Autor Thema: Abgaswegeüberprüfung = Abgasmessung ???  (Gelesen 7837 mal)

Günter will Frieden

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Re: Abgaswegeüberprüfung = Abgasmessung ???
« Antwort #15 am: 24.06.16, 19:15 »
Hallo simba2003hobby,

ich bin mit dir einig: "Die KÜO ist Gesetz und die Erläuterungen zu den verschiedenen Begriffen sind verbindlich."


noch einmal zu „Abgaswege“ und zur KÜO:

Ich glaube nicht, daß ich falsch liege. Die KÜO ist Gesetz und die Erläuterungen zu den verschiedenen Begriffen sind verbindlich.

„Verbindungsstück“, ist in Anlage 4 (zu § 7 KÜO), unter Nr. 23 definiert. Demnach ist ein „Verbindungsstück“ eine Vorrichtung, die auf dem Abgasstutzen der Feuerstätte sitzt und hat damit mit „Zuluft“ nichts zu tun. Zuluft– und Abgassystem sind an meiner Anlage getrennte Systeme (2 voneinander unabhängige Rohre).

Im übrigen hat der Geselle des SF, an meiner Feuerungsanlage keinen „Abgasweg“ gefunden. Er hat nur eine Emissionsmessung gemäß 1. BImSchV durchgeführt. Wie bereits erwähnt, wurde mir aber zusätzlich eine „Abgaswegeüberprüfung“ in Rechnung gestellt, die ich nicht bezahlt habe.

Auf meine Beschwerde beim LRA, folgte postwendend die Belehrung durch das LRA, daß an meiner Anlage es einen „Abgasweg“ gäbe, der durch den SF gereinigt und geprüft werden müsse.       ..............


Auch die Definition für "Verbindungsstück" habe ich genauso gelesen, wie du es beschrieben hast. Also in der Hinsicht habe ich anscheinend in meinem Beitrag vom 23.6.16 etwas falsch gelegen. Die Zuluftverbindung von der Heizung bis zum senkrechten, ehemaligen Schornstein ist demnach kein Verbindungsstück (nach Definition der KÜO).
Zugleich bleibe ich dabei, was ich ebenfalls in meinem Beitrag vom 23.6.16 geschrieben habe:
in dem Zuluftrohr ist innen ein zweites Rohr als Abgasverbindung. Dieses innere Rohr ist meiner Meinung nach ein Verbindungsstück gemäß den Begriffsbestimmungen der KÜO.

Gerade heute habe ich die bei meiner Gasbrennwertheizung vorgeschriebene, alle 2 Jahre durchzuführende Überprüfung des Abgasweges und der Abgasleitung, über mich und die Heizung ergehen lassen. Ein Schornsteinfegergeselle eines anderen Betriebes als dem des bevollmächtigten Schornsteinfegers hat die Überprüfungen durchgeführt. Ich habe ihm genau zugesehen und nachgefragt, was er da machte.
 Unter anderem hat er einen Meßfühler eines Messgerätes in das Verbindungsstück und zugleich einen zweiten Messfühler in das Zuluftrohr der Heizung gesteckt - bei laufender Heizung.
 Wenn ich jetzt erst mal vertrauensvoll annehme, dass der Schornsteinfeger das korrekt gemacht hat, kann ich mir vorstellen, dass durch diese Messungen festzustellen ist, ob sowohl Zuluftrohr, wie auch Abgasweg (gleich: Abgasrohr) dicht sind. Ausserdem läßt sich vermutlich feststellen, ob die gemessenen Werte einer richtig funktionierenden Heizung entsprechen.
 Ich denke, es ist wichtig für die einwandfreie Funktion einer Brennwertheizung, dass Zuluftrohr und die gesamte Zuluftzufuhr frei und funktionstüchtig, und ebenso dass der Abgasweg und die Abgasleitung frei und funktionstüchtig sind.
 Der Schornsteinfegergeselle hat heute bei meiner Heizung und im Haus auch die (senkrechte) Abgasleitung (im ehemaligen Schornstein verlegt) kontrolliert.

Soweit kann ich dem Schornsteinfeger keinen Vorwurf machen. Allerdings hat er für die genannten Überprüfungen 15 bis 20 Minuten gebraucht. Dazu kommen noch Fahrzeit von max. 30 Minuten und Zeit für den Schreibkram. Bezahlen werde ich dafür insgesamt ca. 109 EURO. Die werde ich vorraussichtlich auch bezahlen, weil vorab so vereinbart. Ich habe einfach kein preisgünstigeres Angebot für die Überprüfung gefunden.

Ich denke, wir sind uns einig: wir halten es für eher überflüssig, dass irgendein Schornsteinfeger solche Überprüfungen durchführen und dafür kassieren soll. Es ärgert mich auch sehr, dazu verpflichtet zu sein. Und dagegen will ich unbedingt vorgehen: diese Zwangsmassnahmen sollen abgeschafft werden!
Kürzlich habe ich meine Heizung warten lassen: da wurde nahezu alles das auch schon durchgeführt, was jetzt der Schornsteinfeger noch mal gemacht hat.
Das ist ärgerlich! Diese unnötige doppelte Überprüfung und doppelte Abkassierung finde ich empörend.

Ich denke, dass deine Heizung auch einen Abgasweg hat. Möglicherweise hat der Schornsteinfeger beim Überprüfen deiner Heizung Fehler gemacht. Es interessiert mich, wie es dir mit deinen Rechtsstreitigkeiten weiter geht. Hältst du mich/ uns im Forum auf dem Laufenden?

Mit freundlichen Grüßen   Günter

simba2003hobby

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Re: Abgaswegeüberprüfung = Abgasmessung ???
« Antwort #16 am: 25.06.16, 08:34 »
Hallo Günter will Frieden,

ich kann hier nur über meinen Öl-Brennwertkessel berichten – mit Gasthermen kenne ich mich nicht aus.

Im Grunde reicht es bei einem Öl-Brennwertkessel aus, wenn alle drei Jahre die Emissionsmessung gemäß 1. BImSchV durchgeführt wird. Wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Werte eingehalten werden, ist der Brenner richtig eingestellt und es bedarf keiner weiteren Kontrollen, denn sonst konnte der Brenner die Werte nicht erbringen.

Nur nebenbei: In der Meßöffnung der Abgasleitung, wird der CO-Gehalt des Abgases gemessen. In der Meßöffnung der Zuluftleitung, wird der Sauerstoffgehalt der Zuluft gemessen. Der Sauerstoffgehalt läßt Rückschlüsse auf die Dichtigkeit der Abgasleitung zu. Diese Messung ist absolut überflüssig, denn wenn der CO-Gehalt stimmt, ist gewährleistet, daß die Abgasleitung dicht ist.

Auch die optische Überprüfung der Abgasleitung durch die Revisionsöffnung, ist eine reine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme des SF und absolut überflüssig. Wenn die Abgasleitung undicht würde, was absolut unwahrscheinlich ist, weil sie ja fest im ehemaligen Schornstein verankert ist, würden die Abgase durch den ehemaligen Schornstein abziehen, bzw., würden vom Brenner wieder angesaugt werden und der Brenner ginge auf Störung.

Wie das Wort schon sagt, handelt es sich bei einem „Verbindungsstück“ über ein Stück Rohr und nicht über eine Leitung, wie bei meiner Abgasleitung. Meine Abgasleitung endet nicht im Schornstein, wie das „Verbindungsstück“ der KÜO, sondern verläuft durch den ehemaligen Schornstein ins Freie.

Der ehemalige Schornstein wird zum Zuluftschacht. Dieser Schacht ist oben, bis auf die Zuluftöffnungen verschlossen, sodaß weder etwas in den Schacht fallen, noch die Abgasleitung durch Regen oder UV-Strahlen beeinträchtigt werden kann. Rein theoretisch könnte in die oben offene Abgasleitung (Außendurchmesser 80 mm), z.B. ein Vogel fallen. Dadurch würden sich aber die Luftverhältnisse dermaßen ändern, daß der Brenner auf Störung ginge.

Wie bereits dargelegt, bezieht sich das „Verbindungsstück“ der KÜO auf konventionelle Öl-Heizkessel, die vom Schornsteinfeger gereinigt und auf Beschädigung (Rost) geprüft werden. Da dieses „Verbindungsstück“ bei Öl-Brennwertkesseln fehlt, geht den SF ein Stück Verdienst verloren. Dies nehmen die SF nicht hin, sondern behaupten einfach, die ersten Meter der Abgasleitung, wären das „Verbindungsstück“ der KÜO und es müßte deshalb eine Abgaswegeüberprüfung geben.

Im Gebührenverzeichnis der alten KÜO (bis 2012), gab es unter Nr. 3.2 eine Abgaswegüberprüfung. Diese Überprüfung beinhaltete die CO-Messung, die Überprüfung der Verbrennungslufteinrichtungen und die Ausstellung der Bescheinigung. Für diese Tätigkeiten wurden von der KÜO 13,8 Minuten vorgeben.

Aus dieser Abgaswegüberprüfung machten die SF ab 2013 die „Abgaswegeüberprüfung“, ohne allerdings anzugeben, was darunter zu verstehen ist.

An meiner Anlage erfolgt die CO-Messung im Rahmen der Emissionsmessung. Da meine Anlage raumluftunabhängig arbeitet, gibt es keine Verbrennungslufteinrichtungen. Es gibt zwar das Zuluftrohr aus Metall, dieses ist aber auf der einen Seite luftdicht in den ehemaligen Schornstein eingemauert und auf der anderen Seite luftdicht und fest mit dem Zuluftstutzen des Kessels verbunden. Da gibt es für einen SF nichts zu kontrollieren und er hat auch bei seiner Begehung nichts derartiges getan.

Aus diesem Grunde habe ich vom SF die Aufhebung des FSB verlangt. Da er diesem Verlangen nicht entsprochen hat, läuft z.Zt. ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht.

Außerdem habe ich beim LRA die Befreiung von der KÜO verlangt. Da das LRA diesem Verlangen nicht nachgekommen ist, läuft z.Zt. eine Beschwerde beim Regierungspräsidium.

Schließlich habe ich beim SF auch noch dessen Rechnungen von 2013 und 2014 reklamiert. Da der SF auf meine Reklamationen nicht reagiert hat, läuft z.Zt. eine Klage beim Amtsgericht.

Außerdem läuft das Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft.


MfG

simba2003hobby

simba2003hobby

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Re: Abgaswegeüberprüfung = Abgasmessung ???
« Antwort #17 am: 26.06.16, 09:21 »
Hallo Günter will Frieden,

zu dem Beitrag vom 24.06.16 habe ich die folgenden Fragen:

1. Wie hat der SF das „innere Rohr/Verbindungsstück“ denn gereinigt/geprüft?

2. Wie hat der SF die im ehemaligen Schornstein verlegte Abgasleitung kontrolliert?

3. Wie setzt sich der Betrag von 109 Euro zusammen?

Gemäß des bis 31.12.12 geltenden Gebührenverzeichnisses der KÜO, hätte der SF wie folgt berechnen dürfen:

Grundwert für Abgaswegüberprüfung lt. 1.1.2 der KÜO = 3,5 Minuten, zzgl. Arbeitsgebühr für Abgaswegüberprüfung für raumluftunabhängige Gasfeuerstätte lt. 3.4 der KÜO = 18,9 Minuten, zzgl. Fahrtkosten außerhalb der KÜO = 30 Minuten, ergibt insgesamt 52,4 Minuten x 1,05 Euro/Minute lt. KÜO x 1,19 MwSt, ergibt einen Rechnungsbetrag von 65,47 Euro.

In diesen 65,47 Euro ist, gemäß KÜO, die Wegzeit vom Fahrzeug zur Feuerstätte und zurück, die CO-Messung, die Überprüfung der Verbrennungslufteinrichtungen, die Ausstellung der Bescheinigung, die Ringspaltmessung und die, außerhalb der KÜO zu berechnende Fahrtzeit, enthalten.

Die Freigabe des Schornsteinfegermarktes sollte doch eigentlich dafür sorgen, daß die Preise sinken und nicht steigen oder irre ich mich da?

Für diese Leistung würde ich keine 109 Euro bezahlen - Frieden wird dann allerdings keiner einkehren.

MfG

simba2003hobby

Frank86

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Re: Abgaswegeüberprüfung = Abgasmessung ???
« Antwort #18 am: 26.06.16, 10:27 »
Da hier meine Eingangsfragen nicht beantwortet wurden, mache ich hier zu !