Autor Thema: Verbraucherrecht, Veranlassun aaus § 1SchfHwG  (Gelesen 753 mal)

Adulf

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Hallo,
Verbraucherrecht und Schornsteinfeger ( Aus Energiedepesche Heft 2, Juni 2015, Seite 5)
Das seit dem 13. Juni 2014 geltende neue Verbraucherrecht hat gravierende Konsequenzen für die Arbeit des Schofeg und den Beziehungen zu den Verbrauchern (hier der pflichtige Eigentümer).
Wenn der Schofeg klingelt, eingelassen wird und tätig wird kommt ein Dienstleistungsvertrag zustande. Darüber muss aber der pflichtige Eigentümer bereits an der Haustür informiert werden.
Dazu gehört eine Information über den Preis und das Widerrufsrecht des Eigentümers.
Der Eigentümer hat ein gesetzlich geschütztes Widerrufsrecht von 14 Tagen und muss  darüber in Schriftform vom Schofeg informiert werden, sonst fängt die 14-Tagesfrist nicht an zu laufen.
Der Vertrag kann dann ein ganzes Jahr lang widerrufen werden.
Bei einem Widerruf muss der  Schofeg schon erhaltene  Vergütungen ohne Wertersatz für geleistete Tätigkeiten zurückerstatten.
Soweit zum Verbraucherrecht des pflichtigen Eigentümers.

 Mit dem SchfHwG wurde die Pflicht des Nachweises  durch  Formblatt der vom bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger (bBSF) im Feuerstättenbescheid (FSB) angeführten Tätigkeiten dem Eigentümer übertragen ohne ihn zu informieren welche Rechte der Eigentümer aus  der  pflichtigen Veranlassung hat.
Bedingt dadurch, dass nur der beauftragte bBSF oder ein zugelassener Schornsteinfeger (Schofeg) die Tätigkeiten ausführen darf und muss,  kann er gemäß dem zivilen Rechtsprinzip der Vertragsfreiheit nach seiner persönlichen Entscheidung bestimmen bei wem er die Tätigkeiten ausführt und intern sogar mit anderen Schofeg  abstimmen Aufträge in seinem Kehrbezirk nicht anzunehmen.
Aus dieser Situation wird deutlich, dass sich das Schofeg-Monopol  mit dem SchfHwG in eine Schofeg-Willkür gewandelt hat.
Mit dem erlebten Beispiel wird die Schofeg- Willkür eindeutig dokumentiert.
Der schriftliche Auftrag an den bBSF zur Erledigung seiner im FSB angeführten Tätigkeiten wurde nicht beantwortet.  Er hat aber soweit gedacht, dass er, wenn er bis zum Fristablauf nicht auf den Auftrag reagiert und er danach  die Aufsichtsbehörde über das nicht erhaltene  Formblatt informiert,  der pflichtige Eigentümer keine Möglichkeit hat einen anderen Schofeg zu beauftragen.
Mit dieser Handlungsweise hat der bBSF bewusst die Ersatzvornahme provoziert.
Die Aufsichtsbehörde hat die Ersatzvornahme verfügt und damit begründet, dass vom Eigentümer trotz des bestätigten schriftlichen  Auftrages, die Tätigkeiten nicht veranlasst wurden.
Zitat der Aufsichtsbehörde: Eine Veranlassung des Grundstückseigentümers soll in Ausführung des
 SchfHwG bewirken, dass der beauftragte Schornsteinfegerbetrieb etwas tut, nämlich die
 gesetzlich vorgeschriebenen Kehr- und/oder Überprüfungstätigkeiten ausführt.
Soweit der Schornsteinfegerbetrieb aus bestimmten Gründen den Auftrag nicht annimmt,
ist keine Bewirkung der Veranlassung erfolgt. Die mit der Beauftragung einseitig
 formulierte Willensbekundung des Auftragsgebers ist nicht erfüllt, da die Arbeiten nicht
ausgeführt wurden.
Diese Rechtsauffassung, dass der Eigentümer mit der Veranlassung auch  für die Ausführung  der Tätigkeiten die Verantwortung hat, steht  dem im deutschen Recht verankerten grundlegenden zivilen Rechtsprinzip der Vertragsfreiheit diametral gegenüber.

Das  Zitat ist der Anlass für meine Frage, ist diese von der Aufsichtsbehörde   vertretene Meinung  rechtskonform und  entspricht  die Handlungsweise des bBSF als Schofeg  dem SchfHwG?
Mit freundlichem Gruß
Adulf