Autor Thema: Abnahme/Nachrüstung offener Kamin  (Gelesen 4603 mal)

Kaminkassette

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Abnahme/Nachrüstung offener Kamin
« am: 15.07.13, 14:21 »
Hallo zusammen,

ich schreibe das hier in der Hoffnung, dass irgendjemand aus der Community ähnliche Sachverhalte kennt und mir ein wenig Hilfestellung geben kann.

Zur Vorgeschichte:
Unser Wohnhaus wurde von meinem Vater 1980 erbaut. Es handelt sich dabei um ein Fertighaus in Holzständerbauweise.
Die tragenden Wände sind innen alle mit einer Feuerschutz-Gipskartonplatte verkleidet.
Vor einer dieser Wände hat mein Vater beim Bau in Eigenregie einen offenen Kamin errichtet. Aufwendig gemauert mit Gasbetonsteinen anschließend mit Zierputz und Bruchsteinen verkleidet.
Es befinden sich oberhalb sowie ein Stück unterhalb der Brennkassette ein Simsbalken.
Mein Vater ist nun verstorben und es existiert leider auch keine Dokumentation mehr über den Bau des Kamins. Leider Gottes hat mein Vater diesen Kamin beim Schornsteinfeger bisher auch immer unterschlagen und nie abnehmen lassen

Aktuell:
Nachdem meine Frau und ich uns dazu entschlossen haben mein Elternhaus zu renovieren wollten wir auch besagten offenen Kamin "Aufrüsten" Ein Ofenbauer sollte uns einen Kostenvoranschlag zum Einbau einer geschlossenen Heizkassette machen was sich zunächst auch sehr preiswert und einfach anhörte. Der Ofenbauer gab allerdings zu bedenken, dass wir Rücksprach mit dem zuständigen Schornsteinfeger halten sollten.
Ich spare mir hier jetzt die Schilderung des langwierigen und Kräftezehrenden HickHack der hieraus entstanden ist und beschränke mich auf die Fakten.

Nach erster Begutachtung durch den Schornsteinfeger wurde von diesem Folgendes verlangt:

1. der obere der beiden Balken muss weg und durch feuerfestes Material ersetzt werden

2. auf dem Dachboden muss eine Revisionsklappe eingebaut werden, damit man ohne auf den Dach zu steigen kehren kann, wegen der Oberleitungen

3. ich sollte Rücksprache mit dem Ofenbauer halten ob der gewährleisten kann, das die neue Heizkassette auch ordentlich an das bestehende Abgassystem angeschlossen werden kann

zu all diesen Maßnahmen waren wir bereit. Der Ofenbauer wollte nochmals Rücksprache direkt mit dem Schornsteinfeger halten um genau dessen Bedenken zu erfahren.

Nach einiger Zeit rief mich dann der Schornsteinfeger an und teilte mir mit, das in den oberen teil unseres Kamins (das ist der mit dem Aufwändigen Zierputz) ein Loch rein müsste damit er zum einen sehen kann ob der Rauchsammler dicht ist und ob ausreichender Brandschutz zu der dahinterliegenden Wand besteht. Schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt habe ich gesagt, das der Kamin so bleiben soll wie er ist und wenn der Umbau dazu führt, das ich wesentliche Teile die nicht rekonstruierbar sind, beschädigen muss bzw. wenn das ganze ausufert, der Kamin eben bleiben soll wie er ist. Das sagte ich dem Schornsteinfeger auch nochmals in diesem Gespräch.
Nach ein paar Tagen telefonierte ich nun wieder mit dem Ofenbauer, der mir nun erzählte das es unumgänglich wäre das der Schornsteinfeger oben in den Kamin reinschauen kann und der ihm mitgeteilt hätte, dass sogar fraglich wäre ob wir den Kamin betreiben dürfen selbst wenn wir gar nichts daran verändern...

Nun meine Fragen:

Kann der Schornsteinfeger tatsächlich verlangen, das wir den Kamin stilllegen auch wenn nichts daran verändert wird?

Gibt es weniger brutale Möglichkeiten nachzusehen ob der Kamin ordnungsgemäs beschaffen ist als ein Loch hinein zu machen?

Müsste nicht die Feuerschutz-Gipskartonplatte + der Rückwärtigen Platte der alten Brennkassette die ja hinter der neuen Kassette erhalten bleiben soll als Brandschutz zur dahinter liegenden Wand ausreichen?

Ich hoffe sehr das mir irgendjemand helfen kann...

Beste Grüße