Autor Thema: Feuerstättenschau durch geführt durch Mitarbeiter oder durch BSF  (Gelesen 4116 mal)

Joggi

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Meine Gasbrennbrennwert ist direkt unter dem Giebel im Dachboden montiert. Mit Hilfe einer Leiter aus der Etage darunter kann man durch eine Lucke die Feuerstätte erreichen.

Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger schickte seinen Mitarbeiter in den Spitzboden und hat ihm noch ein Handy in die Hand gedrückt und delegierte ihm die Verkleidung der Heizung ab zu montieren. Er selber beobachtet seinen Mitarbeiter von der Leiter aus ca. 4 Meter Entfernung. Mir selber wurde durch den Bezirksschornsteinfeger die Sicht auf dem Mitarbeiter versperrt, dadurch das der Feger auf der Leiter stand.
Zum Schluß fragte mich dann auch noch der Mitarbeiter wo in meinem [Haus] weitere Feuerstätten sind. Danach zogen die beiden von dannen.


Darauf hin habe ich die Aufsichtsbehörde die Frage gestellt:

Ist der ausgestellte  Feuerstättenbescheid gültig, da die Feuerstättenschau nicht selbst ständig durch den Bezirksschornsteinfeger durch geführt wurde?

Antwort des Bezirksschornsteinfeger:
Die Feuerstättenschau wurde am 18.05.2016 von mir persönlich im bei sein meines
Mitarbeiters durchgeführt. Alle relevanten Teile der Feuerstätte konnte ich ungehindert
einsehen. Der Mitarbeiter diente lediglich zur technischen Unterstützung.

Antwort der Aufsichtsbehörde:
Ihre Frage, ob die Bescheinigung über die Durchführung der Feuerstättenschau und
der darauf basierende Feuerstättenbescheid rechtsgültig ist, vermag ich nicht zu
beantworten.
Eine derartige rechtliche Überprüfung obliegt dem zuständigen Verwaltungsgericht,
welches im Falle einer von Ihnen etwaig eingelegten Klage den Feuerstättenbescheid
prüfen und entsprechend entscheiden wird.
Sollten Sie Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit des von BSF erlassenen
Feuerstättenbescheides haben, stelle ich Ihnen anheim, entsprechende Rechtsmittel
einzulegen.
Grundsätzlich gehört es zu den ausdrücklichen persönlichen Obliegenheiten des
Kehrbezirksinhabers, die Feuerstättenschau durchzuführen. Eine Delegation dieser
Arbeiten auf einen Mitarbeiter ist im Schornsteinfeger-Handwerkgesetz nicht ausdrücklich vorgesehen.
Herr BSF bestätigte mir auf entsprechende Nachfrage, dass er die Arbeiten sehr wohl persönlich, aber im Beisein seines Mitarbeiters durchgeführt habe. Eine solche Vorgehensweise ist nicht zu beanstanden.


Was nun?
Der BSF benötigt technische Unterstützung und kann die Feuerstättenschau nicht persönlich durch führen ...

Wie sollte man reagieren?



« Letzte Änderung: 10.08.16, 21:28 von Datko »

Araym

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Und wo ist nun das Problem?
Ist Ihnen bewusst was "Feuerstättenschau" bedeutet?

Um es mal auseinander zu nehmen, es werden "Feuerstätten" "beschaut"

Dass die beiden zu zweit aufgetaucht ist, ist rechtlich gesehen zu 100% Optimal, besser kann es gar nicht laufen!
Es wurden nämlich ZWEI unterschiedliche Tätigkeiten von ZWEI Unterschiedlichen Menschen zur GLEICHEN Zeit durchgeführt.

Wäre nur der Mitarbeiter gekommen? Rechtlich nicht zulässig weil dieser keine Feuerstättenschau durchführen darf
Wäre nur der Bevollmächtigte gekommen? Naja, dann hätte er ja zeitgleich freie und hoheitliche Tätigkeiten ausgeführt, kann man sich drüber streiten wie weit dies in Ordnung ist.
Wären beide zu Unterschiedlichen Terminen gekommen, um den Unterschied freie und hoheitliche Tätigkeiten zu unterstreichen, hätten Sie einen zusätzlichen Termin gehabt.

Der Meister war da, und hat Feuerstätten angeschaut, also eine "Feuerstättenschau" durchgeführt.

Die Messung und das auseinanderpopeln der Anlage was Sie gesehen haben und der Meister nicht persönlich gemacht hat waren "freie" Arbeiten nach Kehr und Überprüfungsordnung, die kann ein Meister durchführen, doch als bevollmächtigter, ist es besser wenn er es sein lässt.

Sie haben also erlebt wie es korrekt und zum wohle des Kunden durchgeführt wird, dies ließe sich nur noch toppen wenn Sie selbst einen freien Schornsteinfeger beauftragen der die freien Aufgaben durchführt.

Die Aufsichtsbehörde hat nur bewiesen dass keine fachliche Kompetenz vorhanden ist um das geschehene richtig zu beurteilen, weil diese offensichtlich auch nicht den Ablauf einer Feuerstättenschau kennt.

In ~3 Jahren wird wohl der Meister alleine bei Ihnen auftauchen, sich einmal kurz die Feuerstätte anschauen, und wieder gehen, keine Messung, kein Mitarbeiter, kein teures Werkzeug.

Joggi

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to Araym
tolles Loblied auf dem BSF

Ich habe keine Messung erwähnt !

Es ging ausschließlich um eine Feuerstättenschau.
Mir ist sehr wohl bewußt, was von der SHOW zu halten ist und der Gesetzgeber leider nicht eindeutig dieses im Gesetz beschreibt, sondern lediglich eine Einnahmequelle für den BSF ermöglicht.

Die Verkleidung der Therme wurde durch den Mitarbeiter entfernt damit er seinen Meister die Angaben des Typenschildes vorlesen konnte, somit ist die Handlung ausschließlich im Rahmen der Feuerstättenschau erfolgt.

Ausdem kann man die Aussage des BSF auch anders werten! Er braucht technische Hilfe zur Durchführung und hat damit von vorherein nicht die Absicht die Feuerstättenschau selbstständig durch zu führen. Da ist der Hinweis der Aufsichtsbehörde "Grundsätzlich gehört es zu den ausdrücklichen persönlichen Obliegenheiten des Kehrbezirksinhabers, die Feuerstättenschau durchzuführen. " eindeutig.



Araym

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Sie haben keine Messung erwähnt, ebenso haben Sie nicht erwähnt dass keine durchgeführt wurde.
Und ob er technische Hilfe benötigt, und nächstes Jahr der Mitarbeiter ihn im Rollstuhl vorfährt,
----> Wo ist das Problem?

Der Meister hat seine Stelle als Gutachter und wegen seines Fachwissens, solang Kopf und Augen funktionieren, ist dieser in der Lage seinen Tätigkeiten nachzukommen.

Da Sie aber offenbar generell ein Problem mit dem Schornsteinfegerwesen haben, und scheinbar auch persönlich mit dem Schornsteinfeger, empfehle ich Ihnen die "Rechtsmittel" zu nutzen.

Möglicherweise hilft es Ihnen wenn Ihnen ein Richter genau das gleiche sagt wie ich, kostet Sie in diesem Fall dann zwar ~5000€, doch möglicherweise haben Sie so am Ende ein besseres Gefühl

WE

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Joggi,

da hat sich der Frosch gemeldet und versucht zu erklären wie der Sumpf trockenzulegen ist.

WE
« Letzte Änderung: 11.08.16, 14:55 von Datko »

Monika Koch

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@Joggi
Es gibt Gegenden, da werden sowieso keine Feuerstättenschauen durchgeführt und der Angestellte, der z.B. zum Kaminkehren kommt, frägt einfach nach, ob sich was geändert hat.
Ins Kehrbuch wird ein Datum eingetragen, und der Aufsichtsbehörde gegenüber behauptet, zu diesem Zeitpunkt hätte es eine Feuerstättenschau gegeben. Die Behörde weiß natürlich, daß das erstunken und erlogen ist, aber warum soll man sich mit der mächtigen und bestens beschützten Kaminkehrer-Lobby anlegen.

Feuerstättenschau ist sowieso in den meisten Fällen bloßer Unsinn, komplett überflüssig. Wer ändert schon alle dreierinhalb Jahre seine Heizung..... außerdem muß man Änderungen sowieso melden.

Wenn dann doch eine Feuerstättenschau gemacht wird, dann erledigt das der Angestellte nebenbei.

Ich hatte sogar Bestätigungen anderer Hauseigentümer vorgelegt, daß es noch nie eine Feuerstättenschau gab. Half nichts. Das Landratsamt Sigmaringen, Baden-Württemberg, hält zum Kehrbezirksinhaber Halder und basta.
Herr Halder hatte ein fiktives Datum 2006 für eine angebliche Feuerstättenschau ins Kehrbuch eingetragen und behauptete, es habe dabei "eine Intervention" meinerseits gegeben, so daß er erst 2009 die - niemals stattgefundene - Feuerstättenschau fertigmachen hätte können.
So lügen die Deutschen. Leitkultur Heuchelei. Aber da die Mehrheit Lug und Trug akzeptiert, kommt die Minderheit gegen solchen Schwachsinn wie "Kehrbezirke" (Zunftwesen-Relikt) nicht an. Würden die Deutschen als Volk etwas taugen, würden sie sich derartigen Blödsinn wie das in der Praxis fortbestehende Schornsteinfeger-Monopol nicht länger gefallen lassen.
Im Pseudo-Rechtsstaat BRD siegt, wer die Macht hinter sich hat, nicht wer über Beweise verfügt. Die Mehrheit ist damit einverstanden.