Autor Thema: Schornsteinfeger - Das Ende?  (Gelesen 8769 mal)

Gerd aus Strausberg

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Schornsteinfeger - Das Ende?
« am: 14.08.11, 19:01 »
Schornsteinfeger – Das Ende?

Ihren Ruf als Glücksbringer müssen Schornsteinfeger jetzt bitter verteidigen. Sofern das viele Mieter noch immer nicht mitbekommen haben, dass ihre Mieten durch sinnlose Scheindienstleistungen der selbst ernannten Glücksbringer in die Höhe getrieben werden, machen vor allem Hauseigentümer gegen diesen mafiösen  Berufsstand und seine unglaublichen Privilegien mobil. Der Feger bringt kein Glück, er holt nur unser Geld. Schornsteinfeger raus aus unseren Häusern, schrie da einst die FDP, keine Abzocke mehr, Schornsteinfeger-Monopol abschaffen,  nicht mehr schikanieren lassen durch die Fronherren, die Kehrbezirksbesitzer. Keine doppelten Prüfungen mehr, keine Zwangskehrungen unter Polizeischutz durch die Fronherren.

Die Europäische Kommission in Brüssel sah bereits vor zehn Jahren 2001 in den Sonderrechten für deutsche Schornsteinfeger einen Verstoß gegen die Dienstleistungs- und Niederlassungsfreiheit. Sie forderte die Bundesregierung auf, Änderungen zu veranlassen und drohte mit Sanktionen, ein Vertragsverletzungsverfahren wird in Aussicht gestellt. Kurz vor Ablauf der Frist, schickte Wirtschaftsminister Michael Glos Eckpunkte einer Reform an die EU-Kommission. Die Eckpunkte waren eher eine Provokation als eine Erneuerung, denn er belässt alles beim Alten, es werden keine oder kaum Änderungen vorgelegt, eher alles nur nach altem „Recht“ neu be- und umschrieben. Von Wettbewerb kann beim Glosvorschlag keine Rede sein. Am Monopol der Kehrbezirke soll sich nichts ändern.

Seit dem dritten Reich ist die ach so heile Welt der Schornsteinfeger konkurrenzlos aufgeteilt. Es gibt festgeschriebene kleine Reiche, in denen niemand eine Dienstleistung anbieten kann, die sich gegen die Interessen der Feger richtet. 8000 Kehrbezirksinhaber haben in Deutschland jeweils einen Bezirk unter sich festgeschrieben, ganz Deutschland ist so aufgeteilt, ein Schlaraffenland für Schornsteinfeger. In diesen Bezirken herrscht keinerlei Wettbewerb. Wer nach einer durchschnittlichen Wartezeit von gut einem Jahrzehnt seinem bisherigen Bezirksbesitzer treu dient, für ihn die Drecksarbeit macht, so das der nur noch kassieren muss, erhält einen eigenen Kehrbezirk als Belohnung und hat somit für den Rest seines Lebens ausgesorgt. Er tut so als kontrollierte er Heizungen. Solange es im letzten Jahrhundert Öfen und Kochfeuerstätten in Küchen gab, konnte man dem Treiben auch noch eine gewisse Berechtigung zusprechen. Nachdem die Feuerstätten modern wurden, begann der Feger Abgaswerte zu messen und säuberte saubere Abgasrohre von Brennwertheizungen, er schaute ob Dohlen, die eventuell ein Nest in einem Abgasrohr gebaut hatten. Dem Erfindungsgeist von unsinnigen Tätigkeiten war da keine Grenze gesetzt und der Staat unterstützte die Feger in diesem Treiben so gut er konnte. 

Es ist an der Zeit, dass man den monopolistischen Schornsteinfegerzwang inklusive der Kehrbezirke aus dem Dritten Reich abschafft. Diese Bezirke hatten im dritten Reich einen makabreren „Sinn“, denn der Bezirksinhaber, der Parteimitglied in der NSDAP sei, oder gar dem „Blutorden“ angehören musste, sollte zu jeder Tages- und Nachtzeit zu allen Häusern seines Bezirkes Zutritt haben, um illegal versteckte Kommunisten, Zigeuner und Juden zu finden und an die Gestapo zu übergeben. Der heutige Staat dreht auf Drängen der Feger und in deren Sinne immer weiter an der Gebührenschraube und treibt somit mittelbar die Wohnungskosten für Mieter und Hausbesitzer gleichermaßen in die Höhe. Die sich selbst zu „Glücksbringern“ ernannten Feger sind heutzutage nur noch Ausdruck wettbewerbsfeindlicher Abzocke und Terror gegen die Bevölkerung. Die modernen Heizungsanlagen haben nichts mehr mit den dreckschleudernden Heizungen aus den letzten beiden Jahrhunderten zu tun. Der Sinn des staatlich verordneten Kehrmonopols hat sich daher schon sehr lange überholt.

Wie hat sich das Verhältnis der Umsätze im Schornsteinfegergewerbe in den letzten zehn Jahren entwickelt? Nach Angaben des ZIV lag im Jahr 2001 der durchschnittliche Gesamtumsatz pro Schornsteinfegerbetrieb bei rund 127 000 Euro, im Jahr 2004 bei rund 132 000 Euro und im Jahr 2006 bei rund 134 000 Euro. Die Umsätze sind in den letzten Jahren damit moderat gestiegen und sollen weiter steigen, wenn sich da der 01.01.2013 nicht unerbittlich nähern würde.

Quelle:       http://www.homburger.de/files/2439/1607269.pdf


Die FDP-Führung versprach vor der Wahl sich dafür einzusetzen, dass die Schornsteinfeger aus den Häusern verschwinden oder nur noch auftauchen, wenn sie vom Kunden gerufen werden. Ein nicht zu verkennender Aspekt bei den Wahlen, bei denen die FDP ordentlich punktete, aber nachher von den Versprechungen nichts mehr wissen wollte. Die Frau Homburger hatte in einem Forum vor der letzten Wahl in Berlin in der Turnhalle der Klingenberg-Oberschule lautstark verkündet: „Schornsteinfeger raus aus meinem Haus!“ Dazu habe ich ein tolles Bild gefunden, was den Wahlbetrug der FDP belegen kann. Wenn ich schon lüge und die Bürger betrüge, kann ich mich doch anschließend nicht dazu hinreißen lassen, mich im Gleichschritt mit den Fegern, die ich zuvor zu bekämpfen gelobt habe, zu zeigen, was für ein unehrlicher Charakter, was für eine Partei.

Quelle:    http://www.schornsteinfegerinnung-fr.de/bilder_bw/org/neujahrsempfangbild1.jpg
« Letzte Änderung: 14.08.11, 21:55 von Datko »

Gerd aus Strausberg

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Re: Schornsteinfeger - Das Ende?
« Antwort #1 am: 14.08.11, 19:33 »
Früher sei es die Feuergefahr gewesen, die ganze Stadtteile dem Erdboden gleichgemacht hätte, wenn es die Feger nicht geben würde. Heute ist es die Vergiftungsgefahr durch Kohlenmonoxid. Stets hat die Branche neue Gründe erfunden, um die überaus häufigen Kontrollen zu rechtfertigen und ihre Pfründe zu sichern. Die angebliche Gefahr sei keineswegs so groß, wie die Schornsteinfeger behaupten, um ihre Existenzgrundlage zu sichern. Von modernen Heizungsanlagen geht  keine Gefahr mehr aus. Sie kontrollieren sich selbst, sie schalten ab, bevor es zu einer Gefahr kommt. Das darf in den Augen der Feger so nicht sein, denn sie müssen ihr aus dem letzten Jahrhundert stammendes Gewerbe unbedingt verteidigen, selbst wenn sie seit Jahrzehnten überflüssig geworden sind.
Manchem Bezirksschornsteinfeger gehen indes schon die beschlossenen Neuerungen zu weit. Seine Branche sei den Wettbewerb nun einmal nicht gewohnt. Viele Schornsteinfeger hätten den Beruf gerade wegen des hohen Maßes an Sicherheit ergriffen, mit Sicherheit meint man natürlich nicht die Sicherheit des „Kunden“, sondern die Sicherheit der Schornsteinfegers, die Sicherheit eines sehr hohen und konkurrenzlosen Einkommens. In seinem Bezirk sind große Wohnungsbaugesellschaften angesiedelt, erklärt ein Bezirksfeger, denen Tausende Wohnungen gehören. Wenn da die Geschäftsleitung beschließt, sich von einem anderen Anbieter kontrollieren zu lassen, wäre das für ihn ein herber finanzieller Schlag, der ihm den Ruin bringen könnte. „Mit den Kontrollen wolle man den Menschen doch vor allem helfen, Energie zu sparen. Das müsse seine Branche in Zukunft deutlicher herausstellen. Manchem Schornsteinfeger ist einfach nicht bewusst, dass er ein Dienstleister ist“, sagt der Bezirksfeger. Diese Erkenntnis kommt langsam aber sicher recht spät, vielleicht zu spät, vielleicht ist das schon "Das Ende"?

TWMueller

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Re: Schornsteinfeger - Das Ende?
« Antwort #2 am: 14.08.11, 20:27 »
Das Erschreckende am Schornsteinfeger-SONDER-Recht ist, dass sich an diesem Beispiel die Hilflosigkeit der Bürger gegen "staatliche" Abzocke deutlich zeigt.

Wenn eine FDP erst lautstark GEGEN das Schornsteinfegr-Monopol wettert und nach der Wahl von ihren markigen Sprüchen nichts mehr wissen will, so ist dies doch lediglich ein weiterer Beweis, dass unser Parteien-Listen-Wahlrecht nicht so funktioniert, wie es im Grundgesetz gefordert wird: ALLE MACHT GEHT VOM VOLKE AUS. Unsere Muster-Politiker haben es bis heute trotz Fristablauf ja noch nicht einmal geschafft, die vom Bundesverfasungsgericht geforderte Neuregelung des Wahlrechts zu verabschieden. Würde heute eine Neuwahl notwendig, Deutschland wäre handlungsunfähig, da das alte Wahlrecht nicht mehr gilt.

Nun, die FDP verspricht viel, poltert in den Medien und fällt dann in der Koalition doch um. Pöstchen sind halt wichtiger als Wahlaussagen. Die aktuellen Werte der FDP bei den Sonntags-Umfragen zeigen deutlich, dass die Bürger dieses Taktieren einfach nicht mehr wollen. Früher war die FDP mal eine Partei, die sich der FREIHEIT der Bürger verpflichtet fühlte, heute ist daraus die Freiheit des KAPITALS, die Freiheit der Geschäftemacher und Abzocker geworden. Viel Einfluss haben die deutschen Alle-vier-Jahre-Wähler ja nicht, aber es darf vermutet werden, dass die FDP eine klare und deutliche Quittung für ihre Versprechen-aber-nicht-halten-Politik erhalten werden.

Erschreckend ist im Zusammenhang mit dem Schornsteinfeger-SONDER-Recht jedoch auch das Verhalten der deutschen Justiz. Kaum spielt der Schornsteinfeger oder die Verwaltung die Joker-Karte der undefinierten "Öffentlichen Sicherheit" aus, werden unsere Richter schlagartig blind gegenüber dem HÖHERWERTIGEN Recht. Werden die Grundrechte des Bürgers im Rahmen einer VERORDNUNG eingeschränkt, so ist es am Gesetzgeber bzw. Verordnungsgeber, die Notwendigkeit zu beweisen. Es ist nicht im Sinne der Grundrechte, dass der Bürger beweisen muss, warum er seine im Grundgesetz, in der Verfassung verbürgten Grundrechte in Anspruch nehmen will. Aber wo bleiben die von den Gerichten beauftragten Sachverständigen, die eine Aussage darüber machen, ob eine geforderte Kontrolle wirklich notwendig ist und in welchen Zyklen ggf. eine Kontrolle wiederholt werden muss. Würden die Gerichte diese Sachaufklärung so betreiben, wie es im Rahmen der gebotenen Inzidentprüfung eigentlich ihre Pflicht wäre, der Pflichtenkatalog wäre längst erheblich zusammengestrichen worden. Aber unsere Richter scheinen Angst davor zu haben, ein System in Frage zu stellen und unerwünschte Tatsachen aufzudecken. Hier liegt ein wesentlicher Teil des Problems. Ein Rechtsstaat muss sich an Verfassung und Bürgerrechten orientieren und darf seitens der Justiz keine Rücksicht darauf nehmen, ob eine Entscheidung politisch korrekt ist und ggf. einer historischen Lobby schaden könnte.

In diesem Sinne, bleiben wir am Ball und fordern wir die GRUNDRECHTE ein, die uns das Grundgesetz von 1949 garantiert. Fordern wir die Politik, die das Interesse der Bürger in den Mittelpunkt der Überlegungen stellt. Fordern wir die Justiz, die unabhängig Recht und Gesetz vertritt. Fordern wir aber auch Verwaltungen, die nicht nur blind ihre Vorschriften abarbeiten, sondern mit Blick auf das zu erreichende Gemeinwohl, aber auch die berechtigten Individualinteressen mitdenken. Und hoffen wir auf immer mehr Bürger, die sich vom allmächtigen Staat nicht mehr alles gefallen lassen.

Das Wort des Jahres 2010 war "Wutbürger", welcher Begriff wird wohl 2011 gewählt werden?
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Re: Schornsteinfeger - Das Ende?
« Antwort #3 am: 11.09.11, 16:57 »
Interessante Sichtweite

In einem Schornsteinfegerforum schreibt ein Fegergeselle, der sich „StadtFeger“ nennt, seine Ansicht zum 01.01.2013, wenn sich jeder Bürger einen Feger aussuchen kann. So langsam werden die Stimmen in Fegerkreisen kleinlauter und man beginnt den sich nahenden Häuserkampf zu ahnen:

Ich weiß, dass viele Angestellte darauf brennen sich ab 2013 selbstständig zu machen und dann im eigenen Kehrbezirk "herum-zu-wildern". Aber dieses ist dann auch ihr gutes Recht und genau so gewollt von der EU.
 
Man sollte dabei nicht vergessen das der Angestellte der seit Jahren im Kehrbezirk arbeitet den Kunden auch gut bekannt ist und in den meisten Fällen auch sehr beliebt. Zum größten Teil kennen die Kunden auch nur ihn, da sich der BSM auch sehr rar im eigenen Kehrbezirk zeigt.
Diese BSM werden sich ab 2013 auf dünnen Eis bewegen, für manche die das jetzt lesen mag es sehr provokant klingen aber es wird so kommen. Diese haben nämlich keinen Bock mehr jeden Tag rein zu hauen, eine gewisse Anzahl an AW´s abzuknechten und dann zum Dank noch regelmäßig zur Aushilfe geschickt, oder sogar am Ende des Jahres gekündigt zu werden da ja keine Arbeit mehr da ist.

Vergessen hat er aber noch die vielen Heizungsbauer. Warum sollen die denn die Fegerarbeiten nicht mitmachen und warum soll der Kunde dann noch einen Feger bestellen, der eine Scheinkontrolle durchführt? Für die Bezirksfeger beginnt ein harter Kampf, der sich nicht nur gegen die eigenen Reihen, also die anderen Bezirksinhaber und gegen die ehemaligen Gesellen richtet, auch das Heizungsbaugewerbe sitzt ihm im Nacken. Auch werden private Ingenieure ihre Dienste anbieten. Da sprechen die Feger immer noch „von steigenden Preisen“, doch wo sollen die dann bei einem Überangebot herkommen? Ich denke das in einigen Jahren nicht besetzte Kehrbezirke zur Verfügung stehen, die keiner haben will, dann beginnt der eigentliche Zerfall des Monopols.

Quelle:

http://www.schornsteinfegerforum.de/thread.php?threadid=1653&sid=902ca9da3dff6e29e7a1eb8f1fa43055
« Letzte Änderung: 11.09.11, 17:01 von Gerd aus Strausberg »

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Re: Schornsteinfeger - Das Ende?
« Antwort #4 am: 11.09.11, 19:07 »
Die bequem gewordenen Bezirksschornsteinfegermeister werden 2013 wohl unsanft aufgeweckt werden. Mit Feuerstättenbescheiden allein werden die wohl kaum über die Runden kommen.

Für den BÜRGER jedoch sieht es deutlich anders aus. Zwar darf man ab 2013 seinen "Henker" frei wählen, aber die "Strafe" bleibt. Solange die KÜO nicht grundlegend ausgemistet wird, bleibt die "Pflicht" zu unnötigen oder gar unsinnigen Scheinkontrollen doch erhalten. Die größtenteils überflüssige CO-Messung bei Erdgasgeräten wird bleiben. Allein, man darf entscheiden, WER sinnlos den Messfühler ins Rohr steckt. Und da noch mehr "Feger" verdienen wollen, wird die Politik kaum ein Einsehen haben und endlich bürgerfreundlich (und verfassungsgemäß) nur noch die Kontrollen vorschreiben, die zum Erhalt der Öffentlichen Sicherheit wirklich NOTWENDIG sind.

Schritt 1 (kleine Liberalisierung) ist in der Mache,
Schritt 2 (komplette Neufassung der KÜO) nicht in Sicht,
Scrhitt 3 (ersatzlose Abschaffung des SF-SONDER-Rechts) längst überfällig.

Bleiben wir daher am Ball und erhöhen wir den Druck auf die Politik, endlich mit dem Bürokratieabbau ernst zu machen und sich bürgerbewusst an die Verfassung zu halten.
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Datko

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Re: Schornsteinfeger - Das Ende?
« Antwort #5 am: 12.09.11, 13:30 »
Die bequem gewordenen Bezirksschornsteinfegermeister werden 2013 wohl unsanft aufgeweckt werden. Mit Feuerstättenbescheiden allein werden die wohl kaum über die Runden kommen.

Dazu kommen noch die Abnahmen bei neuen Heizungen. Da installieren Fachbetrieb hochmoderne Heizanlagen und dann kommt ein Schornsteinfeger um die Anlagen für teures Geld "zuzulassen", so ein teurer Unsinn.
Joachim Datko - Ingenieur, Physiker
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Gerd aus Strausberg

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Re: Schornsteinfeger - Das Ende?
« Antwort #6 am: 18.09.11, 16:48 »
Schornsteinfeger – das Ende?

Als die modernen Öl- und Gasheizungen erfunden wurden, gab es immer weniger Ruß und die Arbeit drohte den Fegern auszugehen. Öl- und Gasheizungen hinterlassen keinen Ruß mehr. Da die Brennerflamme das Abzugsrohr nicht erreichen kann, besteht auch keine Brandgefahr mehr. Sollte das das Ende für die 20.000 Schornsteinfeger in Deutschland sein? Weit gefehlt! Die Schornsteinfeger erfanden neue Aufgaben für sich und machten sie den Politikern schmackhaft. Sie drohten mit ihrer Pensionskasse, die zusammenbrechen würde, wenn sie keine Einnahmen mehr hätten und der Staat müsse dann die fälligen Pensionszahlungen an die ausgeschiedenen Feger übernehmen. Der kann das aber wegen seiner Finanznot nicht und so war das ein Argument, die Feger durch sinnlose Tätigkeiten am Leben zu erhalte. Die sich selbst „Glücksbringer“ nennenden Feger überschwämmen zu besonderen Anlässen, besonders zur Jahreswende, die Politiker mit ihren Glückwünschen und treten dort zahlenstark persönlich in Karnevalskluft, in Uniform mit Goldknöpfen und Zylinder, auf und vergessen auch vorher nicht einen großen Medienrummel zu organisieren. Als Anreiz werden Politiker zu sogenannten „Ehrenschornsteinfegern“ ernannt. Welcher Politiker, so umgarnt und „geehrt“, kann da schon widerstehen, den Fegern ihre Wünsche zu erfüllen. Neue Aufgaben für die Schornsteinfeger werden erfunden und der Erfindungsreichtum kennt da kaum Grenzen. In Ostdeutschland „kontrollieren“ die Feger die Entlüftungsschächte in den Plattenbauten, eine riesige wie auch gleichzeitig unsinnige Einnahmequellen zu Lasten der Mieter. Die Wohnungsbaugesellschaften, denen diese Plattenbauten gehören, beschäftigen meist mehrere Hausmeister, die alle notwendigen Kleinarbeiten erledigen, denen verbietet man bei Strafe, sich um die Abluftschächte zu kümmern und das nur, um die Feger am fetten Leben teilhaben zu lassen. Eine dreieinhalbjährige „Feuerstättenschau“ wurde eingeführt, bei der der Feger meine Heizung anschaut, obwohl er sie ja zwangsweise jährlich sieht. Ein „Feuerstättenbescheid“ wurde eingeführt, in dem der Feger seine eigene Tätigkeit beschreibt. Das alles ist natürlich nicht kostenlos sondern es wurden auf Drängen der Feger unverschämte Preise festgelegt. Wie früher der Ruß an den gemauerten Schornsteinwänden klebte, so klebt der Feger an seinen Pfründen, die ihm seiner Zeit von Himmler versprochen wurden. Die Kehrtätigkeiten wurden immer weniger, die Preise stiegen dafür immer höher, doch bis in´s Unendliche geht das nicht, also erhielten die Feger als Ersatz die jährliche Emissionsmessung der Heizkessel, die natürlich niemand braucht und die auch keine sich eventuell anbahnenden Fehler an der Heizungsanlage ankündigt, ansonsten müsste der Feger täglich zur Messung kommen. Wenn ich alle zwei Jahre einmal meinen Blutdruck messe, kann ich dadurch nicht auf zu hohen oder normalen Blutdruck schließen, eine Aussage wegen nur einer Messung zu treffen ist vollkommen unrealistisch. Das man nun auf die Idee kam in kleinen Schritten die Zahl der Schornsteinfeger zu verkleinern, stieg ihre Zahl immer mehr an. Es werden noch immer Lehrlinge ausgebildet, obwohl längst klar ist, dass nach 2013 schrittweise ein Zusammenbruch zu erwarten ist, aber die Feger hoffen natürlich auf weitere sinnlose Tätigkeiten, die ihnen per Gesetz zugesprochen werden sollen. Sie wollen auch im westlichen Teil Deutschlands die Dunstabzugshauben und Be- und Entlüftungen kontrollieren, sie wollen bundesweit Rauchgasmelder und Feuermeldeanlagen in privaten und betrieblichen Einrichtungen kontrollieren. Die nutzlosen Scheintätigkeiten der Schornsteinfeger haben Preise, die ihm einen Stundenlohn von bis zu 500 € garantieren. Er betritt den Heizungsraum, zieht einen Stöpsel aus dem Abgasrohr, hält einen Messfühler hinein und die Werte werden ausgedruckt, eine Arbeit die ein Erstklässler nach einen kurzen Einweisung so auch hinbekommt. Mit einem kleinen Spiegel schaut er in das Rohr und freut sich, wenn er am anderen Ende den Himmel sieht, so dass er kein Storchennest aus dem Rohr entfernen muss. Die „Scheindienstleistung“ beansprucht fünf Minuten und schlägt mit ca. 60 € zu Buche. Man errechne sich da mal den Stundenlohn. Wer´s nicht glaubt schaue dem Feger beim nächsten Besuch doch mal über die Schulter.  :o