Autor Thema: Schornsteinfeger aktuell  (Gelesen 73465 mal)

Gerd aus Strausberg.

  • Gast
Schornsteinfeger aktuell
« am: 31.07.11, 21:31 »
Die „Märkische Oderzeitung“ berichtet: Der Aldi unter den Fegern: Ein Berliner hebelt Schornsteinfeger-Monopol in Brandenburg aus:

Seelow (MOZ) Das Schornsteinfegermonopol in Deutschland soll 2013 fallen. Viele Hausbesitzer können es kaum erwarten, ihren Schornsteinfeger frei wählen zu können. Mancher versucht schon jetzt, ein Schlupfloch zu nutzen. Der Gastwirt Philipp Lissel hat seinem zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister Mario Glenz und dem deutschen Schornsteinfegermonopol den Kampf angesagt. Die „selbstherrliche Terminvorgabe“  ;D seines zuständigen Schornsteinfegers habe ihn seit Jahren geärgert. Der sei „immer ausgerechnet zur Mittagszeit, wenn in der Küche Hochbetrieb herrscht“, gekommen, erklärt der Inhaber des Restaurants „Krokodil“… Nachdem er den unangemeldet erschienenden Feger nicht reinließ, hatte der ihm für 2011 bis zum 8. Juli Frist gesetzt und im Falle der Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld von 5000 Euro angedroht. Das war für den Wirt eine Kampfansage. Er habe sich im Internet umgesehen und fand den Berliner Schornsteinfeger Roman Heit, der ist bei dem Österreicher Rauchfangkehrermeister Jürgen Michael Maier angestellt…  ;) Dass ein deutscher Schornsteinfeger für einen im EU-Ausland ansässigen Betrieb in Deutschland arbeitet, ist seit dem 29. November 2008 grundsätzlich erlaubt. Unmittelbar, nachdem Roman Heit am 2. Mai dieses Jahres auf drei Berliner Grundstücken Schornsteinfegerarbeiten durchgeführt hatte, kam nach Angaben der moz.de Märkische Oderzeitung: Der Aldi unter den Fegern: Ein Berliner Seite 1 von 3 http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/347900/?print=1&type=98&cHash=ad3692 vom 20.07.2011 die Untersagungsverfügung. In der verbietet die Senatsverwaltung dem Berliner weitere Arbeiten für den österreichischen Betrieb im Land Berlin… Der Schornsteinfeger registriert ein „massives Aufgebot“ des deutschen Schornsteinfegerhandwerks gegen die drohende Konkurrenz  >:( . Noch vor der Untersagung durch den Senat traf bei ihm ein Schreiben eines Vereins namens „Rußtizia“  8) ein, der mit Klagebefugnis die Interessen der deutschen Schornsteinfeger vertritt. „Rußtizia“  8) forderte von Heit die Abgabe einer Unterlassungserklärung – die dieser verweigert. Stattdessen sind Roman Heit und sein österreichischer Chef ins Nachbarland Brandenburg ausgewichen…
Der BSM Glenz hat dem Seelower Wirt inzwischen das Formblatt in Rechnung stellt. Der Kehrbezirksinhaber will zudem sich Lissels Gasheizanlage noch einmal anschauen…
Roman Heit indes sieht seine Zeit bald kommen: „2013 brechen die Dämme. Dann will ich der Aldi unter den Schornsteinfegern der Region sein“, sagt er.

Quelle:

http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/347900/?print=1&type=98&cHash=ad3692

TWMueller

  • Interne-User
  • Hero Member
  • *
  • Beiträge: 1.248
  • Wir sind die Summe vieler Ichs.
    • Profil anzeigen
    • SchornsteinFegerRechts-Reform
Märkische Oderzeitung
« Antwort #1 am: 01.08.11, 09:46 »
Der o.a. Artikel ist bereits lesenswert. Die Kommentare aber auch. Jeder am Thema Interessierte sollte sich an der Diskussion beteiligen. Geht auch ohne vorherige Registrierung.

Artikel siehe:
http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/347900/
Zu den Kommentaren BUTTON unter dem Text anklicken. (Direkter Link klappt hier leider nicht)
« Letzte Änderung: 01.08.11, 10:01 von TWMueller »
Thomas W. Müller
Aktion SchornsteinFegerRechts-Reform

Tel.: (06134) 564620
Mail: AKTUELL BITTE  KEINE MAILS
FORUM: http://sfr-reform.carookee.com/
Ich freue mich über jeden persönlichen Kontakt.

Micha

  • Gast
Re: Schornsteinfeger aktuell
« Antwort #2 am: 05.08.11, 01:00 »
Na Thomas deiner Einladung und dem Beitrag von Gerd möchte ich doch gerne auch folgen.

Ich selbst bin mal kein Schorni nur soviel vorweg.

Aber

einer Schrinsteinfeger GmbH werde ich ganz sicher nicht die Tür öffnen.

Was glaubt ihr eigentlich was passieren wird? Es werden s.g. schorni gmbh gegründet weil dann keiner mehr Haftung übernehmen muss im Falle eines Fehlers, was sich selbstredent auf die Matriellen Güter bezieht.

Lieber gebe ich die 40 Euros im Jahr aus für 2 mal kehren kommen und bleibe bei meinem Schorni der auch noch die volle Verantwortung gegenüber dritten trägt.
Zumal meiner ein ganz netter ist und realistisch ist.

Es haben zwar alle Schwarze Sachen an, jedoch sind nicht alle gleich schwarze Scharfe.

P.S.: ich selbst kenne auch Schornis die Gebühren erfinden, aber es sind nicht alle so.

Datko

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 798
    • Profil anzeigen
    • kontra-schornsteinfeger.de
Re: Schornsteinfeger aktuell
« Antwort #3 am: 05.08.11, 06:50 »
einer Schornsteinfeger GmbH werde ich ganz sicher nicht die Tür öffnen.

Was glaubt ihr eigentlich was passieren wird? Es werden s.g. schorni gmbh gegründet weil dann keiner mehr Haftung übernehmen muss im Falle eines Fehlers, was sich selbstredent auf die Matriellen Güter bezieht.

Lieber gebe ich die 40 Euros im Jahr aus für 2 mal kehren kommen und bleibe bei meinem Schorni der auch noch die volle Verantwortung gegenüber dritten trägt.
Zumal meiner ein ganz netter ist und realistisch ist.


Das kann natürlich jeder so halten wie er will, jeder kann sich die Firma nach seinen eigenen Vorstellungen aussuchen. Abgesehen davon haften GmbHs.

- Bei den Schornsteinfegern hat man allerdings das Problem, dass viele "Arbeiten" unnütz sind. Wir haben eine Erdgasheizung, die braucht keinen Schornsteinfeger., der jährliche Schornsteinfegerschaden beträgt 60 €.
- Außerdem besteht das Gebiets-Monopol der Bezirksschornsteinfeger weiter, mich wird weiterhin ein Bezirksschornsteinfeger regelmäßig abkassieren, obgleich ich keinen brauche.

Viele Menschen bleiben auf Schäden sitzen, die Bezirksschornsteinfeger verursacht haben:

Siehe: http://www.kontra-schornsteinfeger.de/Pech-Schornsteinfeger.html
Z.B. 17.03.2010:     "Der Kaminkehrer brachte nichts als Pech"
(15.000 Euro Schaden)
"Bei ihm hat ein Schlotfeger den Schornstein des Wohnhauses zerstört."


Es haben zwar alle Schwarze Sachen an, jedoch sind nicht alle gleich schwarze Scharfe.

Meiner Ansicht nach sind alle Schornsteinfeger üble Menschen, da sie viele "Tätigkeiten" ausführen, die unnütz und unerwünscht sind.

Beispiele:

25.01.10 : Sachsen-Anhalt
http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1260693554528&openMenu=1121028317612&calledPageId=1121028317612&listid=1121250412275
"Immer mehr Hausbesitzer lassen die Männer in der schwarzen Kluft nicht auf ihr Grundstück"

06.11.2009 : Berlin
http://www.morgenpost.de/berlin/mauerfall/article1202500/Der-Russ-war-in-Ost-und-West-gleich-schwarz.html
"Feller und Pollow können viele Geschichten erzählen von Kollegen, die nur unter Polizeischutz ihrer Arbeit nachgehen, weil Hausbesitzer sie nicht einlassen wollen"

[...]

Das Erste, TV  23.11.2010
http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,jddfurnmesnmohd6~cm.asp
"Stefan Lepke, Ofenhändler: "aber aus Angst vor dem Schornsteinfeger sind sie nicht bereit auszusagen"
« Letzte Änderung: 01.08.13, 13:44 von Datko »
Joachim Datko - Ingenieur, Physiker
Interessengemeinschaft gegen das Schornsteinfeger-Monopol Sektion Bayern
Forum : www.kontra-schornsteinfeger.de

TWMueller

  • Interne-User
  • Hero Member
  • *
  • Beiträge: 1.248
  • Wir sind die Summe vieler Ichs.
    • Profil anzeigen
    • SchornsteinFegerRechts-Reform
Re: Schornsteinfeger aktuell
« Antwort #4 am: 05.08.11, 18:58 »
Im angestrebten Ergebnis stimme ich mit Joachim Datko völlig überein. Bei der Einschätzung der Schornsteinfeger als individuelle Menschen liegen wir vielleicht etwas auseinander. Wenn er schreibt:
Zitat
Meiner Ansicht nach sind alle Schornsteinfeger üble Menschen ...
so halte ich die Aussage für etwas überzogen (und logisch auch nicht haltbar). Eine Aussage mit "ALLE" ist praktisch immer falsch, da man nur EINE AUSNAHME finden muss, um die Aussage zu widerlegen. Persönlich habe ich auch ein Problem damit, was "üble Menschen" sind. Hier fehlt mir ein halbwegs objektiver Maßstab. Wird man bereits zum "üblen Menschen", wenn man Geschenke des Gesetzgebers dankend annimmt? Wahrscheinlich muss auch ich mich als "übler Mensch" verstehen, denn ein Engel bin ich in meinem Leben nie gewesen.

ICH habe mit den MENSCHEN, die den Beruf des Schornsteinfegers ausüben, nicht mehr und nicht weniger Probleme, als mit allen anderen auch. Ich bin ein energischer Gegner eines SONDER-Rechts, das Sicherheitsaspekte mit einem bevorzugten Berufsstand unzulässig verknüpft. Ich bin gegen Monopole und überzogene Beschneidungen von bürgerlichen Grundrechten.

Leider bewirkte das Schornsteinfeger-BEZIRKS-Monopol, das nunmehr langsam fallen soll, nicht nur, dass Hauseigentümer und Mieter mit überflüssigen PFLICHT-Arbeiten und -Kontrollen belastet werden, es hat auch einen erheblichen, schädlichen Einfluss auf die Qualität der Schornsteinfeger-Tätigkeiten gehabt. Hätten die Bürger bereits früher den Schornsteinfeger als normalen Handwerker FREI beauftragen können, hätte "der Markt" bereits die schwarzen Schafe weitgehend aussortiert. Wie in jedem anderen Bereich des Lebens gibt es natürlich auch bei den Schornsteinfegern Personen, die versuchen, möglichst bequem durchs Leben zu kommen und hierbei andere ausnutzen, ja regelrecht "abzocken".

Aber ebenso gibt es mit Sicherheit auch Schornsteinfeger, die gern freundlich und hochqualifiziert eine gute Handwerksarbeit zu fairen Konditionen anbieten wollen. Diese Gruppe des Schornsteinfeger-Handwerks braucht auch keine Sorge vor einer Marktöffnung zu haben. Sie werden gegenüber denjenigen, die sich bislang bequem auf ihrem Bezirks-Monopol ausgeruht haben, die Nase vorn haben. Wer tatsächlich ein Interesse an einer Marktöffnung und einer Abschaffung eines verfassungswidrigen SONDER-Rchts ist, sollte daher versuchen, die Schornsteinfeger zu unterstützen, die wirklich HANDWERKER sein wollen.

Bis 2013 besteht leider (solange das SchfHwG noch nicht vom Verfassungsgericht für NICHTIG erklärt wurde) nur die Möglichkeit, alternative Anbieter aus dem EU-Ausland zu beauftragen, wenn man mit seinem BEZIRKS-Pflicht-Kehrer unzufrieden ist. Ab 2013 wird dann hoffentlich ein frischer Wind in diese alten, verkrusteten Strukturen wehen. Wer also durch Zufall einen freundlichen und fachkundigen Vertreter dieses Handwerks als Bezirksschornsteinfeger hat, kann sich glücklich schätzen. Vielleicht denken sogar einige andere Vertreter dieser Zunft daran, dass ihr Auftreten heute als Visitenkarte dient, wenn 2013 die Wahlfreiheit kommt. Und da auch die Bezirke für die angeblich "hoheitlichen" Aufgaben nur noch für 7 Jahre vergeben werden, dürften all zu viele Beschwerden bei der Aufsichtsbehörde einer Neubestellung nicht gerade förderlich sein.

Ich würde mich freuen, wenn immer mehr Bürger erkennen, dass das Schornsteinfeger-SONDER-RECHT ein system- und verfassungswidriges Problem darstellt. Es wird Zeit, Sicherheitsaspekte und Wirtschaftsinteressen STRIKT zu TRENNEN. Aber das Kernproblem ist das GESETZ und nicht der Mensch, der den Beruf des Schornsteinfegers ausübt. Sobald das SONDER-Recht abgeschafft wurde, wird niemand mehr Probleme mit einem Schornsteinfeger haben, die er nicht auch mit jedem anderen Handwerker haben könnte. Streicht die Privilegien und auch die Schornsteinfeger werden wieder Menschen wie Du und Ich.
Thomas W. Müller
Aktion SchornsteinFegerRechts-Reform

Tel.: (06134) 564620
Mail: AKTUELL BITTE  KEINE MAILS
FORUM: http://sfr-reform.carookee.com/
Ich freue mich über jeden persönlichen Kontakt.

Gerd aus Strausberg

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 326
    • Profil anzeigen
Re: Schornsteinfeger aktuell
« Antwort #5 am: 09.08.11, 20:23 »
Schornsteinfeger sagen - Familiendrama in Berlin war vermeidbar!

„Unterdes ist die Schornsteinfegerinnung der Meinung, die Tragödie hätte verhindert werden können. Nach Ansicht der Berliner Schornsteinfegerinnung wäre der Tod einer sechsköpfigen Familie durch eine Gasvergiftung in Berlin-Köpenick vermeidbar gewesen. Das sagte Bezirksschornsteinfegermeister Henry Laubenstein am Mittwoch. Laubenstein zufolge blieb die Gasanlage in der Wohnung seit 2005 mehrere Jahre außer Betrieb. Zwar sei im Jahr 2010 eine Prüfung erfolgt, eine Nutzung habe es seither auch dann nicht gegeben."

Quelle: 
http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1714238/Schornsteinfeger-Familiendrama-war-vermeidbar.html

Ist es von Interesse, ob eine Nutzung der Heizungsanlage nach der Überprüfung vom zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister erfolgte oder nicht? Das kann es nicht sein, denn er gibt zu, dass er eine Überprüfung im Jahre 2010 gemacht hat. Die Abgasanlage soll verstopft gewesen sein, das hat er nicht bemerkt, wohl weil er es nicht überprüft hat. Es hat sich mittlerweile eine gefährliche Praxis eingestellt, die bei neuzeitlichen Gasheizungsanlagen durch den Schornsteinfeger zwar üblich, aber nicht lebensgefährlich ist: sie überprüfen nicht, sie öffnen nicht einmal das Gehäuse der Anlage, es hat sich so eingespielt, um den Profit möglichst hochzutreiben, sie schreiben nur eine Rechnung, denn überprüfen können sie ohnehin nichts, dazu fehlt es an Bildung. Das ist auch verständlich, denn auch der Heizungsbauer konzentriert sich nur auf ein oder höchstens zwei Heizungshersteller. Wie will der Feger da alle gängigen Typen von Anlagen überprüfen können? Er verlässt nach fünf Minuten den Heizungsraum und sagt: „alles in Ordnung!“ Bei modernen Heizungsanlagen liegt er da schon ganz richtig, denn die überprüfen sich selbst, schalten sich ab wenn es bedrohliche Zustände gibt. Nicht so ist es bei veralteten Anlagen, so wie es eine in Berlin gewesen ist. Hier wurde der Fehler gemacht, nicht zu überprüfen, so wie es bei den Fegern allgemein üblich ist. Spätestens nach so einem schrecklichen Unglücksfall, oder sollte hier schon die Grenze zur Vorsätzlichkeit überschritten sein, erkennt man die Unfähigkeit der Feger, moderne Heizungsanlagen zu überprüfen. Wichtig für den Feger ist es nur, die Rechnung zu schreiben, die umgerechnet auf eine „Arbeitsstunde“ mehrere hundert Euro beträgt und somit dem Feger ein Leben in Saus und Braus ermöglicht. Herhalten mit Leib und Leben muss nur der Kehrgebührpflichtige, der Bürger der für eine nichtsnutzige Scheindienstleistung brutal ausgebeutet wird. Der technisch gebildete Bürger kennt diese Umstände und lässt seine Anlage durch einen wirklichen Fachmann überprüfen und liegt damit auf der sicheren Seite. Der Normalbürger glaubt des Fegers Geschwafel von deren Glücksbringertum und denkt sich bei den Worten „alles in Ordnung“ aus dem Munde des göttlichen Fegers, dass es auch so sei, eine lebensgefährliche Fehleinschätzung! Das sehen wir bei dem Unfall in Berlin mit sechs Toten, darunter vier Kinder, die nicht einmal in der Lage waren das betrügerische Treiben der Feger auch nur im Ansatz zu erkennen!
Die Schornsteinfegerinnung ist der Meinung, die Tragödie hätte verhindert werden können und leitet die Flucht nach vorne ein. Der Bezirksschornsteinfegermeister Henry Laubenstein legt noch ein´s drauf: Zwar sei im Jahr 2010 eine Prüfung erfolgt, eine Nutzung habe es seither aber nicht gegeben. Womit er sagen will, da die Anlage nach Überprüfung nicht genutzt worden ist, ist es nicht verwunderlich, dass es zu dem tragischen Unfall kam, anders kann ich seine Worte nicht interpretieren. Nicht ein Wort von Bedauern oder gar von einzugestehender Schuld. Nein, die Nutzer sind schuld, denn die haben die Anlage ja nicht genutzt, trotz Überprüfung durch den Bezirksscharlatan. Was für eine verkehrte Welt, was für ein ekelerregendes Gewerbe.

« Letzte Änderung: 09.08.11, 20:25 von Gerd aus Strausberg »

Gerd aus Strausberg

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 326
    • Profil anzeigen
Re: Schornsteinfeger aktuell
« Antwort #6 am: 09.08.11, 21:09 »
Gebühren für Schornsteinfeger steigen deutlich
 
Bereits 2010 mussten Mieter und Eigentümer für Schornsteinfeger mehr bezahlen. Schon bald steht die nächste Preiserhöhung ins Haus.
Zur Umsetzung ihrer Energieeinsparziele will die Bundesregierung Eigenheimbesitzer und Mieter zwingen, nochmals tiefer in die Tasche zu greifen. Bereits 2010 waren die Schornsteinfegergebühren durch die Einführung einer bundeseinheitlichen Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) in manchen Bundesländern schon um mehr als 20 Prozent gestiegen.

Jetzt sollen mit einer noch in diesem Jahr in Kraft tretenden Reform dieser Verordnung die Belastungen weiter zunehmen. Allein in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg soll die Fahrtkostenpauschale, die Essenkehrer für jede Anfahrt kassieren, um 32,3 Prozent angehoben werden.

Während die im vergangenen Jahr in Kraft getretene bundeseinheitliche KÜO noch von der großen Koalition verabschiedet wurde, hat die neue Reform das vom FDP-Vizechef Rainer Brüderle geleitete Bundeswirtschaftsministerium erarbeiten.
Mieterbund und Eigentümerverband rebellieren gegen Preiserhöhung

Die Pläne stoßen beim Mieterbund und dem Eigentümerverband Haus & Grund auf heftige Kritik. „In zahlreichen Bundesländern sind die Schornsteinfegerkosten bereits durch die Einführung der bundeseinheitlichen KÜO im vergangenen Jahr massiv gestiegen … In Schleswig-Holstein weisen vorgelegte Rechnungen von Hausbesitzern Gebührensteigerungen von 40 Prozent und mehr aus.

Vermieter reichen die Schornsteinfegergebühren als Betriebskosten an ihre Mieter weiter. Im Schnitt müssten Wohnungsmieter derzeit 0,48 Euro pro Quadratmeter und Jahr an Schornsteinfegergebühren zahlen, sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Bei einer 70 Quadratmeter großen Wohnung seien das im Jahr 33,60 Euro.

Quelle:

http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article13347576/Gebuehren-fuer-Schornsteinfeger-steigen-deutlich.html

TWMueller

  • Interne-User
  • Hero Member
  • *
  • Beiträge: 1.248
  • Wir sind die Summe vieler Ichs.
    • Profil anzeigen
    • SchornsteinFegerRechts-Reform
Re: Änderung der Bundes-KÜO
« Antwort #7 am: 10.08.11, 01:16 »
Nur zur Info:
Die KÜO wurde bereits im JUNI 2011 vom Wirtschaftsminister erlassen, vom Bundesrat abgesegnet und im Bundesanzeiger veröffentlicht. Sie ist somit bereits IN KRAFT.

Und so ganz nebenbei wurde auch das SchfHwG im JULI 2011 vom Bundestag "aktualisiert". Statt die Unklarheiten wegen des erst späteren Inkrafttretens des § 14 (Feuerstättenbescheid) sauber zu erledigen, wurde "nur" für die Übergangszeit bis 2013 ein Verweis auf das alte, noch in Teilen gültige SchFG in § 17 aufgenommen. Noch so eine Verschlimmbesserung. "Denn sie wissen nicht, was sie tun."
Thomas W. Müller
Aktion SchornsteinFegerRechts-Reform

Tel.: (06134) 564620
Mail: AKTUELL BITTE  KEINE MAILS
FORUM: http://sfr-reform.carookee.com/
Ich freue mich über jeden persönlichen Kontakt.

Gerd aus Strausberg

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 326
    • Profil anzeigen
Die Wahl, die Schornsteinfeger und die FDP
« Antwort #8 am: 05.09.11, 22:02 »
Die FDP – als selbsterklärter Schornsteinfegergegner

Die krisengeschüttelte FDP fliegt zum vierten Mal in diesem Jahr aus einem Landesparlament und hofft jetzt auf die Berliner Abgeordnetenhauswahl in zwei Wochen. Gerade da kann sie nicht hoffen, denn genau hier hat sie die Antischornsteinfegerkampagne abgezogen unter dem Wahlspruch „Schornsteinfeger raus aus meinem Haus!“, ob der Wähler das schon vergessen hat?
Wie war das damals mit der FDP? Birgit Homburger, Gerhard Papke  -  FDP:
Die meisten Bundespolitiker wollten am Monopol festhalten. Trotz aller Kritik wollten bis zur Entscheidung für die weiche Aushöhlung des Monopols der Scheindienstleister die wenigsten Bundespolitiker am Monopol rütteln. Kritik gab es fast nur von den Liberalen und das teilweise massiv. „Wir haben ja auch keinen Bezirkselektrikermeister, der als einziger in einem bestimmten Stadtteil Lampen aufhängen darf“, rügt der Vorsitzende der nordrhein-westfälischen FDP-Landtagsfraktion, Gerhard Papke, die damalige Regelung. Im Bundestag forderte Birgit Homburger, Expertin für Bürokratieabbau der FDP-Fraktion, wiederholt „einen Kehraus beim Schornsteinfegergesetz“. Ein nicht zu verkennender Aspekt bei den Wahlen, bei denen die FDP ordentlich punktete, aber nachher von den Versprechungen nichts mehr wissen wollte. Jetzt wurde nämlich die FDP der neue Freund und Bundesgenosse der Schornsteinfeger. Der Link der FDB gegen die Schornsteinfegerlobby und deren Kehrbezirke ist nach der Wahl abgeschaltet worden, man wollte doch seinen Freunden, den Schornsteinfegern nicht mehr in den Rücken fallen.

Jetzt kam die Quittung für die vielen kleinen und großen Wahllügen, für die Verdummung der Wähler. Die FDP stürzte auf 2,7 Prozent ab (-6,9), da wo sie auch hingehört. Für die FDP ist es die zweite schwere Niederlage nach Amtsantritt des neuen Vorsitzenden Philipp Rösler - im Mai war sie schon in Bremen gescheitert. Der Parlamentsgeschäftsführer im Bundestag, Christian Ahrendt, trat als Landeschef in Mecklenburg-Vorpommern umgehend zurück. Generalsekretär Christian Lindner sagte mit Blick auf die Dauerquerelen im Bund: «Wir wissen, dass Vertrauen verloren gegangen ist. Es braucht Zeit, das zurückzugewinnen.» Ob man das jemals zurückgewinnen kann? Die vielen frommen Sprüche in einem Forum der FDP vor der Wahl in Berlin klingen mir noch in den Ohren. Ich habe mir das selbst angehört und war begeistert, konnte es nicht glauben, dass die FDP es wagen konnte, so massiv gegen die Schornsteinfegermaffia aufzutreten. Mit so viel Dreistigkeit hatte ich allerdings nicht gerechnet, denn offensichtlich war das alles schon mit der Fegermaffia abgesprochen, anders kann ich mir die anschließende Kehrtwendung um 180 Grad nicht erklären.

Bei der FDP hieß es „Schornsteinfeger raus aus meinem Haus“, jetzt heißt es “FDP raus aus meinem Haus“ (schöner Spruch vom „Beobachter im GB“ beim Herrn Schleidt).

TWMueller

  • Interne-User
  • Hero Member
  • *
  • Beiträge: 1.248
  • Wir sind die Summe vieler Ichs.
    • Profil anzeigen
    • SchornsteinFegerRechts-Reform
Re: FDP
« Antwort #9 am: 06.09.11, 00:14 »
Kleine Wette zum Ausgang der Berliner Wahl:

  • FDP raus
  • Feger bleiben

Es gab Zeiten, da habe ich mal die FDP gewählt.
Damals stand das "F" noch für "Freiheitlich".
Mittlerweile hat sich die Partei jedoch gewandelt.
Heute scheint das "F" nur noch für "Finanzen" zu stehen.
Ganz im Sinne von: "Liberal ist, was der Wirtschaft dient."

Geld sollte jedoch nur ein Hilfsmittel FÜR den Menschen sein und der Mensch nicht zum Beschaffungsinstrument für das Kapital Weniger verkommen.

Erfreulich ist nur, dass immer mehr Menschen aufwachen und zumindest bei den Wahlen etwas Korrektur versuchen. Leider bewirkt unser Wahlrecht und die Übermacht der klassischen Parteien, dass der wirkliche Volks-Wille nicht abgebildet werden kann. Ich zumindest habe schon seit einigen Wahlen kein Kreuzchen mehr machen können, WEIL ich eine Partei WOLLTE. Nein, ich habe das Kreuz da machen müssen, wo ich den GERINGSTEN SCHADEN erhoffen konnte.

In der Praxis muss man sich jedoch immer mehr fragen, ob das Kreuzchen-Machen nicht lediglich ein Manöver zur Volksverdummung ist. In der politischen Wirklichkeit werden die wichtigen Entscheidungen doch außerhalb der Parlamente zwischen den Leit-Gestalten ALLER Parteien "ausgemauschelt". Ganz im Sinne von: "Wenn ihr hier zustimmt, können wir demnächst euren Vorschlag ... aufgreifen. Gibst Du mir, geb ich Dir." Und medienwirksam wird im Fernsehen über den politischen Gegner hergezogen. Wohlwissend, dass beim letzten Abendessen schon alles geregelt wurde. Und die braven Parteisoldaten aller Fraktionen heben dann im Parlament das Händchen, wenn ihr Fraktionschef das Zeichen gibt. Es lebe die Demokratie ;-)
« Letzte Änderung: 06.09.11, 00:17 von TWMueller »
Thomas W. Müller
Aktion SchornsteinFegerRechts-Reform

Tel.: (06134) 564620
Mail: AKTUELL BITTE  KEINE MAILS
FORUM: http://sfr-reform.carookee.com/
Ich freue mich über jeden persönlichen Kontakt.

Gerd aus Strausberg

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 326
    • Profil anzeigen
Wieder Gasunfall in Berlin
« Antwort #10 am: 06.09.11, 11:34 »
Mutter und Sohn erleiden Rauchgasvergiftung

Eine 39 Jahre alte Frau und ihr 11-jähriger Sohn sind am Sonntag (04.09.2011) mit einer Rauchvergiftung in ein Krankenhaus gebracht worden. In ihrem Haus war der Schornstein mit einer Plastikscheibe luftdicht verschlossen worden.
Wegen eines verschlossenen Schornsteins haben sich eine Frau und deren Sohn in Berlin-Schöneberg eine Rauchgasvergiftung zugezogen. Die Feuerwehr hatte die 39-Jährige und ihr 11-jähriges Kind am Sonntag zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht, wie die Polizei am Montag mitteilte. Als Ursache wurde zunächst ein Defekt an der Gastherme vermutet aber stellte man am Montag fest, dass der Schornstein mit einer Plastikscheibe luftdicht verschlossen worden war, wie es weiter hieß. So konnten Verbrennungsgase nicht mehr abziehen. Möglicherweise hatte ein Mieter einen Dachdecker bestellt, weil Regenwasser durch das Dach kam. Da wird sich nun die Frage stellen, da ja derartige Gasthermen jährlich „überprüft“ werden, ob das vor dem Verschluss oder danach geschah.

Quelle:

http://www.arcor-usercontent.de/crypturl/?url=3Q2MlrMZH_7MaRwsee2qg6oXzKJ-bNZhy6ZeWqGcrOQ3iwEULd4ZRt7KCrV5VVfrnIRvlfiYNrKPoxsKhGGx1Q5opVQf8t3VmS4nVesq8GiJSUx86FopsMuuWIb3ozfHmC65Z98UdJk

Gerd aus Strausberg

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 326
    • Profil anzeigen
Energieberater Schornsteinfeger?
« Antwort #11 am: 23.10.11, 22:25 »
Schornsteinfeger werden zu Energieberatern!  :o

… Schornsteinfeger werden aus Sicht ihres Verbandes immer mehr zu Energieberatern. "Das Handwerk tendiert immer mehr zur Energieberatung. Daraus kann man noch viel machen", sagte Hans-Werner Schech, Landesinnungsmeister des Landesinnungsverbandes des Schornsteinfegerhandwerks Hessen (LIV), im nordhessischen Bebra in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Zur Energieberatung zählten zum Beispiel das Ausstellen von Energieausweisen oder die Baubegleitung bei Sanierungen …

Wer lässt sich von einem Feger in Fragen Energie beraten, wer nimmt einen Feger zur Bauberatung bei Sanierungen und das vielleicht noch kostenpflichtig? Wenn ich mein Haus sanieren müsste, machen doch das die Fachmänner, nämlich die, die auch die eigentlichen Arbeiten ausführen. Freilich, „... daraus kann man noch viel machen", sagte Hans-Werner Schech, Landesinnungsmeister des Landesinnungsverbandes des Schornsteinfegerhandwerks Hessen (LIV)“, aber das klappt nur und darauf hofft er offensichtlich, wenn man diese neuen Betätigungsfelder per Gesetz verordnet und den Bezirksinhabern zuschanzt. Es gilt doch eher der Grundsatz: „Schornsteinfeger raus aus meinem Haus! Da kann man nicht mehr viel machen!“

Quellenangabe:
http://www.fnp.de/fnp/region/hessen/verband-schornsteinfeger-werden-zu-energieberatern_rmn01.c.9287312.de.html
« Letzte Änderung: 23.10.11, 22:32 von Gerd aus Strausberg »

TWMueller

  • Interne-User
  • Hero Member
  • *
  • Beiträge: 1.248
  • Wir sind die Summe vieler Ichs.
    • Profil anzeigen
    • SchornsteinFegerRechts-Reform
Re: Schornsteinfeger aktuell
« Antwort #12 am: 24.10.11, 21:42 »
Bitte nicht vergessen:
Schornsteinfeger sind Spezial-Gebäudereiniger für vertikale Entfernung von Russablagerungen.
Ohne gesetzliche Protektion könnte dieses aussterbende "Handwerk" auch nicht ansatzweise die Umsätze erzielen, die zur Zeit noch jährlich die Bürger belasten.

Warum schreit das Handwerk der Strassenkehrer nicht danach, künftig als Bezirkskehrer auch die Böden in Privathaushalten jährlich auf Rutschsicherheit und Sauberkeit prüfen zu dürfen? Mit etwas Phantasie könnte man die Bürger doch noch viel stärker schröpfen. Und wen interessieren schon die Grundrechte, wenn es etwas zu verdienen gibt?
Thomas W. Müller
Aktion SchornsteinFegerRechts-Reform

Tel.: (06134) 564620
Mail: AKTUELL BITTE  KEINE MAILS
FORUM: http://sfr-reform.carookee.com/
Ich freue mich über jeden persönlichen Kontakt.

Gerd aus Strausberg

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 326
    • Profil anzeigen
Re: Schornsteinfeger aktuell
« Antwort #13 am: 20.11.11, 23:08 »
Bezirksschornsteinfegermeister geben Unterlassungserklärungen ab.

Der Gesetzgeber hat sich entschlossen, um dem Berufsstand der Schornsteinfeger die Möglichkeit zu geben, sich auf den freien Wettbewerb im Schornsteinfegerwesen vorzubereiten, das Nebenerwerbsverbot aufzuheben. Zwei Bezirksschornsteinfeger warben für den Kauf von Rauchmeldern und anderen Waren. In diesem Zusammenhang verwendeten sie die Werbeaussagen „Schornsteinfeger sorgen für Ihren Brandschutz“ und „Fragen Sie IHREN Bezirksschornsteinfegermeister“. Das nennt man Autoritätsmissbrauch.

Die Wettbewerbszentrale hat diese Werbung unter dem Gesichtspunkt einer unangemessenen unsachlichen Beeinflussung gemäß §§ 3, 4 Ziff. 1 UWG beanstandet, da in der Werbung die hoheitliche Tätigkeit als Bezirksschornsteinfegermeister mit einer privatwirtschaftlichen Tätigkeit, nämlich dem Verkauf von Rauchmeldern und anderen Waren, verknüpft worden ist. In einem solchen Fall ist von einem unlauteren Autoritätsmissbrauch auszugehen. Missbraucht ein Bezirksschornsteinfegermeister seine Autorität, liegt zugleich ein Verstoß gegen das Irreführungsverbot der §§ 3, 5 Abs. 1 Ziff. 1 und 3 UWG vor.

Die beiden Bezirksschornsteinfegermeister haben strafbewehrte Unterlassungserklärungen abgegeben.

http://www.wettbewerbszentrale.de/de/home/_news/?id=932

Es gibt zahlreiche Internetauftritte von Bezirksinhabern, die mit dem Verkauf von Rauchgasmeldern, Strom und Gas (Glücksgas vom Fachmann, dem Schornsteinfeger) werben. Andere spielen sich als Immobilienmakler auf, ob das wohl rechtens ist?

http://www.schwarzerfeger.de/gluecksgas-jetzt-wechseln.html

http://www.strom-magazin.de/gasmarkt/gluecksgas-ein-gasvertrag-mit-dem-schornsteinfeger_27550.html

http://www.schornsteinfeger-kempe.de/

http://www.schornsteinfeger-ranzinger.de/gluecksgas.html

http://www.essenkehrer.com/gluecksgas.html

http://www.kaminkehrerbetrieb.de/glucksgas_fur_sie.html

http://www.schornsteinfeger-remscheid.de/seite.aspx?id_seite=5468

Bezirksfeger Nack tritt als Immobilienmakler auf:

http://www.nack21.de/

Gerd aus Strausberg

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 326
    • Profil anzeigen
Re: Schornsteinfeger aktuell
« Antwort #14 am: 30.12.11, 14:16 »
Wieder Kohlenmonoxidvergiftung in Berlin, trotzdem der Schornsteinfeger gut ein halbes Jahr zuvor kontrolliert hatte.

Eine Familie in Berlin Prenzlauer Berg wurde am 23.12.2011durch Kohlenmonoxid vergiftet. Der Ehemann lag bewusstlos in der Badewanne. Seine Frau konnte ihn gerade noch retten.

Die Heizungsanlage, zur Wohnung zugehörig, muss der Mieter ohne Risiko nutzen können. Um das sicherzustellen, sollte neben der Prüfung durch den Schornsteinfeger, die nun einmal vorgeschrieben ist, aber allgemein keine Wirkung oder gar Nutzen zeigt, auch eine regelmäßige fachmännische Wartung erfolgen. In diesem Fall hat beides keinen Sinn gemacht. In Joyce K.s Wohnung ist das alles angeblich geschehen. „Die Wartung war am 7. Juni 2011, kurz danach hat der Schornsteinfeger kontrolliert“, sagt der Chef der Heizungsfirma.

Wenn selbst die Wartung hier nicht geholfen hat, die Inaugenscheinnahme der Gasheizung durch den Schornsteinfeger ist dann völlig überflüssig. Aber warum kommt eigentlich der Schornsteinfeger?

Ich erlebe immer wieder, wie der meine Gasheizung „kontrolliert“: Einmal auf´s geschlossene Gehäuse, dann kurz in´s Abgasrohr geschaut und das war es. Von „Kontrolle“ kann ich da nichts feststellen, zumal die ganze Prozedur nur knapp zwei Minuten dauert. Nach fünf Minuten verlässt er das Grundstück, um den nächsten Bürger zu betrügen!

Er verbreitet nicht etwa Sicherheit, wie will er das auch in dieser kurzen Zeit tun? Er verbreitet eine gefährliche Scheinsicherheit und das ist das Schlimme am Fegerwesen. Der Durchschnittsbürger fühlt sich nach dem Besuch des „Glücksbringers“ ganz sicher, dass ihm nichts passieren kann, er kann nicht wissen, dass er durch den Schornsteinfeger betrogen und belogen wurde. Die Zeit dieser „Kontrolle“, die angeblich „unabhängig“ ermittelt wurde, liegt bei weit über einer Stunde! Fünf Minuten bis zum Verlassen des Hauses, aber für mehr als eine Stunde kassieren, ist da schon ganz schön krass.

Schornsteinfeger die ihrer Kontrollpflicht nicht nachkommen, nach fünf Minuten das nächste Grundstück betreten und den Bürger belügen, ihm mitteilen, dass „alles in Ordnung“ ist, der Bürger sich trotz fehlende Kontrolle sicher fühlt oder fühlen muss, was zum Tode führen kann, sind Verbrecher.

Frau K. verlässt sich darauf nicht mehr. Sie hat sich einen Kohlenmonoxid-Melder gekauft, eine billige und vor allem sichere Alternative zum überteuren und nichtsnutzigen Schornsteinfeger!

Quelle:

http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/prenzlauer-berg-kohlenmonoxid-familie-zu-hause-vergiftet/6005534.html