die Mottenkiste gepackt werden .... wenn sich nach und nach immer weniger Leute sowas gefallen lassen.

 

Bei moderner Heiztechnik sind Kaminkehrer/Schornsteinfeger überflüssig. Einschränkungen des Grundrechts auf Unverletzlichkeit der Wohnung sind deshalb nicht mehr zulässig. Die betreffenden gesetzlichen Vorschriften sollten grundlegend entrümpelt und an die technische Entwicklung angepasst werden!

TWMueller

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... wobei die Bezirks-Schornsteinfeger Kosten von meist weit über 200 EUR/Stunde für diese technische Nullnummern abkassieren durften.

Nun, zumindest auf dem Papier sollte mit derartigen Mondpreisen Schluss sein. Die Preisbindung für HANDWERKLICHE Tätigkeiten ist ja seit dem 01.01.2013 Geschichte.

Leider sieht die Praxis dann doch etwas anders aus. Die Schornsteinfeger versuchen immer noch, nach dem veralteten System der "Arbeitswerte" abzurechnen. Sie übersehen jedoch, dass es weder einen gültigen Katalog gibt, welche Tätigkeit denn wieviel "AW" entspricht, noch dass ein rechtsverbindlicher Umrechungsfaktor von "AW" in EURO existiert.

Und rechtswidrig ist diese Mauschelei mit kaum nachvollziehbaren "Arbeitswerten" nunmehr auch noch. Die PREISANGABE-VERORDNUNG (übrigens vom selben BMWi, das auch die KÜO verschuldet hat) schreibt vielmehr vor, dass gegenüber ENDVERBRAUCHERN immer ein BRUTTO-END-PREIS anzugeben ist.

Es kann daher nicht oft genug wiederholt werden:
Fragen Sie VOR der Erteilung eines AUFTRAGS an irgend einen Schornsteinfeger nach dessen STUNDEN-SATZ (Brutto = inkl. Umsatzsteuer). Und fragen Sie dann auch gleich danach, ob noch irgend etwas hinzu kommt (Fahrtkosten, Feierabend-Zuschlag o.ä.).

Und wenn Ihnen der Schornsteinfeger keine KLARE PREISAUSKUNFT geben kann oder will, wenden Sie sich an die nächste VERBRAUCHERZENTRALE. Dort kann man notfalls sogar mit kostenpflivhtigen Abmahnungen auf die Einhaltung der im Handwerk üblichen WETTBEWERBSBEDINGUNGEN hinwirken.

Erst, wenn einige Schornsteinfeger Abmahngebühren oder Bußgelder gezahlt haben, wird wohl auch in den Köpfern der "schwarzen Bezirks-Fürsten" ankommen, dass die Zeiten der Monarchie im Kehrbezirk ein Ende gefunden hat. Trotz mehr als 4 Jahren Übergangszeit zwischen der Verabschiedung des Schornsteinfeger-Handwerks-Gesetzes (oder sollte man besser von "Schornsteinfeger-PROTEKTIONS-Gesetz" sprechen?) und dessen vollen Inkrafttreten Anfang 2013 ist es bei den Schornsteinfeger wohl immer noch nicht angekommen, dass sie nunmehr GANZ NORMALE HANDWERKER sind.

Jeder HAUSBESITZER sollte sie jedoch daran erinnern und auf KLAREN PREISANGABEN bestehen.
Und dass man einem Spezial-Gebäude-Reiniger keine z.B. 200,- Euro pro Stunde bezahlt, dürfte Jedem klar sein. Will Ihr Feger daher Phantasiepreise, winken Sie kurz UND SUCHEN SIE EINEN ANDEREN (mit realistischen Vorstellungen).
« Letzte Änderung: 28.02.13, 16:02 von TWMueller »
Thomas W. Müller
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Ohne Worte..... man kann es vergleichen  mit der " Aussendung der Sternsinger " in jedes Haus........wie sagt ein Bezirksschornsteinfeger im Interview bei 4:32.....der Landrat ist unser Chef......