Autor Thema: Schornsteinfegergebühren für NRW (Nordrhein-Westfalen)  (Gelesen 12754 mal)

PMG

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Hallo & guten Tag, nirgends im Internet finde ich verbindliche Gebührensätze, hier speziell für NRW.
Überall wird angegeben, dass für die Angaben keine Gewähr übernommen wird.
Frage: Wo kann ich verbindliche Gebührensätze finden ?
Ich bitte um Antwort ---wenn möglich--- nicht nur hier im Forum, sondern auch über meine in meinem Profil angegeben @-Adresse: 19410811@gmx.net
Danke im Voraus & Grüsse PMG
« Letzte Änderung: 10.06.13, 16:07 von Datko »

Gerd aus Strausberg

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Hallo & guten Tag, nirgends im Internet finde ich verbindliche Gebührensätze, hier speziell für NRW.
Überall wird angegeben, dass für die Angaben keine Gewähr übernommen wird.
Frage: Wo kann ich verbindliche Gebührensätze finden ?
Ich bitte um Antwort ---wenn möglich--- nicht nur hier im Forum, sondern auch über meine in meinem Profil angegeben @-Adresse: 19410811@gmx.net
Danke im Voraus & Grüsse PMG

Ab dem 01.01.2013 gibt es im Schornsteinfegerwesen nur noch Gebühren für sogenannte Hoheitliche Tätigkeiten. Solche Tätigkeiten stellen sich für Sie nur dar in der Feuerstättenschau, das ist der Besuch des Kehrbezirksinhabers, um Ihre Feuerstätte zu „beschauen“. Was er da wirklich macht, ist nicht weiter definiert, es wird nur abkassiert und abgezockt. Offensichtlich dient diese Scheintätigkeit nur dazu, den Bezirksinhabern Geld zuzuschustern, denn die Heizungsbetreiber müssen die anfallenden Tätigkeiten ohnehin durchführen lassen und eine weitere „Überprüfung“ durch einen Bezirksabzocker ist unnötig. Diese „Schauen“ finden zweimal in sieben Jahren statt.

Weiterhin gibt es Gebühren für Bauabnahmen und den Feuerstättenbescheid. Dieser Bescheid ist eine Erfindung der Schornsteinfeger, um weiteres Geld für sie einzutreiben, denn bis Ende 2012 hat es so etwas in Deutschland noch nicht gegeben und unser Land ist auch nicht abgebrannt. Feuerstättenschau und Feuerstättenbescheid gibt es einmalig auf der Welt nur in Deutschland! Diese Gebühren für Feuerstättenschau und Feuerstättenbescheid sind in ganz Deutschland gleich und werden in der KÜO festgeschrieben. Alle anderen Tätigkeiten, wie Kehren der Schornsteine, vorgeschriebene Messungen an Brennstellen, sogenannte Abgaswegekontrollen usw. werden nicht mehr durch die Kehrbezirksinhaber durchgeführt, sondern durch Heizungsbauer, die ohnehin Ihre Heizungen warten, aber nur, sofern diese einen Zusatzlehrgang mitgemacht haben und durch freie Feger, das sind Schornsteinfeger, die keinen eigenen Kehrbezirk haben und die durchzuführenden Tätigkeiten deutlich billiger anbieten können und wollen. Vor allem legen die keinen Zettel mehr in den Briefkasten „komme übermorgen zwischen 12 und 16 Uhr und der bisherige „Kehrgebührpflichtige“ hat sich einen Tag Urlaub zu nehmen, so dass der Herr Kehrbezirksinhaber den ganzen Straßenzug in einem Abwasch bedienen kann und Stundeneinnahmen an die 500 Euro kassiert.

Also nochmals zusammenfassend: Gebühren nur für Feuerstättenschau und Feuerstättenbescheid und das in ganz Deutschland laut KÜO zu gleichen Preise. Diese Preise können Sie sich hier im Forum unter

http://www.kontra-schornsteinfeger.de/forum/themen-von-gerd-aus-strausberg/kosten-der-schornsteinfeger-ab-2013/15/

ansehen. Alle anderen Arbeiten, jetzt nicht mehr durch die Kehrbezirksinhaber durchzuführen, sind verhandelbar und billiger, als in den letzten Jahren zu haben. Das ist aber vorerst nur die halbe Wahrheit. Leider gibt es noch zu wenige freie Schornsteinfeger und zu wenige Heizungsbauerbetriebe, die diese Arbeiten anbieten. Wollen Sie auf die neue Freiheit der monopolfreien Feger zurückgreifen, hat der freie Feger oft eine weite Anfahrt und muss Ihnen diese natürlich in Rechnung stellen. Wenn Sie in Ihrer Umgebung weitere Heizungsbetreiber finden, die sich ebenfalls einen freien Feger nehmen möchten und sich somit seine weite Anfahrt lohnt, dann wird das zu Einsparungen führen.

Der Kehrbezirksinhaber möchte natürlich gern alle Arbeiten in seinem Kehrbezirk übernehmen, deshalb verschickt er vorgefertigte Verträge, die üblicherweise keinerlei Preise enthalten und seine bisherigen Kehrgebührpflichtigen sollen diese unterschreiben. Wenn die das tun, sind sie in die Falle getappt und er wird sie gnadenlos abzocken, mit Preisen bis zu 500 Euro pro Stunde, denn oftmals ist er nur fünf Minuten im Haus und verlangt dafür 50 bis 60 Euro und er fertigt ganze Straßenzüge hintereinander ab. So war es in den letzten Jahrzehnten und so soll es nach Fegers Auffassung auch weiterhin so bleiben.

TWMueller

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Der Kehrbezirksinhaber möchte natürlich gern alle Arbeiten in seinem Kehrbezirk übernehmen, deshalb verschickt er vorgefertigte Verträge, die üblicherweise keinerlei Preise enthalten und seine bisherigen Kehrgebührpflichtigen sollen diese unterschreiben. Wenn die das tun, sind sie in die Falle getappt ...

Derartige "Service-Verträge" OHNE KONKRETEN LEISTUNGSUMFANG und OHNE PREISE sind schlicht das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wurden. Eine Bezugnahme auf eine AUSSER KRAFT getretenen ALTE KÜO kann eine KLARE PREISANGABE nicht ersetzen. Kein Schornsteinfeger wird je in der Lage sein, einen derart lückenhaften (und meist auch noch aus weiteren Gesichtspunkten rechtswidrigen) "Vertrag" einzuklagen.

Da zudem in der Regel eine WIDERRUFSBELEHRUNG (Haustürgeschäft / Fernabsatzgeschäft) fehlt, sollte man bei übereilter Unterzeichnung eines derartigen "Vertrags" diesen einfach (z.B. per EMail) WIDERRUFEN. Gründe müssen hierbei NICHT angegeben werden.

Wenn ein HANDWERKLICHER Schornsteinfeger-Betrieb Preise anbietet oder brerechnet, sollte man zudem die Preisangabe-Verordnung als Maßstab heranziehen.

Zitat von: Preisangabe-Verordnung des BMWi
§ 1 PAngV - Grundvorschriften
(1) Wer Letztverbrauchern gewerbs- oder geschäftsmäßig oder regelmäßig in sonstiger Weise Waren oder Leistungen anbietet oder als Anbieter von Waren oder Leistungen gegenüber Letztverbrauchern unter Angabe von Preisen wirbt, hat die Preise anzugeben, die einschließlich der Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile zu zahlen sind (Endpreise).
...

(3) Bei Leistungen können, soweit es üblich ist, abweichend von Absatz 1 Satz 1 Stundensätze, Kilometersätze und andere Verrechnungssätze angegeben werden, die alle Leistungselemente einschließlich der anteiligen Umsatzsteuer enthalten. Die Materialkosten können in die Verrechnungssätze einbezogen werden.

(6) Die Angaben nach dieser Verordnung müssen der allgemeinen Verkehrsauffassung und den Grundsätzen von Preisklarheit und Preiswahrheit entsprechen. Wer zu Angaben nach dieser Verordnung verpflichtet ist, hat diese dem Angebot oder der Werbung eindeutig zuzuordnen sowie leicht erkennbar und deutlich lesbar oder sonst gut wahrnehmbar zu machen. Bei der Aufgliederung von Preisen sind die Endpreise hervorzuheben.

§ 5 PAngV - Leistungen
(1) Wer Leistungen anbietet, hat ein Preisverzeichnis mit den Preisen für seine wesentlichen Leistungen oder in den Fällen des § 1 Abs. 3 mit seinen Verrechnungssätzen aufzustellen. Dieses ist im Geschäftslokal
oder am sonstigen Ort des Leistungsangebots und, sofern vorhanden, zusätzlich im Schaufenster oder Schaukasten anzubringen. Ort des Leistungsangebots ist auch die Bildschirmanzeige. ...

Weichen Angebote, Service-Verträge oder Rechnungen von diesen Vorgaben ab, sollte die VERBRAUCHERENTRALE eingeschaltet werden. Diese kann ABMAHNEN und notfalls sogar auf UNTERLASSUNG klagen.
« Letzte Änderung: 11.06.13, 21:53 von TWMueller »
Thomas W. Müller
Aktion SchornsteinFegerRechts-Reform

Tel.: (06134) 564620
Mail: AKTUELL BITTE  KEINE MAILS
FORUM: http://sfr-reform.carookee.com/
Ich freue mich über jeden persönlichen Kontakt.