Autor Thema: Verschiebung Messtermin: Zuschlag für Arbeiten außerhalb des üblichen Arbeitsg.  (Gelesen 1758 mal)

Harry

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Hallo Experten,

alle Jahre wieder kündigt der Schornsteinfeger einseitig einen Messtermin an. In diesem Jahr hat er ihn in die Sommerferien gelegt. Obwohl ich ihn früh genug informiert habe, muss ich nun einen "Zuschlag für Arbeiten, wenn die Arbeiten außerhalb des üblichen Arbeitsganges ausgeführt werden müssen."

Ich wohne in einem Mietshaus, alle Häuser in dieser Straße gehören der Wohnungsbaugesellschaft. Darf der Feger verlangen, dass alle ca. 800 Mieter zum vorgegebenen Termin anwesend sind? Ich meine, es gibt ein Urteil, dass man zumindest Anrecht auf einen zusätzlichen kostenfreien Termin hat. Leider habe ich das trotz intensiver Recherche nicht gefunden.

Ich musste den Termin schon oft verschieben, habe immer artig gezahlt. Gemeinsame Termine halten die Kosten niedrig. Aber den Termin in die Sommerferien zu legen, ist doch ein starkes Stück. Die Dame der Wohnungsbaugesellschaft hat sich verplappert und verraten, dass jährlich über 500 Mieter den Termin verschieben müssen. Also über 6000 € ohne etwas dafür zu tun für den Feger. Klasse Idee.

Vielen Dank vorab und herzliche Grüße,

Harry.

TWMueller

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Hier ist zumindest die RECHTSLAGE ziemlich eindeutig.
Ob da nämlich ein Schornsteinfeger Zugang zur gemieteten Wohnung haben will oder ein Heizungsableser oder ein Elektriker spielt KEINE ROLLE.

Einen ZUSCHLAG für "Arbeitsgänge außerhalb des üblichen Arbeitsgangs" gibt es seit 2013 überhaupt nicht mehr. Für alle HANDWERKLICHEN Schornsteinfegerarbeiten (Kehren, Messen, Prüfen) ist die Gebührenbindung per KÜO (Kehr- und Überprüfungsordnung des BMWi) zum 31.12.2012 AUSSER KRAFT getreten. Alle PREISE und sonstigen KONDITIONEN können seitdem FREI vereinbart werden.

Ein MIETER ist zudem KEIN AUFTRAGGEBER eines Schornsteinfegers. Er schuldet diesem daher NIE irgend etwas direkt. Der Schornsteinfegerbetrieb rechnet mit dem Eigentümer / der Verwaltung ab. Diese legt die umlagefähigen Teile der Handwerkerrechnung bei der BETRIEBSKOSEN-ABRECHNUNG um.

Sie haben auch Recht, dass dem MIETER zumindest EIN Alternativtermin ohne Zusatzkosten angeboten werden muss, wenn er den ersten Termin nicht wahrnehmen kann. Gerade bei größeren Gebäuden oder Wohnanlagen entstehen praktisch auch keine Zusatzkosten für einen Schornsteinfeger. Man wird NIE erreichen, dass ALLE MIETER zu einem ZEITPUNKT anwesend sind. Je nach Anzahl der Wohneinheiten muss daher sinnvoll bereits mit MEHREREN Terminen geplant werden.

Da seit 2013 zudem FREIE SCHORNSTEINFEGER-WAHL besteht, sollte man die Hausverwaltung ggf. auch mal informieren / auffordern, mehrere Angebote einzuholen. Gerade bei vielen Einheiten kann mit knallharter Verhandlung sicher ein deutlich günstigerer Preis mit service-orientierten Konditionen verhandelt werden. Hinsichtlich der BETRIEBSKOSTEN tritt die Hausverwaltung als TREUHÄNDER auf. Sie ist also verpflichtet, sich WIRTSCHAFTLICH zu verhalten. Sie darf folglich nicht das erst beste (und TEURE) Angebot annehmen, nur um sich die Arbeit eines Preisvergleichs zu sparen. Verstößt sie dagegen, kann der Mieter später bei der Abrechnung ggf. die Erstattung zuviel berechneter Kosten verweigern.
Thomas W. Müller
Aktion SchornsteinFegerRechts-Reform

Tel.: (06134) 564620
Mail: AKTUELL BITTE  KEINE MAILS
FORUM: http://sfr-reform.carookee.com/
Ich freue mich über jeden persönlichen Kontakt.