Autor Thema: auf der Suche nach freien Schornsteinfegern  (Gelesen 10995 mal)

TWMueller

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Re: Wer die Wahrheit kennt würde nicht so reden
« Antwort #15 am: 03.03.13, 18:53 »
A) ... es tut mit leid aber Sie haben keine Ahnung mit welchen Problemen wir freien zu kämpfen haben.

B) Gegen mich existiert ein Fehlurteil des Berliner LG ,was mir die Arbeit in Berlin und Brandenburg verbietet, ohne das das Urteil eine Rechtskraft hat.
Das wird von den Senatsbehörden und die Schornsteinfegerinnung trotzdem durchgesetzt.

C) Sie können sich nicht vorstellen 16000 Kollegen gegen sich zu haben.

D) Also lesen Sie mal die Nachrichten und helfen uns lieber an wechselwillige Kunden zu gelangen damit wir überleben können.

zu A) Da möchte ich fast mit einem literarischen Zitat antworten:
"Zwei Herzen wohnen ach in meiner Brust."
ICH selbst bin erklärter Gegner des Schornsteinfeger-SONDER-Rechts. ICH habe prinzipiell nichts dagegen, wenn Handwerker ihre Leistungen FREI AM MARKT anbieten. Und somit habe ich auch nichts gegen Schornsteinfeger (solange es dem Bürger überlassen bleibt, ob er einen solchen beauftragen will oder nicht).

Die nunmehr zum 01.01.2013 voll in Kraft getretene Marktöffnung für alle HANDWERKLICHEN Schornsteinfeger-Arbeiten ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. All diejenigen, die Probleme mit ihrem "Bezirks-Schornsteinfeger" haben oder die prinzipiell etwas an der Verquickung von HOHEITLICHEN und GEWERBLICHEN Aspekten auszusetzen haben, können jetzt aktiv werden und sich einen ANDEREN Anbieter suchen. Gerade neue, FREIE Anbieter können hierbei Bewegung in den bislang nicht existierenden "Markt" bringen.

Es ist jedoch nicht damit getan, dass man jetzt den Gefängnis-Wärter selbst aussuchen darf, wir wollen aus dem Gefängnis FREI kommen. So bedauerlich dies auch für neue Anbieter sein mag, ICH freue mich (leider) über all die Probleme, die bei der Umsetzung des NEUEN RECHTS zutage treten. Leider wird eben vielen Bürgern erst dann der bürokratische Unsinn der NEUEN GESEZESLAGE bewußt, wenn sie z.B. bei der Suche nach einem anderen Anbieter auf Probleme und Mauscheleien stoßen. Und auch in den Köpfen der in "Kehrbezirken" denkenden Schornsteinfeger wird wohl erst dann ein Umdenken stattfinden, wenn "FREIE" Anbieter ein wettbewerbswidriges Verhalten ABMAHNEN oder sich beim KARELLAMT beschweren. Ohne Kampf werden die bisherigen Platzhirsche ihre Privilegien wohl kaum aufgeben.

Und je mehr Probleme das SchfHwG bei dessen Umsetzung macht, um so schneller wird es gekippt werden. Nichts bringt die Bevölkerung wirksamer GEGEN ein Gesetz auf, als wenn sie hilflos der Bürokratie ausgeliefert wird. Und mancher Unsinn der neuen Rechtslage wird erst ganz langsam sichtbar. Der laute Aufschrei der Bevölkerung wird wohl erst kommen, wenn es Zweitbescheide und Ersatzvornahmen hagelt. Ein Thema wird halt oft erst dann wahrgenommen, wenn es einem selbst weh tut.

zu B) Dieses Forum ist wohl nicht der richtige Platz, sich mit Berliner Gewerberecht zu befassen. Wenn die Verwaltung RECHTSWIDRIG handelt, muss sie ggf. auch für Schäden haften, die z.B. durch eine unzulässige Behinderung bei der Gewerbeausübung entstehen. Es bleibt also wohl nur der Gang durch die Instanzen oder eine Änderung der Strategie. Wie wäre es z.B. damit, einen ortsansässigen MEISTER (darf auch schon im Rentenalter sein) als RECHTSTRÄGER / Kooperationspartner zu suchen / zu gewinnen?

zu C) Wie heißt es?: "Viel Feind', viel Ehr'"
Mehr Werbung und Untersützung als es die FREIEN Schornsteinfeger in diesem und anderen Foren bekommen, kann man sich doch fast nicht mehr wünschen. Und im konkreten Fall dürfe es zudem auch weniger ein Problem mit der Konkurrenz zu sein, als vielmehr mit der fehlende Meisterprüfung / Eintragung in die Handwerksrolle, die zu gewerberechtlichen Sonder-Konstruktionen zwingt.

zu D) Wer als "FREIER" Schornsteinfeger zur Zeit Probleme hat, an Kunden zu kommen, dem dürfte kaum mehr zu helfen sein. Gerade weil die ehemaligen Bezirks-Fürsten mauern und versuchen mit Hinterzimmer-Absprachen den Status quo zu retten, müssten SERVICE-ORIENTIERTE FREIE ANBIETER beim Kunden doch offene Türen einrennen. Jeder "FREIE" Schornseinfeger braucht doch nur mal einen Info-Zettel zu entwerfen und einen KLAREN STUNDENLOHN anzubieten. Ein paar Euro fürs Kopieren und für die Vergütung der Schüler, die nachmittags die Wurfzetel in die Briefkästen verteilen. Und wer dann keine Aufträge bekommt, sollte über eine SELBSTÄNDIGE Tätigkeit noch mal nachdenken.

Und vielleicht sollte man auch mal über den Tellerrand des veralteten Berufsbilds hinausschauen. Was BRAUCHT der Hausbesitzer? Welche DIENSTLEISUNG kann ich ergänzend zu den klassischen Feger-Arbeiten noch MIT-ANBIETEN? Womit kann dem KUNDEN ein ECHTER ZUSATZ-NUTZEN geboten werden? Und wie stelle ich sicher, dass mich der KUNDE auch FINDET?

P.S.
Man kann ja auch mal bei der HANDWERKSKAMMER, der IHK oder der VHS nachfragen, ob kurzfristig ein Lehrgang für EXISTENZGRÜNDER angeboten wird. Das, was dort im Fach "Marketing" vermittelt wird, könnte schon die halbe Miete sein.
« Letzte Änderung: 03.03.13, 19:11 von TWMueller »
Thomas W. Müller
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