Autor Thema: Wie wehrt man sich am Besten gegen den Bezirksschornsteinfeger?  (Gelesen 8320 mal)

Knobster

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Zu allererst muss ich meine Bewunderung über das Engagement einiger User in diesem Forum loswerden. Ich lese mich schon seit Stunden begeistert und teilweise doch stark verdutzt durch die Beiträge, die mir teils sehr aus der Seele sprechen.

In unserer Gemeinde gibt es einen Bezirksschornsteinfeger, der alle hier genannten Kriterien für ein "schwarzes Schaf" erfüllt. Der Ärger mit mir reicht schon ein paar Jahre zurück, einmal ist er nicht zu einem Termin erschienen (ich habe 15 Minuten gewartet, bevor ich weg bin). Bei telefonischer Nachfrage (direkt beim Meister) hieß es: "Der war da, Sie nicht". Da kam schon das erste Mal der Begriff "Anfahrtspauschale" auf den Tisch, die aber meines Wissens nach nicht erhoben wurde.
Letztes Jahr bin ich mit seinem Gesellen das erste Mal richtig aneinander geraten. Als Selbstständiger kann ich kurzfristige Termine nur sehr schwer einhalten. Die jährliche Überprüfung der Anlage wurde weniger als einen Tag vorher angekündigt - ich kam Nachmittags von der Arbeit nachhause und fand den Zettel im Briefkasten, dass der am nächsten Morgen meine Gastherme überprüfen will. Den Termin musste ich absagen. Als Ausweichtermin konnte er mir nur einen Tag nach dem ersten Termin anbieten, da er danach in einem anderen Bezirk wäre und das dann wieder eine extra Anfahrtspauschale anfallen würde. Also hab ich einen schon Wochen lang bestehendes Kundengespräch verschoben, nur damit der seinen Schnuddel in meine Gastherme stecken kann (was kurz zuvor eh schon vom Heizungsmonteur durchgeführt wurde, aber anderes Thema). Nach der Prüfung der Anlage (<10 Minuten) wies ich ihn darauf hin, dass ich so kurzfristige Termine mir nicht erlauben kann und er sich das nächste Mal doch mindestens fünf Werktage vorher anmelden, wie es in der KÜO vorgeschrieben ist.

Nach meinem jetzigen Wissensstand muss der das aber NUR bei hoheitlichen Aufgaben (wie die Feuerstättenschau) fünf Werktage vorher ankündigen. Stimmt das???

Seine Antwort darauf war, das machen wir bis jetzt schon immer so und bis jetzt hat sich noch niemand beschwert. Außerdem müsste ich das explizit mit ihm oder seinen Meister vorher vereinbaren (!?). Er vermerkt mein Anliegen im Computer, beim nächsten Mal meldet er sich früher.
Gestern (Montag) hatte ich dann wieder einen Terminzettel vom Schornsteinfeger im Briefkasten, er würde am kommenden Mittwoch (!!!) zwischen 8:30 und 9:30 Uhr gerne vorbeischauen. Wenn ich nicht zufällig an dem Tag zweimal meinen Briefkasten geleert hätte, wären das schon wieder weniger als 24 Stunden Vorlaufzeit gewesen. Jetzt mal ganz ehrlich, wenn ich meine Kunden so behandeln/veräppeln würde, wäre ich schon lange Pleite. Für dieses Jahr ist auf seinem Zettel aber auch noch diese suspekte "Feuerstättenschau / Gashausschau nach TRGI" mit angekündigt. Aus dem letzten Jahr hab ich ja gelernt, die muss Fristgerecht angekündigt werden!
Heute morgen hab ich also bei der Schornsteinfeger-Innung meines Schornsteinfegers angerufen und mich über dieses Verhalten beschwert. Der stellv. Vorsitzende der Innung teilte meine Ansicht, dass fünf Werktage Vorankündigungszeit nicht zu viel verlangt ist und kümmert sich um meine Angelegenheit und regelt das. Ich habe ihn extra nochmal gefragt, ob ich mich jetzt noch einmal selbst beim Schornsteinfeger melden müsse, was er verneinte. Bis jetzt hab ich noch nichts weiteres gehört. Den Termin morgen früh kann ich eh nicht wahrnehmen...

Mein Vermieter war letztes Jahr nicht dazu bereit, den Schornsteinfeger für die jährlichen Abgasmessungen zu wechseln. Kann ich mich als Mieter dagegen wehren???

Bei uns im Ort bin ich nicht der Einzigste, der sich schon mehrfach über diesen Bezirksschornsteinfeger geärgert hat. In meinem Bekanntenkreis gibt es mehrere Haushalte, die Geschichten über Geschichten über seine Methoden erzählen können. Seine Frau besitzt z.B. einen Kaminofenladen (selbe Adresse und Telefonnummer wie der Bezirksschornsteinfeger) und er nimmt vornehmlich nur seine eigenen Gerätschaften ab. Dieses Verhalten ist selbst anderen Schornsteinfegern in der Umgebung bekannt!
Leider musste ich beim durchstöbern der Beiträge hier feststellen, dass so ein Verhalten kein Einzelfall darstellt.
Wie kann ich mich dagegen wehren? Ich will ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen und ihm klarmachen, dass man mit "Kunden" nicht so umspringen kann. Am liebsten wäre es mir, wenn der Bezirksschornsteinfeger bei mir wechseln würde. Kann man da nachhelfen? Viel schlechter kann es ja nicht mehr werden.

Wo soll ich mich noch beschweren:
Zentralinnung?
Regierunspräsidium?
Verbraucherzentrale?
Staatsanwaltschaft (ungern)?

Bei der Feuerstättenschau achte ich in jedem Fall darauf, wer die durchführt. Es würde mich nicht wundern, wenn er dabei auch gegen geltendes Recht verstößt und das den Gesellen machen lässt.

Gruß Knobster
« Letzte Änderung: 17.06.15, 00:14 von Knobster »

TWMueller

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Mein Vermieter war letztes Jahr nicht dazu bereit, den Schornsteinfeger für die jährlichen Abgasmessungen zu wechseln. Kann ich mich als Mieter dagegen wehren???

Der ENTSCHEIDENDE Hinweis kommt leider etwas versteckt im Text:
Der Fragesteller ist MIETER.

Dies ist insofern WICHTIG, da es dann Aufgabe des VERMIETERS ist, seine Mieter RECHTZEITIG über anstehende (Handwerker-)Arbeiten in der Wohnung zu INFORMIEREN. Der MIETER kann bei einem TERMINZETTEL eines "Schornsteinfegers" doch gar nicht beurteilen, ob DIESER BETRIEB vom Gebäudeeigentümer überhaupt einen AUFTRAG erhalten hat. Vielleicht will sich der "Handwerker" ja auch nur durch Ausnutzung der Unkenntnis der MIETER Aufträge "erschleichen".

Die "TERMIN-ZETTEL" sind jedoch auch ein prima Ansatzpunkt für eine Retourkutsche. Sie verstoßen nämlich (in der Regel) durch VERMISCHUNG von HOHEITLICHEN ANGABEN und GEWERBLICHEN ANGEBOTEN gegen das UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb). Für den Wohnungsinhaber / Adressaten muss KLAR ERKENNBAR sein, ob es sich um eine HOHEITLICHE DULDUNGSPFLICHT oder lediglich um ein GEWERBLICHES ANGEBOT handelt.

Machen Sie daher eine Kopie / Scan von dem Terminzettel und senden Sie diesen als BESCHWERDE z.B. an die www.wettbewerbszentrale.de
Diese Organisation (oder auch Verbraucherzentralen) können die WETTBEWERBSWIDRIGE Verwendung überalterter "Terminzettel" (aus Zeiten VOR der gesetzlichen Neuregelung) KOSTENPFLICHTIG abmahnen (Ausnutzung HOHEITLICHER Befugnisse zu GEWERBLICHER AKQUISE).
« Letzte Änderung: 17.06.15, 19:56 von TWMueller »
Thomas W. Müller
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Knobster

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Vielen Dank für die Antwort!
Das werde ich machen.

Ich habe mittlerweile einen neuen, fristgerechtesten Termin für die Feuerstättenschau bekommen (anbei die beiden Zettel).

Eine Frage hab ich noch:
Ich würde ihm vor dem Besuch gerne Ihre "DATENSCHUTZ- und VERSCHWIEGENHEITS-ERKLÄRUNG" unter die Nase halten. Was passiert und wie verhalte ich mich, wenn er ablehnt diese zu unterschreiben?

TWMueller

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Bereits die Verbindung einer "FEUERSTÄTTENSCHAU" (hoheitliche Tätigkeit) mit einer "GASHAUSSCHAU" (FREIWILLIGE handwerkliche Tätigkeit, die auch JEDER selbst machen darf) in EINER POSITION auf dem "TERMIN-ZETTEL" ist zumindest eine "KRASSE TÄUSCHUNG" des Bürgers / Verbrauchers.

Und auch "RAUCHWARNMELDER" gehören NICHT zum AUFTRAGS- oder DULDUNGSUMFANG in Zusammenhang mit GESETZLICHEN "Schornsteinfeger-Arbeiten". Durch die gleich-gestaltete Darstellung auf dem Zettel wird jedoch UNZUTREFFEND der Eindruck erweckt, der Bürger sei hier zu irgend etwas "verpflichtet". Das trifft bezüglich des SCHORNSTEINFEGERS jedoch NICHT zu. Rauchwarnmelder dürfen auch (günstig) im Baumarkt erworben und SELBST angebracht werden.

Dieses "FORMULAR" ist GROB RECHTSWIDRIG.
Unbedingt eine BESCHWERDE loslassen !!!
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