Autor Thema: Feuerstättenschau, ohne dass der Ofen je benutzt wurde  (Gelesen 4230 mal)

mcic

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Hallo,

wir haben einen modernen geschlossenen Kaminofen von einer Fachfirma einbauen lassen. Der Schornstein wurde in der Rohbauphase unserer DHH vom Bezirksschornsteinfeger abgenommen. Das Haus wird mit einer Wärmepumpenanlage beheizt, das bezieht sich auf Heizung und Warmwasser. Der Einbau des Kaminofens wurde dem Bezirksschornsteinfeger angezeigt, mit dem Hintergrund, dass der Ofen vorerst nicht in Betrieb genommen werden soll. Der Ofen soll im Falle des Ausfalls der Wärmepumpenanlage als Backuplösung dienen und soll dann nur das Wohnzimmer (Einzelraum) beheizen und dann natürlich vorher abgenommen werden. Eine Abnahme der Kaminofenanlage ist nicht erfolgt, soll erst dann erfolgen, wenn der Ofen wirklich gebraucht wird, da eine derzeitige Inbetriebnahme nicht geplant ist. Der Ofen steht also angeschlossen an den Schornstein, unbenutzt in unserem Wohnzimmer und wurde noch nie benutzt, auch nicht probehalber.
Der Bezirksschornsteinfegermeister will nun trotz Nichtbenutzung und Nichtinbetriebnahmeabsicht eine Feuerstättenschau innerhalb der nächsten Wochen bei uns durchführen. Wie bei solchen Sachen in DE üblich, verbunden mit einer Drohung auf Anzeige und Strafgebühren.
Wir haben derzeit nicht vor, den Kaminofen zu benutzen. Ist trotzdem eine Feuerstättenschau gesetzlich vorgeschrieben, trotz Nichtinbetriebnahmeabsicht? Wenn ja, kann ich einen anderen Schornsteinfeger damit beauftragen. Ist der Schornsteinfeger berechtigt, Zugang zum Dach und zu den Wohnräumen zu erlangen, ggf. auch ohne unsere Zustimmung, z.B. zum Schornstein über das Dach der Nachbarn?
Ist es so ungewöhnlich, einen aufgestellten Kaminofen nicht oder erst bei Bedarf benutzen zu wollen? Ich erwarte nicht, dass der Schornsteinfeger gleich vor der Tür steht, wenn der Ofen in Betrieb genommen werden soll. Im
Frühjahr 2015 hatte ich ihn gebeten, den Kaminofen abzunehmen. Außer einer Drohung (Anzeige bei der Stadt, die abgeschmettert, da keine Benutzungsabsicht vorliegt) und einem unabgesprochenen Termin (wir waren im Urlaub) im Dezember 2015 ist nichts Vernünftiges gekommen. Ich hatte den Ofen angemeldet und der Herr Bezirksschornsteinfegermeister ragierte 3/4 Jahr später. Jetzt fühlen wir uns etwas genötigt, da dieser Schornsteinfeger eigentlich ein Dienstleister sein soll, sich aber verhält, als wäre er die staatliche Exekutive, ähnlich dem Finanzamt. Was soll jetzt eine Feuerstättenschau, ohne Abnahme, ohne Benutzung? Was will er da messen? Vielleicht interessiert ihn das Biotop (Weberknechte) was gelegentlich beseitigt werden muss?
Ich habe ein altes Motorrad in der Garage, was nicht benutzt wird, es hat seit Jahren keinen TÜV. Aber hier bekomme ich keine Aufforderung zum TÜV, ich benutze es ja auch nicht.
Bin etwas verwundert/verärgert über das Verhalten des Schornsteinfegers und möchte mir nicht Dinge aufzwingen lassen (Gebühren), die nicht notwendig sind. Wir möchten mit diesem Schornsteinfeger keine Geschäfte machen.

Danke für die Antworten...

Karl Napp

  • Gast
Ist eine Feuerstätte an einem Schornstein angeschlossen, diese aber dauerhaft Unbenutzt, so ist dieser Schornstein 1 x Jährlich zu überprüfen bzw. zu reinigen.
Somit ist die Feuerungsanlage (Feuerstätte, Verbindungsstück und Abgasanlage) abzunehmen und entsprechend ein Feuerstättenbescheid zu erstellen.


Monika Koch

  • Gast
@mcic

Wie ging's weiter?

Sobald jedenfalls eine Feuerstätte zur Benutzung dasteht, geht eigentlich der ganze Klimbim mit Feuerstättenschau, Kaminkehren ohne daß der Ofen benutzt wurde, undsoweiter los. Der Kaminofen KÖNNTE ja benutzt werden.

Ihre Frage "Ist trotzdem eine Feuerstättenschau gesetzlich vorgeschrieben, trotz Nichtinbetriebnahmeabsicht? Wenn ja, kann ich einen anderen Schornsteinfeger damit beauftragen." --> Feuerstättenschau ist weiterhin Monopolbereich, und man ist dem Kehrbezirksinhaber ausgeliefert. Es darf kein anderer beauftragt werden, egal, was für ein Depp oder Betrüger der Kehrbezirksinhaber ist. Denn er IST BEHÖRDE, eine Amtsperson, obwohl ein simpler Kaminkehrermeister. Feuerstättenschauen sind "hoheitliche Aufgabe". Dabei darf alles im Haus betreten werden. Es darf sogar die Tür aufgebrochen werden (der Kehrbezirksinhaber muß sich nur fünf Werktage vorher anmelden).

Bei der Feuerstättenschau wird nichts gemessen, sondern nur angeglotzt, "Inaugenscheinnahme", und ein Feuerstättenbescheid zu 12,50 Euro ausgestellt, in dem steht, wann man den Kamin kehren lassen muß (nämlich zu den Terminen, die dem Kehrbezirksinhaber passen).

Aber zum Kaminkehren können Sie jemand anderen beauftragen.

Gut formuliert, genauso ist es! "Jetzt fühlen wir uns etwas genötigt, da dieser Schornsteinfeger eigentlich ein Dienstleister sein soll, sich aber verhält, als wäre er die staatliche Exekutive, ähnlich dem Finanzamt."