Autor Thema: Schornsteinfeger Russstaub in die Wohnung  (Gelesen 5305 mal)

Veith Willy

  • Gast
 >:(Bin am 01.03.2012 mit Grippe im Bett gelegen. Meine Schornsteinfegerin ist auf mein Dach geklettert um meinen Schornstein zu reinigen, ohne mir Bescheid zu geben. Durch die Reinigung ist Russstaub über die Warmluft Kanäle in meine Wohnung gelangt, sodaß ich einen allergischen Hustenanfall bekam. Mußte meine Wohnung für einige Stunden verlassen. Dies alles hätte vemieden werden können durch Schließen der Warmluftkanäle und Schalusien in den Zimmern, sowie durch abstellen des Ofens. Muß ich mir dies allesgefallen lassen? Offensichtlich. Gruß Opiwilly





 

TWMueller

  • Interne-User
  • Hero Member
  • *
  • Beiträge: 1.248
  • Wir sind die Summe vieler Ichs.
    • Profil anzeigen
    • SchornsteinFegerRechts-Reform
Re: Schornsteinfeger Russstaub in die Wohnung
« Antwort #1 am: 17.03.12, 20:27 »
Nein, das muss man sich nicht gefallen lassen.

Es beginnt damit, dass viele Schornsteinfeger immer noch glauben, sie seien Fürsten im Revier.
Seit Inkrafttreten das NEUEN Schornsteinfeger-Handwerks-Gesetzes (SchfHwG) ist es Pflicht des Eigentümers, den Schornsteinfeger ZU BEAUFTRAGEN (§ 1 (1) SchfHwG).
Dies hat praktisch eine weitreichende Änderung zur Folge. Der Feger darf nicht mehr, wie er dies früher gewohnt war, einfach Terminzettelchen verteilen und nach Gutdünken anrücken.

Im Prinzip darf ja bereits heute jeder Gebäudeeigentümer z.B. einen Schornsteinfeger aus dem EU-Ausland oder der Schweiz als Alternative mit den wiederkehrenden Kehr- und Prüfarbeiten beauftragen. Der Bezirks-Kehrer kann somit gar nicht automatisch davon ausgehen, dass er überhaupt den Kehrauftrag erhält.

Wer sich OHNE AUFTRAG einfach so auf einem FREMDEN Grundstück aufs Dach begibt, macht sich ggf. sogar des Hausfriedensbruchs schuldig.

Ungeachtet dessen ist JEDER Handwerker zu einer gewissenhaften Tätigkeit verpflichtet. Wenn der Feger aus Bequemlichkeit auf eine Rücksprache mit dem Eigentümer verzichtet und keine angemessenen Vorkehrungen gegen vermeidbare Verschmutzungen getroffen hat, ist er für den angerichteten Schaden HAFTBAR. Also Rechnungen für zusätzliche Putzmittel, aber auch für eine Reinigungskraft (wenn aus gesundheitlichen Gründen ein einfaches Abwischen nicht möglich ist) sammeln und dann dem Schornsteinfeger in Rechnung stellen.

Wenn vermeidbarer Russ in den Innenräumen zudem zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führte, könnte sogar ein Fall von fahrlässiger Körperverletzung vorliegen, wenn die Auswirkungen der schlampigen Reinigungsarbeiten für den Feger erkennbar waren.
« Letzte Änderung: 17.03.12, 20:31 von TWMueller »
Thomas W. Müller
Aktion SchornsteinFegerRechts-Reform

Tel.: (06134) 564620
Mail: AKTUELL BITTE  KEINE MAILS
FORUM: http://sfr-reform.carookee.com/
Ich freue mich über jeden persönlichen Kontakt.