Autor Thema: Schornsteinfeger beschädigt Schamottrohr  (Gelesen 5037 mal)

Holger

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Hallo!

Heute früh schaute bei uns mal wieder der schwarze Mann vorbei. 7:15, meine Frau machte ihm auf, während ichmit unser kleinen Tochter noch im Bad war. Begonnen hatte er mit seinen Arbeiten an der Putzklappe auf dem Dachboden. Allein die Geräusche, die er verursacht hat beim Fegen klangen eher nach einer Abrissbirne. Da ich schon seit 3 Jahren versuche ihm ein einjähriges Kehrintervall abzutrotzen (der Kaminofen an dem Schornstein verbrennt im Jahr 3 Raummeter Holz), mache ich vor und nach dem Kehren eine Sichtprüfung und dokumentiere den angegefallenen Ruß. Die Kontrolle nach dem Kehren ergab, dass der gute Kerl mit seiner Kugel das Schamottrohr durchschlagen hat und jetzt ein dreieckiges Stück ca. 5cm auf 7cm fehlt. Gesagt hat er meiner frau, dass ales in Ordnung ist. Zum einen finde ich das verhlaten grob-fahrlässig und zum anderen will ich meinen Schornstein insatndgesetzt haben. Hat jemand Tipps zum weiteren vorgehen. Telefonisch war der Schornsteinfeger natürlich im Anschluss nicht zu erreichen.....


LG Holger

Datko

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Re: Schornsteinfeger beschädigt Schamottrohr
« Antwort #1 am: 13.09.12, 13:08 »
Hallo!

Heute früh schaute bei uns mal wieder der schwarze Mann vorbei. 7:15, meine Frau machte ihm auf, während ichmit unser kleinen Tochter noch im Bad war. Begonnen hatte er mit seinen Arbeiten an der Putzklappe auf dem Dachboden. Allein die Geräusche, die er verursacht hat beim Fegen klangen eher nach einer Abrissbirne. Da ich schon seit 3 Jahren versuche ihm ein einjähriges Kehrintervall abzutrotzen (der Kaminofen an dem Schornstein verbrennt im Jahr 3 Raummeter Holz), mache ich vor und nach dem Kehren eine Sichtprüfung und dokumentiere den angegefallenen Ruß. Die Kontrolle nach dem Kehren ergab, dass der gute Kerl mit seiner Kugel das Schamottrohr durchschlagen hat und jetzt ein dreieckiges Stück ca. 5cm auf 7cm fehlt. Gesagt hat er meiner frau, dass ales in Ordnung ist. Zum einen finde ich das verhlaten grob-fahrlässig und zum anderen will ich meinen Schornstein insatndgesetzt haben. Hat jemand Tipps zum weiteren vorgehen. Telefonisch war der Schornsteinfeger natürlich im Anschluss nicht zu erreichen.....


LG Holger

Es wird sicherlich schwierig, viele Behörden behandeln die Schornsteinfeger wie heilige Kühe.

Das erste, was Sie machen sollten, ist die Beweissicherung. Machen Sie bitte möglichst sofort detaillierte Fotos von der Stelle, insbesondere, wenn man noch die frische Bruchstelle erkennt.

Die Bezirksschornsteinfeger stehen jetzt unter Druck, da die Stellen alle 7 Jahre neu ausgeschrieben werden.

Telefonisch würde ich nichts machen, sollte es zu einer Auseinandersetzung kommen ist die Schriftform wichtig, ich empfehle, keinerlei mündliche Abmachungen!

Es würde mich freuen, wenn Sie ein Foto unter "Anhänge und andere Optionen" integrieren.
Sie finden "Anhänge und andere Optionen" beim Eingeben der Antwort unter dem Textfeld. Alternativ können Sie mir per e-mail Fotos zuschicken ( webmaster@monopole.de ), ich werde sie dann ins Forum setzen.
« Letzte Änderung: 13.09.12, 15:23 von Datko »
Joachim Datko - Ingenieur, Physiker
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TWMueller

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Re: Schornsteinfeger beschädigt Schamottrohr
« Antwort #2 am: 13.09.12, 17:59 »
Beim Kehren handelt der Schornsteinfeger zweifelsfrei GEWERBLICH als HANDWERKER. Dies ist für Haftungsfragen mit entscheidend, da für Schäden, die im Zusammenhang mit einer HOHEITLICHEN Tätigkeit entstanden wären, ggf. die Öffentliche Hand haften müßte (= schlechtere Rechtsposition).

Wie bereits angesprochen sollten unbedingt Beweisfotos angefertigt werden und das herausgebrochene Stück in einer Plastiktüte als Beweis verwahrt werden. Sinnvoll wäre es auch, wenn jemand bezeugen könnte, dass das beschädigte Rohr zuvor in Ordnung war.

Dann unbedingt SCHRIFTLICH eine Schadensmeldung an den Schornsteinfeger senden, damit dieser ggf. eine entsprechende Schadenanzeige bei seiner Haftpflichtversicherung einreichen kann. Um den Zugang des schreibens beweisen zu können, am Besten das Schreiben im Beisein eines neutralen Zeugen in den Briefkasten des Schornsteinfegers einwerfen.

Dann Schaden angemessen reparieren lassen. Im Rechnungstext sollte möglichst Bezug zum Schaden genommen werden. Also: "Beschädigtes Rohr ersetzt" o.ä. Die Rechnung bezahlen und anschließend eine Rechnungskopie an den Schornsteinfeger setzen mit Aufforderung, den verauslagten Betrag bis zum ... (Fälligkeitsdatum ca.  14 Tage später) auf das angegebene Konto zu überweisen.

Kommt der Schornsteinfeger dann seiner Schadenersatzpflicht nicht nach, am Besten einen Mahnbescheid beantragen. In manchen Bundesländern ist eine direkte Klage bei einer Geldforderung ohne Mediationsverfahren oder Mahnbescheid nicht zulässig (soll die Gerichte entlasten). Man kann im Falle der Nichtzahlung als juristisch unerfahrener Laie aber auch die Sache zum Inkasso an einen Rechtsanwalt übergeben. Dessen Kosten sind dann auch vom Schädiger zu übernehmen.

Wenn der Schaden jedoch nachvollziehbar durch das Kehren entstanden ist, dürfte die Haftpflichtversicherung des Schornsteinfegers diese problemlos begleichen.
Thomas W. Müller
Aktion SchornsteinFegerRechts-Reform

Tel.: (06134) 564620
Mail: AKTUELL BITTE  KEINE MAILS
FORUM: http://sfr-reform.carookee.com/
Ich freue mich über jeden persönlichen Kontakt.